Kategorien
Aktuelles

Der grüne Campus wird jetzt noch grüner

Otto pflanzt!   war aktiv bei der Hochschule Magdeburg Stendal auf dem Campus in der Landeshauptstadt

Wir stehen auch für Bildungsarbeit, das haben wir erst am vergangenen Samstag gezeigt, als wir mit der Klasse 7 c des Ökumenischen Domgymnasiums den Wohnpark am Bruno-Taut-Ring bepflanzten. An diesem Samstag ging das dann gemeinsam mit Studierenden, Vereinsmitgliedern und Promis auf dem  Campus der Hochschule Magdeburg Stendal weiter. 

(von links) Julia Zigann, Petra Schneider, Simone Borris, Felix Bosdorf, Willi Polte (MP)
Unserer Einladung sind diesmal nicht nur engagierte Vereinsmitglieder, sondern auch unsere Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos), Tobias Krull (Landtagsabgeordneter, CDU), unser Schirmherr Alt-Alt-OB Dr. Willi Polte und Rashid Aliyev, ein Nachwuchsmusiker, gefolgt.
 
Der Campus der Hochschule Magdeburg Stendal trägt bekanntlich den Titel:
„Studieren im Grünen“, und das trifft auch zu.
Um so mehr haben wir uns gefreut, dass mit der Rektorin der Hochschule Magdeburg Stendal, Frau Prof. Manuela Schwartz, und der Klimaschutzmangerin Julia Zigann zwei engagierte Mitstreiterinnen nach einer passenden Fläche gesucht haben. Gefunden haben sie eine etwa 300 Quadratmeter große Rasenfläche im hinteren Teil des Campus
 
Die Vertreterin der Hochschule, Frau Prof. Petra Schneider, die am Samstag, gemeinsam mit ihrer Schwester mit angepackt hat freut sich:

Diese tolle Aktion für mehr Biodiversität auf unserem Campus zeigt, wie wir alle für morgen Vorsorge treffen können. Danke dem engagierten Team von Otto planzt! e.V. und allen an der Pflanzaktion Beteiligten.

Prof. Dr. rer. nat Petra Schneider
260 Bäume und Sträucher brachten wir gemeinsam in die Erde. Damit die Pflanzen auch vor Wildverbiss durch Hasen und Rehe geschützt sind, haben wir die Fläche mit einem Wildschutzzaun gesichert. Ein Tor sorgt dafür, dass man zum Pflegen der Pflanzen, insbesondere zum Wässern, bequem auf die Fläche kommt.  Dabei zeigte Tobias Krull erneut – wie auch bei der Pflanzung bei Humanas vor einem knappen Jahr vollen körperlichen Einsatz!
 
Rashid Aliyev hat beim SWM TalentVerstärke mit der Band FRE eUS erfolgreich im Finale gespielt.
Silke Rühmland & Nadine Kose beim Pflanzen

Da wir nach dem vergangenen Sommer besonders darauf achten, dass die Pflege der Fläche sichergestellt ist, haben wir uns gefreut, dass die externe Fachfirma, die für die Grünanlage auf dem Campus zuständig ist, noch freie Kapazitäten für die Pflege der neu hinzugekommenen Fläche hat. 

Alle mit (MP) gekennzeichneten Bilder hat der Magdeburger Fotograf Matthias Piekacz für uns erstellt. Wir danken für die schönen Aufnahmen. Die Helferinnen und Helfer haben sich diesmal wieder über leckeres Sushi von unserem Partner Sushi Freunde und über leckeren Punsch von Voelkel gefreut. Vielen Dank für die leckere Versorgung!

Kategorien
Aktuelles

Pflanzung im Senioren-Wohnpark
Die Klasse 7c half fleißig mit!

Buh, war das kalt an diesem Samstag! In der Nacht zum 19. November hatte es gefroren, bei bis zu minus 6 Grad. Um 10 Uhr sollte die Pflanzung im Humanas Wohnpark am Bruno-Taut-Ring 58 beginnen. Aber nun standen wir da – und kriegten den Spaten nicht in die Erde. Hartgefroren.

Gruppenbild mit Jugend - insgesamt 37 Leute helfen bei der Pflanzung mit
Uwe erklärt, wie es geht

Dabei sollte heute eine besondere Pflanzung starten – wir hatten kräftige Verstärkung: 14 Schülerinnen und Schüler des Ökumenischen Domgymnasiums mit Eltern und zwei Lehrkräften hatten ihre Unterstützung zugesagt und waren im Anmarsch – das musste nun klappen! Und dann hatten wir Glück: Genau auf den Streifen, die bepflanzt werden sollten, wuchs Rasen, der den Boden weitgehend vor dem Frost geschützt hatte.

Höhepunkt eines weiteren Projekts aus der Reihe „Otto macht Schule“, die wir letztes Jahr begonnen hatten (Beiträge HIER und HIER). Zwei Tage zuvor waren wir auf Einladung der Bio-Lehrerin Ute Thalheim in der Schule gewesen, hatten Otto pflanzt! vorgