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Zwei Tage Glut-Hitze: Holt bitte die
Gießkannen raus, rettet die Bäume!

Die Sonne brennt ... morgen 33 Grad, Sonntag 34 Grad, so der Wetterdienst. Die Bäume haben Durst ...

Morgen (Samstag, 18. Juni 2022) kriegen wir 33 Grad, Sonntag wird’s noch heißer – bis zu 16 Stunden brennt die Sonne am Tag! Und das nach einer Trockenphase, die schon viel zu lange andauert. „Das bisherige Jahr 2022 war in Sachsen-Anhalt deutlich zu trocken“, meldet Sachsen-Anhalts Umweltministerium. „Im Vergleich mit der Referenzperiode von 1961 bis 1990 wären bisher 207 Millimeter Niederschlag zu erwarten gewesen. Gefallen sind jedoch nur 157 Millimeter.“

Die dramatische Situation in Sachsen-Anhalt zeigt seht gut auch ein Bericht des MDR von Ende Mai.

Unser Baum-Experte Uwe Truckenmüller kann das nur bestätigen. Er hat sich im Magdeburger Stadtgebiet umgeschaut und überall Belege für die schlimme Situation gefunden. „Alle Bäume leiden unter der extremen Trockenheit und Hitze, und sehr viele junge und alte Bäume sind bereits abgestorben.“

In einem Appell wendet sich Uwe an die Magdeburgerinnen und Magdeburger: „Wenn Eure Bäume nicht sterben sollen, dann müsst Ihr sie jetzt gießen! Nicht nur die Gartenbäume, sondern, falls möglich, auch die Straßenbäume vor eurer Haustür, und auch Streuobstbäume sind natürlich sehr dankbar.“

Soll heißen: Holt die Kannen raus, macht sie voll und rettet die Bäume – diese beiden heißen Tage nach der bereits andauernden Trockenheit könnten sonst das Ende für Hunderte von ihnen bedeuten.

Und man kann noch mehr tun, damit die Hitze den Bäumen weniger anhaben kann. Uwe gibt folgende Tipps:

  • Lasst die Vegetation unter den Bäumen lang wachsen! Dann kann sich der Boden nicht so stark erhitzen.
  • Schneidet die Obstbäume, damit sie weniger Laub haben und damit weniger Wasser verdunsten!
  • Entfernt die Stammausschläge und Jungtriebe. (Wie das geht, zeigte euch Uwe bereits im Video-Beitrag.)
  • Wenn Eure Bäume von Misteln befallen sein sollten, entfernt die Misteln! Sie entziehen den Bäumen Nährstoffe und Feuchtigkeit. (Über die Gefahr durch Misteln für Bäume hat unser Mitglied Carina hier geschrieben.)
  • Mäht Euren Rasen jetzt am besten gar nicht (und wenn Ihr später mäht, bloß nicht zu kurz, Mäher auf höchste Stufe)! Ist das Gras kurz, trocknen Sonne und Wind die Erde viel schneller aus. Das gefährdet neben den Pflanzen selbst auch die Insekten, auf die wiederum die Vögel angewiesen sind.
Beispiel: Leonie füllt die Kannen zur Bewässerung - ein Bild aus den Anfängen unserer Fläche auf der Oebisfelder Straße. Inzwischen ist hier alles ganz grün geworden. Und wir sorgen dafür, dass es so bleibt

Aber: Was für die Bäume gilt, das gilt nicht für Euren Rasen: Hier zu wässern, wäre tatsächlich Wasserverschwendung.

Denn gelber Rasen sieht vielleicht doff aus, der erholt sich aber in wenigen Wochen.

Kümmert Euch um die Bäume!

Wir haben übrigens am letzten Samstag (10.06.) nicht nur unsere Obstbäume an der Oebisfelder Straße klimafit gemacht (Uwe hat sie beschnitten), sondern auch alle Bäume und Sträucher gewässert.

Für die späteren Pflanzungen tragen die Flächeninhaber die Verantwortung, und wir hoffen, dass sie sich um ihre Bäume kümmern.

Am Montag soll laut Deutschem Wetterdienst endlich Regen kommen, möglicherweise sogar reichlich.

„Vielleicht kommt aber auch wieder nur wenig“, sagt Uwe, „und vielleicht ist es für viele Bäume dann auch schon zu spät.“

Bitte, nutzt dieses Wochenende und holt die Gießkannen raus!

Für den Erhalt unseres Stadtgrünes!

Nur gemeinsam bewahren wir jetzt unsen Baumbestand!

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Uwe erklärt die Obstbaumpflege
Weniger Blätter = Mehr Kraft!

Obstbäume beschneiden – das macht man doch im Frühjahr … oder? Wieder so eine Halbwahrheit. Wir waren jetzt draußen. Auf der Streuobstwiese an der Oebisfelder Straße hat unser Baumpflege-Experte Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme die rund 60 Apfel- und Birnenbäume geschnitten.  Der Landschaftsgärtner und Landschaftsplaner gibt sein Wissen an der Stelle gerne weiter. 

„Wir müssen die Bäume jetzt fit machen für die trockenen Monate“

Uwe Truckenmüller

Zuerst zupft er die sogenannten Wassertriebe vom Stamm. Dann bescheidet er die Krone. Die Logik ist ganz einfach. Jedes Blatt verdunstet Wasser. Das führt bei längeren Trockenperioden dazu, dass die Bäume nicht mehr genug haben. Deshalb werden wir die Blattmasse reduzieren. Halbe Blattmasse – halber Wasserverbrauch!“ Und dafür ist der Juni der beste Monat, sagt Uwe.

Unsere Bäume sind noch sehr klein, man muss also nicht befürchten, dass darin Vögel brüten, die wir beim Schnitt stören würden. Gleichzeitig eine gute Gelegenheit, die Bäumchen von ihren Störenfrieden zu befreien: Blutläuse werden abgestreift, Blätter mit Mehltau und Gespinstmotten entfernt.

Wie der Schnitt im Einzelnen vor sich geht, seht Ihr im Video.

Übrigens: Uwe ist Ehrenmitglied unseres Vereins – sein Einsatz war natürlich ehrenamtlich.
 
Hier könnt ihr den Vorher- und Nachher Vergleich sehen!
Vor dem Sommer-Erziehungsschnitt
... und nach der Pflegemaßnahme

P.S.: Das Video haben wir spontan bei der Baumschnitt-Aktion mit dem Handy für Euch aufgezeichnet. Bitte entschuldigt die teilweise schlechte Tonqualität.

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Treffen mit Ministerin Steffi Lemke
Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin!

Der Slogan ist legendär, jeder kennt ihn von der Fußball-WM 2006. Die damalige Euphorie, unsere deutsche Nationalmannschaft fährt zum Finalspiel in die Bundeshauptstadt, hat sich einfach kollektiv eingebrannt. Aber keine Sorge, wir haben nicht über Nacht unseren Vereinszweck geändert. Auf Einladung der Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) waren wir am Donnerstag bei ihr in Berlin!

Am Magdeburger Hauptbahnhof wurden wir von Thea-Helene Gieroska in Empfang genommen. Sie ist in Magdeburg im Regionalbüro von Steffi Lemke tätig. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Grünen Jugend aus Sachsen-Anhalt fuhren wir über Berlin Hauptbahnhof zum Potsdamer Platz. Von da liefen wir rüber ins Bundesumweltministerium.

Die Vertretung von Otto pflanzt! vor dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (von links): Steffen, Felix, Babett, Doreen, Hartwig, Joakim
Blick auf die Berliner Mauer

Das Gebäude beeindruckt durch seine Geschichte.

Zu Zeiten der deutsch-deutschen Teilung verlief an der südlichen Gebäudefront die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland. Die ungewohnte Nähe zur BRD nutzte die DDR-Führung zur Spionage, so erklärte es uns die fachkundige Mitarbeiterin des Hauses.

Ehemalige Mauerstücke, welche heute im Gebäude integriert sind, zeigen nicht nur, auf welche Art und Weise ein ganzes Volk eingesperrt wurde. Die Graffitis der Mauerstücke zeugen auch von der Nachwendezeit und der damit verbundenen kulturellen Szene, die an diesem Standort aktiv war. Davon ist heute jedoch nur noch sehr wenig zu erkennen.

Nach dieser Einführung freuten wir uns auf das Gespräch mit der Ministerin! Frau Lemke begann mit einer kurzen Erläuterung der gerade gelaufenen Umstrukturierung im Hause. Die ist nach Beginn einer neuen Legislaturperiode üblich. Die Umstrukturierung hängt damit zusammen, dass verschiedene Aufgaben, wie in diesem Fall der Verbraucherschutz, von einem anderen Ministerium in das Bundesumweltministerium gewechselt sind.

Dann hatten wir etwa eine halbe Stunde lang die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dabei konzentrierten wir uns auf Aspekte, die uns in der Praxis in letzter Zeit Kopfzerbrechen bereitet haben.

Wir sprachen die Fällungen im Biederitzer Busch und in Elbenau an. Die Ministerin versprach, sich mit der zuständigen Bundesforst in Verbindung zu setzen. Unserem Wunsch, für jede Kommune einen Beauftragten u.a. für Bürgeranfragen zum Pflanzen von Bäumen zu implementieren, damit man als Ehrenamtlicher nicht in der Flut der unterschiedlichen Zuständigkeiten ertrinkt, musste die Ministerin leider eine Absage erteilen. Grund: Es handelt sich hier um Kommunalrecht.

Jedenfalls hat sich die Ministerin über unsere Anregungen aus der Praxis gefreut!

Babett fragt die Ministerin
Ministerin Lemke stellt sich unseren Fragen

Nach einem Gruppenfoto hieß es für Frau Lemke dann auch schon: auf zum nächsten Termin. Wir haben durch den Besuch nicht nur gelernt, wie es in groben Zügen im Ministerium zugeht, sondern auch, was alles zum Job der Ministerin dazugehört. Oh, da lobt man sich doch seinen nine-to-five-Job…

Da uns im Vorfeld bewusst war, dass die Zeit nicht ausreichen wird, um tiefgründig ins Gespräch zu kommen, hatten wir von Anfang an vor, die Probleme nur kurz anzureißen, damit die anderen Gäste auch die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen. Wir boten gleich zu Anfang des Gesprächs mit der Ministerin an, ihr die Fragen nochmal ausführlich per Mail zu schicken, was sie sehr begrüßte. Einige wertvolle Informationen konnte sie uns dennoch ad hoc mitgeben.

Für uns ging es weiter zum Mittagessen. Im Anschluss besuchten wir den Reichstag. Dort gab es nach einem Gruppenfoto für uns die Möglichkeit, den historischen Bau individuell zu erkunden. Wir nutzten diese Gelegenheit und schauten von der Plattform  direkt ins grüne Herz der Bundeshauptstadt.

 

Der letzte Programmpunkt des spannenden Ausflugs führte uns zum Brandenburger Tor. Von da aus startete unser kleiner Stadtrundgang durch das politische Machtzentrum der Stadt. 

Wir waren insbesondere darüber erstaunt, welche Lobbyorganisationen an diesem exklusiven Standort ihren Sitz haben und damit die Nähe zur Politik (aus-)nutzen, um Einfluss  auf die Politiker und somit auch auf die Gesetzgebung  zu nehmen. Dabei erwähnte der Stadtführer, dass Lobbyarbeit an sich erstmal nichts Negatives ist. Lobbyarbeit, oder anders ausgedrückt, Einflussnahme, haben wir heute (für den Natur- und Umweltschutz) auch betrieben.

Rechts könnt ihr einen (nicht vollständigen) Ausschnitt der Lobbyorganisationen sehen, die direkt am Brandenburger Tor ihren Sitz haben. Da wir quasi auch Lobbyarbeit betrieben haben, haben wir unser Logo mal kurzzeitig dazugehalten.  

Tafel mit Logos der Lobbyorganisationen, die am Brandenburger Tor vertreten sind

Organisiert (in Zusammenarbeit mit dem Büro von Frau Lemke) und bezahlt wurde die Exkursion übrigens vom Bundespresseamt. Jedem Bundestagsabgeordneten räumt der Bundesrechnungshof die Möglichkeit ein, drei Mal im Jahr Besuchergruppen zu empfangen. Allen mitgereisten Vereinsmitgliedern hat der Ausflug, der gleichzeitig auch unsere erste Bildungsfahrt als Verein war, außerordentlich gefallen.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben!

Gruppenbild mit der Ministerin Lemke und allen Teilnehmern der Exkursion (Bildquelle: BMUV)
gemeinsamer Besuch des Reichstages aller Ausflugsteilnehmer (Bildquelle: Bundestag)
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Urteile fällen – nicht aber Bäume

Im Dezember 2021 hatten Bürger und Bürgerinnen Otto pflanzt! informiert, dass an der Straße zwischen Elbenau und Grünewalde nicht angekündigte massive Baumfällungen stattfinden. Otto pflanzt! war sofort vor Ort, dokumentierte das Geschehen und zählte mindestens 180 gefällte Eichen. Auch konnten eindeutige Fraßspuren des vom Aussterben bedrohten und streng geschützten Großkäfers Eichenheldbock festgestellt werden.

Gemeinsam mit Dr. Hans-Joachim Döring, ehemaliger Beauftragter der Evang. Kirche für Umwelt und Entwicklung schrieb Dr. Hartwig Haase von Otto pflanzt! das zuständige Wirtschaftsministerium des Landes, sowie das für Naturschutz zuständige Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt an. Parallel dazu suchten wir Verbündete bei den Naturschutzverbänden. Der Zusicherung des Wirtschaftsministers unter Sven Schulze (CDU) im Antwortschreiben, dass „es sich um Arbeiten im Rahmen der guten fachlichen Praxis handelt“, konnten wir leider nicht folgen!

Nach vorheriger Begehung des Betriebs- und des Revierleiters sind Gefährdungen der Verkehrssicherheit von 103 Eichen festgestellt worden. Allerdings wurden die Bäume nicht gekennzeichnet und es wurde auch keine Dokumentation angefertigt. Die Prüfung auf zu schützende Artvorkommen – das Vorkommen des Heldbockes in der Hartholzaue wäre zu erwarten gewesen – wurde ohne Beteiligung der Unteren Naturschutzbehörde, sowie wieder ohne Protokoll durchgeführt.

Spuren des Heldbockes
Spuren des Heldbockes

Am 05.04.2022 hatte der Landesfortbetrieb zu einem Ortstermin und zu Erläuterungen eingeladen. Vertreter der Zivilgesellschaft (Otto pflanzt! und Experten der Umweltverbände des BUND und des NABU), ein Baumsachverständiger, ein Entomologe des Landesamtes für Umweltschutz trafen sich mit Vertretern des Landesforstbetriebes Sachsen-Anhalt sowie der Unteren Naturschutzbehörde an dem Ort, an dem über 180 stattliche alte Eichen gefällt und erheblich in das Landschaftsbild und damit die Biosphäre eingegriffen wurde.

Nach langer (zweieinhalbstündiger), sachlicher und intensiver Diskussion, gingen die unterschiedlichen Akteure mit Respekt und mit mehr gegenseitigem Verständnis, aber auch mit weiterhin bestehenden unterschiedlichen Sichtweisen auseinander.

Die Vertreter von Otto pflanzt! und den Umweltverbänden kritisieren weiterhin, dass die über 180 jährigen Eichen vollständig gefällt wurden. Der wertvolle Bestand hätte teilweise erhalten werden können, wenn rechtzeitig und regelmäßig eine Verkehrssicherung vorgenommen worden wäre. Für Menschen gefährliche Bäume hätten gezielt entnommen oder gesichert werden können.

Luftaufnahme Fällungen von etwa 180 Eichen in Elbenau
Luftaufnahme Fällungen von etwa 180 Eichen in Elbenau

Im Dialog vor Ort wurde zudem deutlich, dass die notwenige Kooperation vom Landesforst mit den naturschutzfachlich verantwortlichen Behörden, in dem Fall der Unteren Naturschutzbehörde oder dem Biosphärenreservat Mittlere Elbe leider nicht stattgefunden hat. Der Baumsachverständige Hartmut Beyer kritisierte zudem, dass in diesen hochsensiblen Bereichen auch der vorbereitende und erklärende Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern vermisst wurde.

Ein besonderes Thema war die Erhaltung der Population des streng geschützten Großkäfers Eichenheldbock. Hier sagte der Landesforstbetrieb den Verbleib der Stämme, die Larven in verschiedenen Entwicklungsstadien enthielten, im Waldrandgebiet erfreulicherweise zu. Der Entomologe Dr. Volker Neumann vom Landesamt für Umweltschutz konnte wertvolle Hinweise für den Umgang mit den Habitatbäumen geben, die von der Landesforst dankbar aufgenommen wurden.

In Auswertung des Dialoges sagte die Forst zu, bei zukünftigen Maßnahmen die Untere Naturschutzbehörde prinzipiell zu beteiligen, gemeinschaftlich zu entscheiden und diese Entscheidung auch gemeinsam zu vertreten.

Der Ortstermin wurde von beiden Seiten begrüßt. Wie sich zeigte, ist ein Dialog in komplizierten Fragen von großem Wert. Wären Vertreter der Umweltbehörden früher mit einbezogen worden, hätte der verantwortliche Forstbetreiber über die Eichen ein anderes fachliches Urteil gebildet und viele der Bäume nicht gefällt.

Wir stehen auch zukünftig für den Erhalt von wertvoller Biomasse ein und treten dafür gerne in den Dialog mit den zuständigen Behörden, den Naturverbänden und Experten. Wir hoffen, dass der Austausch zukünftig vor Fällungen erfolgt.

Dieses Beispiel zeigt, dass zivilgesellschaftliches Engagement zur Sensibilisierung beitragen und Prozesse positiv verändern kann!

Wir können nur jeden Bürger und jede Bürgerin dazu aufrufen, sich stärker einzubringen und in den entsprechenden Organisationen mitzuwirken!

Großes Aufgebot im Einsatz für einen großen Käfer (von links): Christian Kunz (BUND Sachsen-Anhalt), Martina Hoffmann (NABU Sachsen-Anhalt), Jens Dedow, Matthias Formella, Thomas Döring (Landesforst), Dr. Hartwig Haase (Otto pflanzt! e. V.), Anna Ehlers, Alexander Blank, Andreas Kriebel (Landesforst), Dr. Volker Neuman (LAU), Hartmut Beyer (Baumsachverständiger), Robert Mayer (Untere Naturschutzbehörde Salzlandkreis)
Foto: Dr. Hans-Joachim Döring (Beauftragter der EKM für Umwelt und Entwicklung i. R.)
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Die Laubholzmistel – ein
gefährlicher Halbparasit

Laubholzmistel oder auch „weiße Mistel“: in kugelförmigen Büschen sitzt sie in den Kronen von Laubbäumen und wirkt dabei oft unscheinbar und klein, ihre Bedeutung hingegen ist groß: Als leicht giftige Heilpflanze hilft sie in bestimmten Dosen gegen Krebs und Blutdruckbeschwerden, als Türschmuck soll sie Schutz und Segen über Häuser bringen und wer unter ihr steht, soll angeblich einen Kuss erhalten. Und für die Bäume? Für die kann sie leider sehr gefährlich (sogar tödlich!) sein. Seit den 1990er Jahren verbreitet sie sich in Deutschland.

Die weißen, glasig erscheinenden Beeren enthalten einen zähen, zuckerhaltigen Schleim, man spricht auch von "Mistelleim"

Immergrüner Halbparasit

Halbparasiten oder auch Halbschmarotzer ernähren sich von Wasser und Nährstoffen, die sie aus sogenannten Wirtspflanzen (Wirt = ein vom Parasiten bzw. Schmarotzer befallenes Lebewesen) entnehmen. Im Gegensatz zu den Vollschmarotzern, welche alle lebenswichtigen Nährstoffe ausschließlich vom Wirt beziehen, besitzen sie genug Chlorophyll für die eigene Photosynthese und können somit aufgenommenes Wasser mit Kohlenstoffdioxid und Sonnenlicht zu energiereichen Kohlenhydraten weiterverarbeiten. Bei der Mistel werden diese Kohlenhydrate in der Pflanze selbst und ihren unzähligen Beeren eingebaut.

Besonders auffällig ist die Mistel im Winter. Denn sie ist das ganze Jahr über grün und kommt vor allem dann optisch stärker zum Vorschein, wenn die Laubblätter an den Bäumen fehlen. Während der Wirtsbaum gerade eigentlich „Winterpause“ macht und versucht, mit seinen Nährstoffen sparsam umzugehen (siehe auch: unser Beitrag zum Nährstoffhaushalt von Bäumen in Herbst und Winter), zieht die Mistel weiter mithilfe ihrer Saugorgane (den sogenannten „Haustorien“) Stoffe aus seinem Gewebe und bildet davon sogar Beeren. Die schleimigen Früchte werden von Vögeln gefressen. Klebrige Reste bleiben dabei teilweise an den Schnäbeln hängen, werden anderswo wieder abgestreift oder tropfen am Baum auf darunterliegende Äste,  

Von einer Mistel befallener Ast eines Apfelbaumes. Die parasitische Pflanze verbindet sich tief mit dem Gewebe des Wirts und saugt an dessen Wasser- und Nährstoffbahnen

wobei die Kerne aus dem Inneren der Beeren verteilt werden. Auch über Vogelkot werden die Samen wieder ausgeschieden. So verbreitet sich die Mistel und befällt weitere Bäume. In Deutschland hat sie sich auf diese Weise in den vergangenen Jahrzehnten vorwiegend in der südlichen Hälfte ausgebreitet und macht damit vor allem Weiden, Apfelbäumen und Ebereschen das Leben schwer, andere Arten wie Kirschen und Pflaumen werden hingegen nicht befallen. Betroffene Bäume wachsen durch den Nährstoff- und Wasserentzug langsamer als ihre nicht-betroffenen Artgenossen. Die durch den Klimawandel bedingte zunehmende Trockenheit wird damit zur noch stärkeren Belastungsprobe für die Pflanzen, diese Kombination endet mitunter tödlich.

Keine Wurzeln, dafür Saugorgane

In jedem einzelnen Mistel-Samenkorn befinden sich mehrere Embryonen, aus denen bei geeigneten Bedingungen neue Pflanzen heranwachsen können. Ein Keimstängel (das sogenannte „Hypokotyl“) bahnt sich seinen Weg zur Rinde des Wirtsbaumes und schmiegt sich in Form einer Saugscheibe an sie. Enzyme lösen die Rinde auf und anschließend entsteht durch Zellteilung ein Keil, der tief in das Gehölz des Wirts eindringt. Bis die Nährstoff- und Wasser-transportierenden Leitungsbahnen (das „Xylem“) der Wirtspflanze erreicht werden, vergeht ungefähr ein Jahr. Ist dieser Prozess abgeschlossen, bildet die Mistel das erste Blattpaar aus.

Abgestorbener Apfelbaum mit Mistelbefall. Solange der Baum noch lebt, ernährt sich die Mistel von ihm. Sie stirbt erst mit ihm zusammen und wird gelb, weil es dann auch für sie kein Wasser und keine Nährstoffe mehr gibt

Was man tun kann: Baumpflege – und zwar sofort!

Entgegen einem weitläufigen Irrglauben steht die Laubholzmistel NICHT unter Naturschutz (siehe auch: NABU Bundesfachausschuss Streuobst – Misteln in Streuobstbeständen) und darf somit entfernt werden. Um die betroffenen Bäume zu schützen und im schlimmsten Falle sogar vor dem frühzeitigen Tod zu bewahren, ist diese Art der Baumpflege sogar notwendig. Ganze Streuobstbestände – Heimat tausender Tier-, Pilz- und Pflanzenarten und eine der artenreichsten Formen von Ökosystemen in Mitteleuropa – sind bedroht, besonders in Mittel- und Süddeutschland.

Ein von Misteln stark bewachsener Baum benötigt Hilfe. Besonders, um in den zunehmend sehr trockenen Sommermonaten keiner lebensgefährlichen Doppel-Belastung ausgesetzt zu sein.

 

Regelmäßige Pflege ist einfach

Glücklicherweise wachsen Misteln nur langsam und lassen sich gut entfernen. Das macht die regelmäßige Pflege von betroffenen Bäumen deutlich einfacher. Jedes Jahr vergabelt sich ein Mistelzweig nur einmal, sodass man das Alter direkt an der Pflanze ablesen kann. Ein großer Mistelbusch zeigt also, dass die Pflege am jeweiligen Baum bereits über mehrere Jahre, oder sogar Jahrzehnte, ausblieb. Denn die Mistel kann bis zu 70 Jahre alt werden. Sie begleitet einen Wirt sozusagen regelrecht für sein ganzes Leben, wird dabei immer größer und zieht immer mehr Säfte aus dessen Körper – solange sie nicht entfernt wird oder die Wirtspflanze stirbt.

Klimaschutz als wichtiger Faktor

Es wird vermutet, dass die Klimaerwärmung die Ausbreitung der Mistel begünstigt. Das Gleiche gilt für die Vogelarten, die ihre Samen verteilen. Außerdem sind viele Baumarten durch zunehmend trockene Hitzesommer allgemein geschwächt und anfälliger für Parasiten. Ein prominentes Beispiel hierfür in Deutschland ist der Borkenkäfer, der sich immer in Trockenphasen ausbreitet und Lärchen- und Fichtenbestände zerstört. Der Schutz unseres Klimas wirkt sich daher unmittelbar positiv auf den Schutz verschiedener Lebewesen vor Schädlingsbefall aus.

Entfernung einer Laubholzmistel: Kleine Zweige können sehr leicht abgebrochen werden. Dickere Stämme der Mistel werden bündig am befallenen Baum abgesägt. Achtung: die Rinde des Baumes darf dabei nicht beschädigt werden. Die optimale Jahreszeit für die Mistelentfernung ist im Spätwinter bis zum zeitigen Frühjahr
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Pflanzen und befreien! Doppelter
Einsatz am letzten Tag der Saison

Für die letzte Pflanzung der Saison hat es uns an den äußersten südlichen Rand der Stadt gezogen. Bei der AGRAR GmbH in Randau-Calenberge war das Ziel, 650 Bäume und Sträucher in die Erde zu bringen. Das Wetter meinte es diesmal nicht ganz so gut mit uns, am Vortag hatte es noch geschneit. Auch wenn der Schnee schnell wieder verschwunden war, die Temperaturen waren immer noch im Keller, dazu gab es einen leichten Wind. Dies schreckte glücklicherweise aber keinen ab, mit anzupacken. 

Vor Beginn der eigentlichen Pflanzung mussten wir noch ein paar Fichten, die nicht mehr vital waren, entfernen. 

Wir haben uns gefreut, dass wieder so viele Helferinnen und Helfer mit gepflanzt haben! Mit über 30 Aktiven haben wir, nach den vorbereitenden Maßnahmen, in zwei Stunden alle geplanten 650 Bäume und Sträucher in die Erde gebracht. Bei den ersten Löchern dachten wir erst noch: Oh je, das wird eine steinige Angelegenheit! – Dies war aber zum Glück nur am Anfang der Fall, dann ging es richtig flott.

Sebastian Prells, Geschäftsführer der AGRAR GmbH, war selbstverständlich persönlich vor Ort und half mit. Er unterstützt die Idee von Otto pflanzt!, für jeden Einwohner und jede Einwohnerin Magdeburgs einen Baum zu pflanzen, und stellte deshalb die Fläche zur Verfügung. Natürlich hat sich die Firma, wie alle Flächeneigentümer, dazu verpflichtet, die Pflege der Pflanzen zu übernehmen.

"Das Projekt ist für uns eine Win-Win-Situation! Die Fichten, die auf der Fläche vorher standen, sind leider aufgrund der Tockenheit eingegangen. Wir werden mit Freischneidern die Neupflanzungen von Unkraut befreien und mit dem Schlauch regelmäßig gießen."

Sebastian Prells, Geschäftsführer der AGRAR GmbH

Parallel dazu der zweite Einsatz an diesem Tag: 300 Meter Luftlinie entfernt, am Greifenwerder, haben wir städtische Obstbäume von den Misteln befreit. Wie das geht, erklären wir Euch hier. Jedenfalls sind Misteln für Bäume der Horror.

Günther Kräuter, der Ortschaftsbürgermeister, hatte sich an uns gewendet und angefragt, ob wir unterstützen können, denn die schönen Obstbäume waren voll von den Misteln und würden das Jahr nicht überstehen, wenn die Bäume nicht endlich befreit würden. Wir haben nach Beratung im Team und der Zusage von Experten umgehend zugesagt.

Für die Aktion stand uns sogar der Baumsachverständige Hartmut Beyer zur Verfügung. Gemeinsam mit unserem Ehrenmitglied und Pflanzenexperten Uwe Truckenmüller  und Silke Beyme leitete er die Freiwilligen an. Dabei hatte die Arbeitssicherheit natürlich oberste Priorität! Es wurde mit Leitern gearbeitet, die einen größeren Fuß haben oder mit Spitzen fest im Boden verankert werden. Von unten hat dann noch jeweils eine Person die Leiter festgehalten. So konnte nichts schiefgehen.

Der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (zuständig für städtische Grünanlagen) hatte für den Einsatz zwei Container bereitgestellt, um das Schnittgut abzutransportieren. Diese waren, dank der vielen fleißigen Hände, im Nu gefüllt. 67 Bäume haben wir so von den Misteln befreit – und damit gerettet!

Jedenfalls haben wir uns sehr gefreut, dass bei dem Doppeleinsatz insgesamt rund 50 Helferinnen und Helfer mit angepackt haben.

Hartmut Beyer zeigt, wie es geht

Ein großes Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, die heute beim Befreien der Misteln auf den Obstbäumen mitgewirkt haben. Ich freue mich sehr, dass das Team so viele Bäume bearbeitet hat.

Günther Kräuter, Ortschaftsbürgermeister von Randau-Calenberge

Die Mittagsverpflegung hat diesmal die ALEXMENÜ GmbH & Co. KG in Unterstützung mit der Freiwilligen Feuerwehr übernommen – ganz lieben Dankl dafür! Außerdem gab es auch diesmal wieder leckeren selbstgemachen Kuchen, sowie Limo und Punsch von der Firma Voelkel für alle Beteiligten. 

Wir bedanken uns bei allen, die uns mit ihrer Tatkraft, mit Spenden oder mit Verpflegung unterstützt haben und freuen uns schon auf die nächsten gemeinsamen Einsätze! Dies war die letzte Pflanzung der Saison, denn nun ist April, die Bäume schlagen aus und die Pflanzsaison ist vorbei. Mit den nächsten Pflanzungen starten wir dann wieder im November.

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Otto pflanzt!   ganz rasch – bei Rasch!
640 Bäume in zwei Stunden

Hendrik zeichnet die Pflanzpunkte ein
Julia Brandt und Jens Rösler (beide SPD) packen mit an
Das ging ja wirklich rasch bei Rasch! Samstag (19. März 2022) unser vorletzter Einsatz der Pflanzsaison. Aufgabe: einmal rund um das Firmengelände der Rasch Reinigung GmbH Bäume und Sträucher pflanzen. Insgesamt 640 Pflanzen – nicht so ganz wenig. Aber: Über 40 Helferinnen und Helfer waren zum Klosterkamp in Rothensee gekommen!
Und dann ging es los: Ein paar Leute markierten mit Bio-Spray die Pflanzpunkte, eine Garnison folgte mit Spaten und buddelte in einem Wahnsinnstempo. Machte  auch Spaß, nicht nur wegen des Super-Wetters: Firmen-Chef Matthias Rasch hatte die Fläche optimal vorbereiten lassen, alte Wurzeln entfernt, guten Boden aufgetragen. (Anmerkung: Pflanzungen in Gewerbegebieten sind normalerweise recht tückisch, weil dort oft Abriss-Trümmer, manchmal aus Kriegszeiten, unter der Erde liegen und man dann mit dem Spaten kaum reinkommt.)
 
Wieder durften wir einen OB-Kandidaten begrüßen. Jens Rösler (SPD) hat inzwischen zum dritten Mal persönlich mit angepackt! Das macht ihm offenbar Freude, denn er versprach uns: 
„Wenn im Herbst die nächste Pflanzsaison startet, bin ich gerne wieder mit dabei!“ – „Lieber Herr Rösler, gerne nehmen wir Sie beim Wort – ganz egal, wie die Wahl ausgeht!“
 
Sagenhaft: In rund zwei Stunden waren alle Bäume und Sträucher im Boden!
 
Wie kamen wir darauf, bei dieser Firma zu pflanzen? Wieder mal hatte unser Pflanzen-Experte Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme den Kontakt hergestellt, er kennt Firmenchef Matthias Rasch seit langem persönlich. Rasch:
„Ich fand die Idee gut. Die Flächen rund um das Gelände waren vorher ja auch ein wenig verwahrlost, da passte das doch gut. Zumal ich als Imker persönlich auch sehr verbunden bin mit der Natur.“
Aus diesem Grund bekommt Rasch auch noch eine Fläche mit Bienenweide eingesät.
 
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – Mittagspause!
Chef Matthias persönlich stellte sich vor den riesigen Firmengrill – ein Relikt aus DDR-Zeiten – und wendete fleißig Würstchen, Fleisch-Kroketten, aber auch vegetarische Sachen wie panierten Käse.
Wie immer gab es dazu erfrischende Bio-Limo von Voelkel.
 
In zwei Wochen dann unsere letzte Pflanzung dieser Saison, bei einem Agrarbetrieb in Randau – da suchen wir noch  Helferinnen und Helfer!
 
Mit den Pflanzungen geht’s im November weiter. Bis dahin werden wir aber nicht untätig sein – schließlich sind wir immer auf Flächen -Akquise. Soll heißen: Wir freuen uns, wenn sich weitere Firmen oder gern auch Privatpersonen  bei uns melden, die dem Beispiel von Matthias Rasch oder Familie Otto folgen möchten. Allerdings, wie immer gilt: Wir machen keine Ausgleichspflanzungen.
 
Unsere Pflanzen in der Oebisfelder Str. (für die wir die Pflege übernommen haben), werden wir über den Sommer natürlich auch nicht vergessen – die werden fleißig gegossen!
Immer wieder neue Gesichter packen mit an
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Otto pflanzt! bei Otto

... und wieder waren zwei Promis mit dabei!

Sonntagmorgen, Mitte März. Die Sonne meint es mal wieder gut mit uns. Wir, eine Gruppe aus dem Organisationsteam, hat sich im Garten von Familie Otto eingefunden. Das heutige Ziel – 240 Bäume und Sträucher in die Erde bringen. Das klingt überschaubar, aber doch leistet es einen Beitrag zu unserem großen Ziel einen Baum für jede Magdeburgerin und jeden Magdeburger zu pflanzen.  Damit sind wir  wieder ein Tausendstel näher an unserem Ziel.

 Doch wie war es zu der Pflanzung gekommen?

Im letzten Jahr am 23. September stellte Dr. Michael Bilharz vom Verein 3 fürs Klima die Klimawette vor und forderte die Stadt heraus, CO2 einzusparen. Der Beigeordnete Holger Platz nahm – als Vertreter der Stadt – die Wette an. Die Wetter verlor die Stadt übrigens leider. Als Wetteinsatz hat Holger Platz uns zugesagt, einen Arbeitseinsatz bei uns zu absolvieren. Da Wettschulden Ehrenschulden sind, gehen wir fest davon aus, dass er dies bei einer der kommenden Pflanzungen einlösen wird. 

Bei der Veranstaltung waren unter anderem Familie Otto und ein Vertreter von Otto pflanzt! dabei und wir tauschten uns etwas aus. Wenig später meldete sich Dr. Elke Otto bei uns mit der Nachricht, sie hätten ein Grundstück zur Bepflanzung zur Verfügung. Nach dem Vor-Ort-Termin war klar, wir bepflanzen das große neu erworbene Gartengrundstück von Familie Otto. 

 Toll: Neben dem Team waren zwei Spitzenkanidaten für die anstehende Oberbürgermeister-Wahl, Tobias Krull (CDU) und Jens Rösler (SPD), mit dabei. Wir haben uns sehr gefreut, dass die beiden Politiker schon zum wiederholten Mal bei den Pflanzungen mit angepackt haben. Es stimmt uns hoffnungsvoll, dass der zukünftige Oberbürgermeister oder die zukünftige Oberbürgermeisterin (Simone Borris, hat bei der Pflanzung im Dezember bei Humanas mit gepflanzt) das Grün der Landeshauptstadt am Herzen liegt. 

  Ihr werdet euch sicher wundern, warum wir auch Hochstämme gepflanzt haben. Unser Konzept sieht doch eigentlich vor, Heister, also Kniehohe Bäumchen zu pflanzen. Das ist richtig, aber das war ein Wunsch von Familie Otto, und sie trägt auch die Kosten. Unser Experte Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme hat somit nicht nur die Heister und Sträucher in einer regionalen Baumschule für die Pflanzung bestellt, sondern zusätzlich eine Stieleiche und drei Rotbuchen. Diese haben wir wieder an einem Pfahl angebunden, damit sie vor Wind geschützt sind. (Wie das geht, hatten wir mal hier beschrieben.)

Carina packt mit voller Kraft an
Carina packt mit voller Kraft an
Hartwig zeichnet die Pflanzpunkte ein
Hartwig zeichnet die Pflanzpunkte ein

"Wir haben das Grundstück im letzten Jahr gekauft. Jetzt sind wir dabei, das Haus zu renovieren. Beides schaffen wir nicht, aber der Klimawandel wartet nicht. Und das Gefühl, der drohenden Klimakatasthrophe macht leicht ohnmächtig. Deswegen haben wir uns an Otto pflanzt! gewendet. Es ist für beide Seiten gut. Otto pflanzt! weiß, dass wir uns um die Pflanzen kümmern - wir hatten Hilfe beim Einpflanzen - es ist ein großartiges gemeinsames Projekt. Es ist eine gute Initiative gegen den Klimawandel und den Verlust der Biodiversität."

Flächeneigentümerin Dr. Elke Otto berichtet am Rande der Pflanzung

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Familie Otto unserem großen Ziel ein Tausendstel näher gekommen sind und bedanken uns an der Stelle bei Domino’s Pizza, von wo wir wieder gratis mit leckeren Pizzen versorgt wurden, und bei der Firma Voelkel für die leckere,  erfrischende Limo. Insbesondere danken wir allen Helferinnen und Helfern für die Einsatzbereitschaft am Sonntagmorgen. 

Gruppenbild mit Hund (der von Uwe) - hier ist der harte Kern, der bis zum Schluss dabei war
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Pflanzung auf dem historischen Industriepark in Buckau

Viele Hände - schnelles Ende! Fast 40 Leute haben angepackt.
Die Sonne lacht - alle Helferinnen und Helfer sind fleißig dabei
Wenn Otto pflanzt! im Einsatz ist, meint es das Wetter meistens gut! So war’s auch am vergangenen Samstag: Die Sonne blinzelte zwischen einzelnen Wölkchen durch und sorgte für gute Laune, die Kälte störte nicht – im Gegenteil: Durch den Einsatz von Spaten (und gelegentlich Spitzhacken) wurde uns schnell warm:
Pflanzeinsatz auf dem Gelände des historischen Industrieparks in Buckau, hier ist der SKET Industriepark ansässig. Jeder Magdeburger verbindet damit Schwermaschienenbau. Die AW Management GmbH & Co. KG ließ uns dort zwei Flächen mit insgesamt etwa 500 Quadratmetern bepflanzen. Rund 500 Bäume und Sträucher kamen in die Erde: Stieleiche, Vogelkirsche, Vogelbeere, Mispel, Wildapfel und Wildbirne …
 
Toll: Über 30 Helferinnen und Helfer jeden Alterns waren zu dem Einsatz gekommen: Blitzschnell hatten wir die Pflanzpunkte ausgemessen, angezeichnet – und los ging die Buddelei. Besonders gefreut haben wir uns, dass der CDU OB Kandidat Tobias Krull mit vollem Körpereinsatz wieder mit dabei war! 
Start war um kurz vor zehn, um 11.20 Uhr war bereits alles fertig – der Boden war

"Immer mehr Unternehmen wollen umweltbewusst wirtschaften. Dazu gehört auch die AW Management GmbH & Co. KG.  Die Unternehmen, die auf unserem Gelände Mieter sind, produzieren für die Green Industrie. Da war es für uns mit logisch, dass wir Otto pflanzt! unterstützen und die freien Flächen für die Initiative zur Verfügung stellen." 

Ein verantwortlicher Mitarbeiter der SKET Industrie Park GmbH
vorbereitet, und das Graben an den meisten Stellen einfach. Nur an einer Seite der Fläche mussten wir Steine ausbuddeln, die wurden zu einem Haufen für Reptilien aufgestapelt.
 
Dann konnte sich die Gruppe stärken: Die AManagement GmbH & Co. KG hatte für belegte Brötchen und heißen Kaffee gesorgt, wir hatten wieder leckeren Kuchen gebacken und von Voelkel gab es Limo zur Erfrischung und Punsch.
 Der Kontakt zu der Firma war über unseren Pflanzen-Experten Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme zustande gekommen, er pflegt zur Zeit die Außenanlagen der SKET Industriepark GmbH.
 
Wenn  die Baumaßnahmen auf dem Gelände beendet sind, können wir dort voraussichtlich noch eine weitere Fläche im SKET-Industriepark bepflanzen.
Alles wird im Bild festgehalten
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240 wertvolle Pflanzen
für die Villa Wertvoll!

Und los geht's! Eine fröhliche Truppe aus Helferinnen und Helfern von der Villa Wertvoll und Otto pflanzt! startet mit der Arbeit (Foto: Julia Kissmann)
Sophie packte fleißig mit an - und hatte viel Freude dabei
Eine relativ kleine, aber sehr feine Pflanzung hatten wir im Februar auf dem Grundstück der „Villa Wertvoll“: Das ist eine gemeinnützige GmbH, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung ihrer kreativen Fähigkeiten professionell zu unterstützen – insbesondere in den Bereichen Theater, Breakdance, Film, Musik und Tonstudio. Ziel ist, dass die jungen Menschen Wertschätzung erfahren. Es gibt viele tolle Angebote, die dazu zudem für die Kinder und Jugendlichen kostenlos sind.
 
So rückten wir an einem Donnerstagmorgen mit ein paar Helfern und unserem Experten Uwe an der Mittagstraße 15a an, wo wir tatkräftig von einer Gruppe Jugendlicher unterstützt wurden. Ein wenig abweichend von unserem sonstigen Programm, kamen neben Stieleichen, Heckenkirschen, Hartriegel u. an. auch Obstgehölze in die Erde – fünf Apfelbäume und eine ganze Reihe verschiedener Beerensträucher: So können die Kids und Teens im Herbst draußen auch mal schnell ein paar Vitamine naschen! Insgesamt fanden 240 Bäume und Sträucher hier eine neue, wunderschöne  Heimat!
Fünf Apfelbäume und eine ganze Reihe Beerensträucher sollen für Nascherei sorgen
Obstbäume müssen angebunden werden - unser Experte Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme schlägt die Pfähle ein, Doreen hält derweil das Bäumchen fest
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Otto pflanzt!  macht Schule: Jaaa, wir
haben unseren Baum eingepflanzt!

Geschafft - alle Bäume eingepflanzt! Als Dankeschön bekamen alle Kinder eine Teilnahme-Urkunde

Dienstag, 8. Februar, 7.20 Uhr, Grundschule Stadtfeld. Es ist gerade hell geworden, als wir das Treppenhaus zur 3. Etage hochsteigen. Oben fliegt schon die Tür auf, ein Pulk von Viertklässlern stürmt den Flur – und sieht uns: „Hallo, Babett!“, „Hallo, Hendrik!“ – Sie haben uns erkannt, naja, sie wussten ja, dass wir kommen …

Otto pflanzt!“ macht Schule, heute der zweite Teil. Am 25. November 2021 hatten wir die Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal besucht und unseren Verein Otto pflanzt! e.V. vorgestellt, hatten erzählt, wie wichtig Bäume für unser Klima sind, wie sie helfen, das CO2 zu kompensieren, was unsere Heizungen, Autos und Flugzeuge in die Luft blasen. Am Ende der Doppelstunde hatte jedes Kind ein Bäumchen gepflanzt – in einen Blumentopf.

Heute ist der Tag, an dem die Kinder ihre Bäume auspflanzen.

Über die Winterferien hatten die Bäume zu Hause bei den Kindern verbracht. Nund bringen die Kinder sie auf den Schulhof. Wir laden die Eichen, Ebereschen und Kornelkirschen in unsere Autos und fahren los. Die Kinder mit ihrer Vertretungs-Lehrerin Karolin Steller nehmen den Bus. Treffpunkt: Wellener Weg (Diesdorf). Eine Fläche, auf der Otto pflanzt! bereits im Herbst Bäume gepflanzt und schon Löcher gegraben hatte für die Kinder-Bäume.

Unser „Einsatzwagen“ ist vollgepackt: Handschaufeln, Handschuhe, Wasser zum Angießen, ein Bottich zum Händewaschen, Handtücher – alles da. Wir öffnen den Wildschutz-Zaun und verteilen die Bäume schon mal an die Löcher, dann kommen die Kinder – ganz aufgeregt. Kurze Anweisung: Ihr bildet Zweiergruppen, der eine hält das Bäumchen, die andere buddelt das Loch zu. Dann bitte die Erde schön fest mit den Füßen andrücken!

Die Kinder wuseln aufs Feld, los geht’s. „Babett, ist das so richtig?“, fragt ein Mädchen, Babett schaut nach und nickt. „Hendrik, ich kriege den Baum nicht aus dem Topf“, ärgert sich ein Junge. – „Moment, die Erde ist sehr trocken, wir machen sie etwas nass, dann geht’s.“

Keine Stunde, dann sind alle Bäumchen an ihrem Bestimmungsplatz eingepflanzt. Auch die, deren Kinder an diesem Tag krank sind – sie haben Freundinnen und Freunde beauftragt, ihre Pflanzung zu übernehmen. Mit einer Gießkanne werden die jungen Pflanzen angegossen, dann binden die Kinder ein kleines, wasserfestes Etikett an das Stämmchen: Dieser Baum wurde gepflanzt von …
Zum Schluss, das darf nicht fehlen!, erhält jedes Kind eine Urkunde.

Und – hat es Spaß gemacht? – „Jaaa! Klaaar!“

gruppen
In Zweiergruppen pflanzen die Kinder ihre Bäume - die vorbereiteten Löcher haben wir mit roter Öko-Farbe markiert
Die Schultschen liegen am Zaun - es geht los!
Mit Handschuhen oder Schaufel geht es zur Sache
Zum Abschluss wird jeder Baum gewässert
Jeder Baum hat ein Schildchen, hier von Clara
So sahen die Urkunden aus (den Nachnamen haben wir hier entfernt)
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Pflanzsaison 2021/2022: Wir
sind noch nicht ganz fertig!

Wurzeln wollen in die Erde: Bis Saisonende pflanzen wir noch Hunderte Bäume und Sträucher! (Archivbild von der Fläche Oebisfelder Straße)

Das Jahr 2021 ist Geschichte – aber unsere Pflanzsaison noch nicht! Bis März – also in der Zeit, bevor die Bäume wieder im Laub stehen – geht es weiter! Ein paar Flächen warten noch auf neue Bäume und Sträucher. Für (mindestens) zwei Pflanzungen suchen wir noch helfende Hände. Und das ist unser Plan:

Donnerstag, 24. Februar

Wir bepflanzen das Gelände der Villa Wertvoll an der Mittagstraße mit ein paar Obst- und anderen Bäumen und vielen Sträuchern. Hier helfen uns die Kinder und Jugendlichen bei der Pflanzung.

Samstag, 5. März (Hilfe willkommen)

Eine große Aktion auf der Fläche der SKET Industriepark GmbH an der Schilfbreite. Hier kommen insgesamt etwa 500 Pflanzen in die Erde. Und ja – hier freuen wir uns noch über Hilfe! Wir möchten mit ca. 20 bis 25 Leuten antreten. Wer mitbuddeln möchte – bitte
hier anmelden.

Samstag, 12. März

Hier unterstützt Otto pflanzt! e. V. den Herrenkrug-Marathon (VLG 1991 MAGDEBURG E.V.) bei einer Pflanzung auf dem Gelände vom Rennverein mit Material.

Sonntag, 13. März

An diesem Tag geht es um eine Pflanzung in Salbke. Hier stellt eine Familie ihren großen Garten zur Verfügung. Als Gast (und Helfer) erwarten wir – mit etwas Glück – Magdeburgs SPD-Fraktionschef und OB-Kandidaten Jens Rösler.
Info: Dieser Termin war ursprünglich für den 19. Februar vorgesehen gewesen und musste verschoben werden, da Pflanzen nicht rechtzeitig geliefert werden konnten.

Samstag, 19. März (Hilfe willkommen)

Wir bepflanzen die tristen Randstreifen auf dem Gelände der Rasch Reinigung GmbH am Klosterkamp 1 (Seitenstraße der Saalestraße, bei Portola) und hier freuen wir uns wieder über tatkräftige Unterstützung von Euch, denn es geht um ein neues Leben für über 600 Pflanzen! Buddelt mit – aber gebt uns vorab ebenfalls bitte hier Bescheid.

Samstag, 26. März

Da haben wir eine unbestätigte Pflanzung auf dem Zettel. Hier geht es um ein großes Gelände im Bereich Herrenkrug – 80 Bäume und 570 Sträucher! Doch da das (verpachtete) Grundstück der Stadt Magdeburg gehört, muss diese ihr Okay für die Pflanzung geben. Darauf warten wir momentan noch. Auch hier könnten wir Unterstützung gut gebrauchen, bei Freigabe geben wir das sofort bekannt.

Samstag, 2. April (Hilfe willkommen)

Optimistischer sind wir bei der letzten geplanten Aktion der Saison: Auf der Firmen-Fläche der Agrar GmbH (Prinzenwiese 1, 39114 Magdeburg) im Süden der Stadt möchten wir auf etwa 700 Quadratmetern 40 Bäume und rund 540 Sträucher pflanzen.

Zusätzlich wollen wir Baumflegemaßnahmen betreiben. Dazu werden wir unter Anleitung bei dem Ausbrechen und Ausschneiden der Misteln behilflich sein. 

Alle Pflanzungen gehen um 10 Uhr los.

Wer zur Pflanzung kommt: Bitte bringt Euch Handschuhe mit und, wenn Ihr habt, einen Spaten (ein paar Spaten können wir auch ausleihen). Essen und Getränke organisieren wir! 

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Parmis rezensiert ein Buch über Bäume

So lernen Kinder, die Natur zu schätzen

Die siebenjährige Parmis ist begeistern von ihrem Buch "Bäume"
Diese Rezension schrieb Parmis für Otto pflanzt!

Wir können nur schützen, was wir kennen! Deshalb ist es immer eine gute Idee, unsere Kinder schon früh für das Thema Naturschutz zu interessieren. Unsere Vereinskollegin Birgit hatte deshalb ihrer kleinen Freundin Parmis (7) vor einigen Wochen das Buch „Bäume“ von Jen Green mit den wunderschönen Illustrationen von Claire McElfatrick geschenkt.

Ein Buch, das den Baum von den Wurzeln bis zur Krone kindgerecht erklärt, ihn als Lebensraum für Tiere zeigt und seinen Wert für Klima und Ökosystem darstellt.

Jetzt wollte Birgit wissen, wie das Buch dem Mädchen gefallen hat und bat: „Magst du uns für Otto pflanzt! vielleicht eine Rezension schreiben?“ Parmis mochte! Und hier ist ihre Rezension:

„Das Buch ist von Jen Green. In diesem Buch habe ich über die geheime Welt der Bäume erfahren. Zum Beispiel habe ich 52 Bäume auf der Erde kennengelernt, verschiedene Baumarten, z. B. Akazie, Esche … Ich finde das Buch spannend, weil es schön und interessant ist, die Erntezeit hat mir gut gefallen.

Im Essen könnte es Palmöl enthalten, aber um Platz für die Ölpalmen zu schaffen, werden Regenwälder zerstört. Wenn du die Regenwälder schützen willst, solltest du darauf achten, dass dein Essen möglichst kein Palmöl enthält.“

Wir sagen: Danke schön, Paris, für die tolle Rezension! Vielleicht führt dies dazu, dass auch andere Kinder Bücher über Bäume lesen, Bäume schützen helfen und einen Beitrag leisten, dass unsere Welt noch lange schön bleibt. Wir meinen: Verwandte und Bekannte sollten den Kindern viel öfter Bücher über Bäume schenken!

Wir können nur schützen, was wir kennen! Deshalb ist es immer eine gute Idee, unsere Kinder schon früh für das Thema Naturschutz zu interessieren. Unsere Vereinskollegin Birgit hatte deshalb ihrer kleinen Freundin Parmis (7) vor einigen Wochen das Buch „Bäume“ von Jen Green mit den wunderschönen Illustrationen von Claire McElfatrick geschenkt.

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Danke an alle Beteiligten – ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende

Wir wollen zwischen den Jahren mal auf Erreichtes zurückblicken und Danke an alle Beteiligten sagen.

Das Jahr startete bei uns mit der Vereinsgründung am 20.01.2021 und damit der Sprung in die Selbständigkeit.

Im März 2021 brachten wir über 1300 Bäume und Sträucher auf einem Garagenhof in der Buschfeldstraße und einem Spielplatz am Heinrich-Mundlos-Ring in den Boden.

Nachdem der Alt-OB Dr. Willi Polte sich bei uns gemeldet hatte und uns unterstützen wollte, hatten wir ihn kurzerhand, nachdem wir ein paar Gespräche geführt hatten, am 29.04.2021 zu unserem Schirmherrn und Ehrenmitglied ernannt.

Mitte Mai gab es dann die erste symbolische Pflanzung im Rahmen der Aktion „Blau-Weiß verwurzelt“ vor der MDCC-Arena. Dies war eine Kooperation zwischen dem 1. FCM, den Wirtschaftspartnern des Clubs und uns. Es wurden dort zwei hochstämmige Bäume gepflanzt.

Um die Bewässerung sicherzustellen, ließen wir im Juni 2021 einem Brunnen auf der Oebisfelder Straße bohren. Insgesamt haben wir in diesem Kalenderjahr an vier Arbeitseinsätzen dafür gesorgt, dass die Pflanzen, welche wir gepflanzt haben, mit ausreichend Wasser versorgt wurden. Dank des lehmhaltigen Bodens, welcher hervorragend Wasser speichert, waren mehr Einsätze zum Glück nicht nötig.

Seit dem 15.07.2021 sind wir Gründungsmitglied des Klimabündnisses in Magdeburg. Gemeinsam mit vielen anderen Initiativen, Vereinen und Organisationen wollen wir mit der Kommunalpolitik und der Verwaltung im Dialog für eine ökologischere Landeshauptstadt eintreten. Nur gemeinsam können wir das Ziel der Klimaneutralität erreichen.

Im August 2021 schlossen wir unter dem Motto: „Einmal piksen, zweimal helfen“ eine Kooperation mit der Blutbank der Universitätsklinik Magdeburg. Seitdem ist es möglich, die Aufwandsentschädigung, welche man für die Blutspende erhält, an Otto pflanzt! zu spenden. Dies sichert uns viele Spenden und macht uns noch bekannter!

Fünf Pflanzungen an fünf Wochenenden – eine enorme Anstrengung, aber wir haben es mit viel Unterstützung geschafft!

Am ersten Novembersonntag ging es mit der Pflanzung an der MDCC-Arena los. Es folgten an den darauffolgenden Samstagen Pflanzungen am Wellener Weg und dem Elbweg 1 und bei den Magdeburger Mühlenwerken und dem Humanas Wohnpark in der Hans-Grande-Straße. Die besonderen Geschichten zu den Pflanzungen findet ihr jeweils auf unserer Seite unter aktuelles und wenn ihr die jeweilige Pflanzung anklickt.

Ohne Werkzeug geht nix, deswegen ein großes Dankeschön an die Hornbach-, Toom- und Bauhausmärkte, dass Sie uns Kreuzhacken, Spaten, Handschuhe, Tische und Schubkarren gespendet haben. Diese haben uns treue Dienste bei den Pflanzungen geleistet und werden im Frühjahr wieder zum Einsatz kommen!

Nach dem Motto „Ohne Mampf kein Kampf“ wurden die fleißigen Helfer bei jeder Pflanzung mit leckerem und frischem Essen versorgt. Gleich zweimal gab es von unseren Partnern SUSHI Freunde und Domino`s Pizza Sushi bzw. Pizza für die ganze Mannschaft. Damit für jeden Geschmack etwas dabei war, haben sie jeweils eine Auswahl quer durch die Speisekarte für uns zusammengestellt. Das sorgte dafür, dass jeder sich stärken konnte. Im Elbweg freuten wir uns über leckere Burger von Beat Bürger.

Bei allen Pflanzungen gab es köstliche Limonaden und Punsch von Voelkel. Auch darüber haben wir uns sehr gefreut! Dazu der Geschäftsführer von Voelkel, Stefan Voelkel:

„Wirklich nachhaltiger Umweltschutz muss vor der Haustür beginnen. Darum sind lokale Baumpflanzaktionen wie die vom „Otto pflanzt! e.V.“ genau das Richtige. Sie helfen Insekten und Vögeln und schaffen gleichzeitig bei Menschen das Bewusstsein für die Themen Klimawandel und Bedrohung der Biodiversität. Das unterstützen wir gern finanziell, ich freue mich aber besonders darauf, demnächst einmal mit unserem neuen Voelkel Pflanz-Mobil in Magdeburg vorbeizukommen und persönlich Bäume zu pflanzen.“

Am 25.11.2021 fand die Verleihung des Umweltpreises der Landeshauptstadt Magdeburg im Gesellschaftshaus an der Schönebecker Straße statt. Wir durften uns freuen, in der Kategorie „Jugend und Private“ den ersten Preis überreicht zu bekommen. Diese Ehre gebührt allen, die dazu beigetragen haben!

Um das Umweltbewusstsein bei den Jüngsten zu wecken, startete am 02.12.2021 das Projekt Otto pflanzt! macht Schule“: An der Grundschule Stadtfeld (Albert-Vater-Straße) erklärten Babett und Hendrik, was Otto pflanzt! macht, was es mit dem Klimawandel auf sich hat und wie Bäume gegensteuern können. Die Doppelstunde kam bei den Kindern super an! Im Februar werden die Grundschüler dann die in der Stunde eingetopften Bäume in die Erde bringen. Wir hoffen auf eine Fortsetzung des Projektes „Otto pflanzt! macht Schule“!

Mit der letzten Pflanzung am 4. Dezember rund um den Humanas-Wohnpark an der Hans-Grade-Straße beendeten wir die Pflanzsaison 2021 und haben damit fast 7000 Bäume und Sträucher in die Magdeburger Erde gebracht. Dabei freuten wir uns über viel Prominenz: Es kamen René Wölfer, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, und Renate Höppner, Witwe des 2014 verstorbenen Ex-Ministerpräsidenten Reinhard Höppner sowie unser Schirmherr Alt-OB Dr. Willi Polte. Sie kamen nicht einfach so, sie hatten für uns den Pokal und die Urkunde für den 2. Platz zum Reinhard-Höppner-Engagementpreis im Gepäck.

Tatkräftig packten bei der letzten Pflanzung in diesem Jahr auch die aktuellen OB-Kandidaten Simone Borris (parteilos) und Tobias Krull (CDU) mit an. Jens Rösler (SPD) hatte bereits bei der Pflanzung am 7. November aktiv mitgemacht.

Ein besonderer Dank geht – last but not least – an alle fleißigen Helferinnen und Helfer, die zusammen mit uns die mittlerweile knapp 7000 Pflanzen in die Erde gebracht haben!

Sushi und selbstgerechten Kuchen
die Beat Bürger schmecken lecker...
Pizza und Punsch zur Stärkung
Viele Spaten, viele Hände - schnelles Ende
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Aktuelles Allgemein

Reinhard-Höppner-Engagementpreis
Otto pflanzt!  erreicht den 2. Platz!

Steffen, Felix, Renate Höppner und Schirmherr, sowie Alt-OB Willi Polte

Wir sind so happy, wir sind so dankbar – denn unsere Idee trägt Früchte!

Im vergangenen Jahr „Magdeburger des Jahres“ (2. Platz), vor Kurzem 1. Platz beim Umwelt-Preis der Stadt Magdeburg (Kategorie Private) und jetzt – die besonders schöne Botschaft: Wir haben beim Reinhard-Höppner-Engagementpreis den 2. Platz gewonnen. Darüber sind wir glücklich, dafür sagen wir danke!

Gegründet als Bürgerinitiative im November 2019, folgte im Dezember das erste Gespräch mit der Stadtverwaltung. Im Sommer 2020 sind wir dann in die Öffentlichkeit gegangen. Mit einer Crowdfunding-Kampagne haben wir die ersten Spenden eingesammelt. Das alles war Verwaltung, das alles war Vorspiel – doch dann ging es los:

Am 14. November 2020 haben wir dann endlich die erste Fläche bepflanzt. Eine ca. 8000 Quadratmeter große Fläche an der Oebisfelder Straße in Magdeburg-Rothensee. Das war riesig für uns – aber es hat geklappt. Im Frühjahr 2021 haben wir dann zwei weitere Flächen bepflanzt. Davon ermutigt, haben wir uns auf eigene Füße gestellt und sind von einer Bürgerinitiative, anfangs vom BUND Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. und dann vom  Klimabonus e.V. unterstützt, zum eigenen gemeinnützigen Verein geworden und haben inzwischen über 40 aktive Vereinsmitglieder.

Im November und Dezember dieses Jahres durften wir dann insgesamt weitere fünf Flächen bepflanzen. Mittlerweile haben wir knapp 7000 Pflanzen in die Erde gebracht. Dafür möchten wir uns auch bei unseren vielen Helferinnen und Helfern bedanken – eben auch jenen Menschen, die keine Mitglieder sind, aber bei einer Aktion gerne kommen und den Spaten in die Hand nehmen. Ihr seid wunderbar!

Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wissenschaft, Energie und Klimaschutz in Sachsen-Anhalt, sagte bei der Preisverleihung:

„Jeder neu gepflanzte Baum ist ein Stück Umweltschutz. Jeder neu gepflanzte Baum trägt ein Stück zum Klimaschutz bei. Sichert unsere Umwelt!“

Dies sehen wir als Auftrag. Das macht uns sehr stolz. Aber das, was wir erreicht haben, haben wir als Team geschafft – gemeinsam. Deshalb gilt unser Dank allen, die uns auf unserem Weg begleitet haben – und weiter begleiten: Unseren Mitgliedern, unseren Helferinnen und Helfern, den Firmen, die uns bei den Pflanzungen kulinarisch versorgt haben, den Baumärkten, die uns Geräte und Werkzeuge gespendet haben und nicht zuletzt den vielen Menschen, die einfach unsere Idee weitertragen!

Jetzt haben wir den 2. Platz beim Reinhard-Höppner-Engagementpreis erhalten.

Die Jüngeren unter euch fragen sich jetzt sicher, wer war Reinhard Höppner?

Von 1994 bis 2002 war Höppner Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Aber der Mensch Reinhard Höppner war mehr. Er war Mathematiker, Autor und SPD-Politiker, er engagierte sich ehrenamtlich vor allem in der evangelischen Kirche – zu DDR-Zeiten eine ganz wichtige Opposition gegen das Regime. Im Juni 2016 verstarb Höppner im Alter von leider gerade mal 65 Jahren. Seit 2018 verleiht die SPD-Landtagsfraktion gemeinsam mit Höppners Witwe Renate den Reinhard-Höppner-Engagementpreis.

Mehr Informationen zum Preis findet ihr hier.

In diesem Jahr dürfen wir uns über den 2. Platz beim Reinhard-Höppner-Engagementpreis freuen. Diese Ehre gebührt allen, die uns unterstützt haben, ob mit großen oder kleinen Spenden, indem sie sich bei der Organisation mit eingebracht haben, ob sie eine Fläche zur Bepflanzung zur Verfügung gestellt haben oder nicht zu vergessen, wenn ihr aktiv bei den Pflanzungen mit angepackt haben. Es ist unser gemeinsamer Verdienst!

Übrigens, von dem Preisgeld (300 Euro) werden wir – selbstverständlich – neue Baumsetzlinge kaufen.

Renate Höppner bei der Preisverleihung
Was macht Herr Polte hier vor der Kamera? Auflösung folgt unten im Film.
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Aktuelles

Die letzte Pflanzung des Jahres –
mit viel Magdeburger Prominenz!

700 Bäume und Sträucher am Humanas Wohnpark

Kandidieren für den OB-Posten und packen gemeinsam mit an: Simone Borris (parteilos) und Tobias Krull (CDU)

Es war die fünfte Pflanzung der Saison seit Anfang November und die letzte dieses Jahres: 700 Bäume und Sträucher hat Otto pflanzt! am vergangenen Samstag rund um den Humanas-Wohnpark in der Hans-Grande-Straße in die Erde gebracht. Das Besondere: Es kam viel Magdeburger Prominenz – nicht nur zum Zuschauen!

Natürlich war Alt-OB Dr. Willi Polte vor Ort, schließlich ist er Schirmherr von Otto pflanzt!. „Deshalb habe ich heute auch meinen Schirm dabei“, witzelte Polte, es regnete nämlich gar nicht. Polte will in dieser Saison jede Pflanzung selbst in Augenschein nehmen. „Ich finde es wunderbar zu sehen, wie es bei euch immer weitergeht!“

Toll – auch die aktuellen OB-Kandidaten ließen sich sehen: Simone Borris (parteilos) und Tobias Krull (CDU); Jens Rösler (SPD) hatte bereits bei der Pflanzung am 7. November aktiv mitgemacht. Auch René Wölfer, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, und Renate Höppner, Witwe des 2014 verstorbenen Ex-Ministerpräsidenten Reinhard Höppner ließen sich sehen.

Humanas, eine Einrichtung für Betreutes Wohnen, wurde auf Otto pflanzt! durch die FCM-Initiative „Blau-Weiß-verwurzelt“ aufmerksam, deren langjährige Sponsor sie ist. „Es stand von Anfang an außer Frage, dass wir „Otto pflanzt!“ im Wohnpark Hans-Grade-Straße Flächen zur Verfügung stellen“, sagt Fabian Biastoch, Prokurist und Firmensprecher. „Wir als Humanas leben Nachhaltigkeit jeden Tag in unseren energieeffizienten und baulich immer moderneren Wohnparks. Unser Ziel ist ein energieautarker Wohnpark. Wir freuen uns auch schon auf weitere gemeinsame Pflanzaktionen.

Das Stadtgrün liegt auch der Politik am Herzen. „Ich bin als Kind mit viel Grün aufgewachsen“, erzählt Simone Borris, heute Beigeordnete für das Dezernat V (Soziales, Jugend und Gesundheit). „Magdeburg trug vor vielen Jahren das Siegel der zweitgrünsten Stadt. Das sollte sie wieder werden! Für die Menschen, vor allem für die Kinder, muss es Ersatz für die zahlreichen gefällten Bäume geben. Ich hoffe, es gibt noch viele Magdeburger, die Otto pflanzt! voranbringen.

Dem kann der Landtagsabgeordnete Tobis Krull nur zustimmen. „Der Verein Otto pflanzt! hat mich mit seinem Engagement sehr beeindruckt. Magdeburg grüner zu machen, ist ein sehr unterstützenswerter Ansatz, der mit viel ehrenamtlichem Einsatz umgesetzt wird. Hier wird aber nicht nur ganz praktisch gehandelt, es wird auch öffentliche Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema geweckt.“

Bis Mittags hatten die 44 fleißigen Helferinnen und Helfer aller Generationen bereits sämtliche 700 Löcher gebuddelt. Dann gab es gesponsertes Mittagessen für alle, von Domino‘s Pizza und Voelkel (Limo und alkoholfreien Punsch). Natürlich haben wir auf die Einhaltung der Corona-Regeln geachtet, 3-G-Nachweise kontrolliert, Listen geführt. Bis etwa 14.30 Uhr waren die ausnahmslos heimischen Pflanzen im Boden, darunter Stieleiche, Vogelkirsche, Mispel und Wildbirne.

Im neuen Jahr geht die Pflanzsaison weiter.

Steffen (l.) erklärt genau, wie die Bäume gepflanzt werden müssen
Alt-OB Willi Polte begutachtet die Arbeiten
Pizza und (alkoholfreien) Punsch zur Stärkung
Die Bewohnerinnen und Bewohner von Humanas freuen sich über neues Grün und schauen bei der Pflanzung zu
Gute Laune zum Schluss: Jule und Heiko
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Weihnachtsgeschenke – jedes Jahr wieder eine nervige Suche

Es ist noch einige Wochen bis zum Fest der Feste hin, aber schon jetzt macht man sich Gedanken, was man seinen Liebsten zum Weihnachtsfest schenken sollte.

Der Dezember ist da, draußen ist es kalt und oftmals grau. Das Weihnachtsfest steht schon bald vor der Tür.

Es ist die Zeit der Kerzen und des herrlich duftenden Weihnachtsgebäcks.

Es ist die Zeit, in der Wir uns mit einem Tee oder einer heißen Schokolade auf die Couch kuscheln und uns endlich Zeit nehmen, Familie und Freunde anzurufen.

Es ist auch die Zeit der guten Vorsätze. Und was wäre sinnstiftender, als an Weihnachten seinen Liebsten ein wenig Stadtgrün zu schenken? Dafür haben Wir für Euch ein sinnvolles und nachhaltiges Weihnachtsgeschenk. Ihr erhaltet Eure individuelles und liebevoll gestaltetes Baumzertifikat. Wir haben drei wunderschöne Urkunden in den Abstufungen 30 €, 60 € und 90 € für euch gestaltet. Diese schicken wir euch gerne, wenn Ihr dies wollt, mit unseren Aufklebern nachhause.

Wir haben Euer Interesse geweckt? Dann einfach hier entlang.
(Die Bankverbindung für Spenden ist hier.)

Damit tragt ihr zur Begrünung unserer schönen Stadt bei.

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Otto pflanzt!  macht Schule

Ein Besuch bei der Klasse 4b

Beschriftet mit dem eigenen Namen und der Baumart stehen die Töpfe im Klassenraum auf der Fensterbank

Kinder machen nicht das, was wir sagen.
Sondern das, was wir tun.“

Jesper Juul (1948-2019),
dänischer Sozialpädagoge und Sachbuchautor

Die Grundidee von Otto pflanzt!  ist, selbst etwas zu tun, anstatt zu reden – oder darauf zu warten, dass die Politik etwas tut. Denn jeder Mensch kann etwas tun. Das wollten wir zeigen – den Kindern.

Ein Donnerstagmorgen, 9.30 Uhr, Grundschule Stadtfeld an der Albert-Vater-Straße. Wir – Babett und Hendrik – sind verabredet mit der Klasse 4b und ihrer Lehrerin Jeannette Kühnel.

Wir sind doppelt geimpft, ein Test ist auch vorgeschrieben. Die Klasse hat 23 Kinder, drei sind leider krank. Unser Ziel: Wir möchten Mädchen und Jungs zeigen, was Otto pflanzt! macht und erklären, was es mit dem Klimawandel auf sich hat, wie Bäume gegensteuern können. Und: Wir wollen mit den Kindern Bäume pflanzen!

Im Gepäck haben wir: Einen Stick mit unserer Präsentation, zwei Kübel mit Erde, 23 Schaufeln, 23 Töpfe samt Aufkleber zum Beschriften, 23 Bäumchen (Eiche, Eberesche/Vogelbeere, Kornelkirsche) und – jawohl, ein wenig Lampenfieber.

Dann geht’s los, erst ein wenig Theorie, wir stellen uns und unseren Verein kurz vor. Dann reden wir über Bäume. Wie lange braucht ein Baum, bis sein Stamm einen Durchmesser von 30 Zentimetern – also eine Lineal-Länge – hat? Die Kinder überlegen: „Vier Jahre?“ schätzt ein Mädchen. „Sechs Jahre“, glaubt ein Junge. „Vielleicht hundert Jahre?“ fragt eine Schülerin. Das Ergebnis erstaunt sie: Eine Fichte braucht 29 Jahre, eine Kastanie 55 und eine Eiche sogar 75 Jahre …

Wir erklären den Treibhaus-Effekt, eigentlich ein Segen für die Erde, sonst wär’s viel zu kalt, und dass er durch wahnsinnige Mengen Kohlendioxid in der Luft aus dem Ruder läuft. Eine Fotomontage zeigt, was passiert, wenn die Erde 3 Grad wärmer wird: An der Küste stehen 24 Meter hohe Häuser unter Wasser.

Die Kinder sind aufmerksam, stellen Fragen, erzählen, was sie erlebt oder gesehen haben – von gefällten Bäumen in ihrer Nachbarschaft, vom Einpflanzen einiger Eicheln, die Wurzeln geschlagen haben …

Und dann dürfen sie selbst pflanzen! Zuvor beschriftet jedes Kind einen Aufkleber mit seinem Namen und der Baumart. Zwischendurch große Hofpause, dann geht es auf dem Schulhof weiter: Zuerst die Wurzeln beschneiden. Dann die Bäumchen in die Töpfe, die Wurzeln mit Erde bedecken und sorgfältig andrücken, damit sie Wasser aufnehmen können.

In den nächsten Wochen stehen die Bäumchen im Klassenraum, über die Weihnachtsferien wird jedes Kind das eigene Bäumchen zu Hause pflegen. Und im Februar haben wir uns wieder verabredet: Dann fahren wir gemeinsam auf eine Pflanzfläche und setzen die Bäumchen dort ein – gut sichtbar für die Kinder, wenn sie hier vorbeikommen. Für den eigenen Garten dürften die Bäume vermutlich irgendwann doch zu groß sein…

Nachbereitung im Klassenraum, alle waschen sich erst mal die Hände. Wir verteilen noch Flyer und Otto pflanzt!-Buttons. „Das war eine ganz tolle Aktion“, lobt uns Jeanette Kühnel zum Schluss. „Wir möchten uns ganz herzlich bei euch bedanken.“

Diesen Dank geben wir gern zurück: „Ihr seid eine ganz tolle Klasse! Wir bedanken uns bei euch für so viel Aufmerksamkeit und Konzentration, dass ihr alles so prima mitgemacht habt!“

Und dann haben wir noch eine Frage zum Schluss: „Dies war unser erstes Schulprojekt, wir haben so etwas zuvor noch nicht gemacht. Was meint ihr, sollten wir das in anderen Schulklassen wiederholen?“

Die Antwort kommt einstimmg – und laut: „Jaaa!“

Bitte Finger schmutzig machen! Jedes Kind pflanzt einen Baum
Natürlich müssen die Bäumchen zum Schluss sorgfältig gegossen werden
Der Schulhof ist ein prima Platz für Baumpflanzungen!
Nachbereitung im Klassenraum mit Babett (ganz rechts) und Lehrerin Jeannette Kühnel. Die Gesicher der Kinder haben wir aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht.
Schätzt mal: Nach wie vielen Jahren ist ein Baum 30 cm dick?
Die Antworten sind unterschiedlich - und überraschend!
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Noch mehr Grün für die Magdeburger Mühlenwerke

Jung und Alt packen gemeinsam mit an und bringen 500 Bäume und Sträucher in die Erde. Dabei zeigen die Älteren wie es geht und die Heranwachsenden sind begeistert, was sie alles Neues lernen konnten. 

Drei Generationen - 37 Helferinnen und Helfer bringen 500 Pflanzen in die Erde

Mit 37 Freiwilligen im Alter von 10 bis 80 Jahren bepflanzten wir am Samstag das Gelände der Magdeburger Mühlenwerke GmbH in der Alten Neustadt. Umweltschutz und Nachhaltigkeit – dafür setzt sich der Geschäftsführer Thomas Brumme ein. Es freut uns, dass wir ihn dabei unterstützen konnten. Besonders groß war die Freude, dass wir, nachdem wir zwei Tage vorher den Umweltpreis der Stadt Magdeburg in der Kategorie „Jugend und Privat“ gewonnen hatten, so viele neue Gesichter begrüßen durften! Dass wir unser Ziel, einen Baum für jeden Einwohner und jede Einwohnerin pflanzen zu wollen, nicht alleine schaffen, war uns von Anfang an bewusst. Umso größer war die Freude, dass immer mehr Magdeburgerinnen und Magdeburger mit anpacken.

Die Wolken zogen sich immer weiter zusammen, die Temperaturen waren nur wenige Grad über Null und wir sorgten für mehr Grün: Zwar fielen hin und wieder ein paar Nieseltröpfchen vom Himmel, aber dies beeindruckte unsere freiwilligen Helferinnen und Helfer überhaupt nicht. Sie packten voller Tatendrang an. An zwei Seiten des Grundstückes pflanzten wir Bäume und Sträucher in Dreierreihen. Wie immer kamen nur heimische, standortgeeignete Gewächse in die Erde: Faulbaum, Vogelbeere, Schwarzer Holunder, Kreuzdorn und ein paar weitere. Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme suchte für uns insgesamt 19 verschiedene Arten aus und legte fest, wo genau welche Pflänzchen stehen sollen, damit diese optimale Wachstumsbedingungen haben.

Über Uwe Truckenmüller haben wir auch  Mühlenwerke-Geschäftsführer Thomas Brumme kennengelernt. Beide sind naturverbundene Jäger, über diese gemeinsame Leidenschaft lernten sie einander kennen. Dabei berichtete Uwe von unserem Verein und von unserer Suche nach geeigneten Flächen, auf denen wir Pflanzungen durchführen können. Herr Brumme war von dem Projekt Otto pflanzt! begeistert und stellte eine Fläche auf seinem Firmengelände zur Verfügung, auf der wir Bäume und Sträucher auf insgesamt circa 150 Metern Länge pflanzen durften.

Ingrid zeigt den Brüdern Gabriel (12) und Alexander (10) wie es geht

Thomas Brumme legt Wert auf Nachhaltigkeit: Als Nahrungsmittelproduzent empfindet er die Abhängigkeit von Natur und Umwelt besonders stark. Durch „Grüne Oasen im Stadtgebiet“ möchte er etwas zurückgeben. Und selbstverständlich kommt in den Mühlenwerken „grüner Strom“ zum Einsatz. „Wir denken darüber nach, wie wir die Nachhaltigkeit stetig weiter verbessern können. Dies fragen auch unsere Kunden nach. Da hat es gut gepasst, das Grundstück zu begrünen“, so Brumme. Außerdem wünscht er sich, dass Kinder früh lernen, wie man richtig pflanzt.

Generationen kommen zusammen

Die Pflanzaktion wurde von einer bunten Mischung aus Freiwilligen jeden Alters besucht. Die engagierte 80-jährige Ingrid spendierte uns Weintrauben aus ihrem Garten und erklärte Interessierten einiges über das Hegen und Pflegen von Pflanzen. Außerdem freuten wir uns über die Studierenden, die an der Pflanzung teilnahmen. Jung und Alt kamen zusammen, lernten voneinander und schufen gemeinsam ein zukünftiges, kleines Ökosystem.

Ein der Besucher der Veranstaltung war ein junger Familienvater. Er buddelte und pflanzte gemeinsam mit seinen beiden Söhnen Alexander (10 Jahre) und Gabriel (12 Jahre). „Magdeburg steht es gut zu Gesicht, dass die Stadt etwas verschönert wird. Ich bin stolz, sagen zu können, dass meine Söhne heute hier die Jüngsten sind. Meine Hoffnung ist, dass sie diejenigen sein werden, die sich später einmal an den Bäumen erfreuen können. Das Einzige, was mich etwas traurig macht, ist, dass, wenn man hier so etwas haben möchte, um ehrenamtliches Engagement nicht herumkommt, denn von politischer Seite passiert nichts – zumindest ist das mein Eindruck.“

Bei einer gemütlichen Mittagspause kamen die fleißigen Helfer ins Gespräch. Es gab viel zu erzählen, da ein Drittel der Teilnehmenden zum ersten Mal dabei war. Und zum Mittag wurden wir wieder ganz lieb versorgt: Sushi de Luxe brachte uns zwei große bunte Platten, und Voelkel Kisten mit leckerer Bio-Limo, dazu gab es wieder selbstgemachten Kuchen. Vielen lieben Dank!

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Aktuelles

Otto pflanzt!  gewinnt
Magdeburger Umweltpreis!

Mit Spaten auf der Bühne: Matthias, Ingrid, Steffen, Felix und Hartwig (v. l.) nehmen für Otto pflanzt! die Urkunde entgegen
Foto: Landeshauptstadt Magdeburg

Zugegeben, ein Fünkchen Hoffnung war schon da, als wir vor zwei Wochen die Einladung zur Verleihung des Magdeburger Umweltpreises erhielten. Schließlich hatten wir uns ja im Frühjahr dafür beworben. Andererseits: Es war eine normale, gedruckte Einladungskarte, die da vor zwei Wochen kam. Eine Karte, wie sie wohl viele erhalten haben…

 Gestern, am 25. November, war es dann soweit: Verleihung des Umweltpreises im Gesellschaftshaus an der Schönebecker Straße. Drei Preis-Kategorien: „Wirtschaft“, „Forschung“ und – „Jugend und Private“, unsere Kategorie.

Spannung …

Zuerst der dritte Preis, er geht an die Solidarische Landwirtschaft Vielfeld e.V. (Solawi). Das ist ein Zusammenschluss aus Erzeugerinnen und Erzeugern ökologischer Produkte mit deren Abnehmern und Abnehmerinnen, bei der die Kosten gerecht aufgeteilt werden. Ein Projekt, von dem alle profitieren.

Die Spannung steigt.

Der zweite Preis geht an die Otto-von-Guericke-Uni für das Projekt des Nachhaltigkeits-Zertifikates NAO. Hier geht’s darum, dass die Studierenden zusätzlich zu ihrem Abschluss das Zertifikat als zusätzliche Qualifizierung erwerben können. Ein wirklich einmaliges Projekt, das übrigens maßgeblich von Juliana Hilf koordiniert und realisiert wurde – „unserer“ Jule, die auch bei Otto pflanzt!  im Vorstand ist.

Die Spannung steigt weiter: Sollten wir etwa wirklich ? Jaaa!

Der erste Preis geht an – Otto pflanzt!

Die Laudatio hält Dr. Katrin Wendt-Potthoff vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Sie sagt:

Otto pflanzt! als Initiative hat mich besonders beeindruckt. Ich selbst kenne Magdeburg seit etwa 30 Jahren (…), es kam mir am Anfang etwas grüner vor. (…) Die Initiative Otto pflanzt! hat in ihrer Bewerbung einen schönen Spruch zitiert: Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt. Schöner kann man das kaum sagen. (…) Otto pflanzt! kann eindrucksvolle Pilotprojekte vorweisen, wo alle Magdeburgerinnen und Magdeburger sehen können, wie es wächst und gedeiht.“

(Hier ein Audio-Mitschnitt).

Es ist eine Auszeichnung, die uns glücklich macht – und die wir teilen möchten mit allen Menschen, die zu diesem Erfolg in den letzten Monaten beigetragen haben.

Wir sind Ende 2019 gestartet mit nichts als einer Idee und dem festen Willen, Magdeburg wieder grüner zu machen. Aus der Ohnmacht angesichts des fortschreitenden Klimawandels und Tausender verlorener Bäumen in Magdeburg entstand bei uns der Wunsch, selbst etwas zu tun – und nicht auf die Politik zu warten.

Nach ein paar ersten Treffen standen der Name „Otto pflanzt!“ und das grobe Konzept: für jeden Magdeburger und jede Magdeburgerin einen Baum zu pflanzen. Wir sind gestartet als Initiative unter dem Dach eines anderen Vereins. Seit Anfang dieses Jahres sind wir selbst als gemeinnütziger Verein eingetragen.

Aus einer Handvoll begeisterter Menschen am Anfang wurde inzwischen eine Truppe von 40 Vereinsmitgliedern – und bei den Pflanzungen erfahren wir Unterstützung von Dutzenden freiwilliger Helfer und Helferinnen, von Firmen, die uns Flächen anbieten, die uns Geld spenden, uns mit Sachspenden unterstützen oder uns während der Arbeitseinsätze verpflegen. Diese Hilfe ist für uns unendlich wertvoll. Mittlerweile haben wir gut 5700 Bäume und Sträucher in die Erde gebracht, zum Jahresende werden es knapp 7000 sein.

Noch ist es ein weiter Weg bis zu unserem Ziel. Eines aber wird bereits sichtbar: dass man mit einer Idee, wenn man nur daran glaubt und sie hartnäckig verfolgt, wirklich etwas erreichen kann.

Doch es geht uns nicht nur um das Pflanzen – wir wollen auch dafür sorgen, dass wir nicht gleichzeitig immer mehr Stadtgrün verlieren. Zum Beispiel geht es um die Versiegelung wertvollen Ackerbodens am Eulenberg, um überflüssige Parkplätze, sinnlos gefällte Bäume. Diesen Dialog führen wir gemeinsam mit den anderen Mitgliedern im Klimabündnis Magdeburg bei den 1. Magdeburger Klimakreisen am 8. Dezember gemeinsam mit der städtischen Verwaltung. Und freuen uns auf spannende Zeiten, viele Pflanzaktionen und einen guten Dialog zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung!

Weitere Infos über die Preisverleihung – auch in den anderen Kategorien – auf der Website der Landeshauptstadt Magdeburg.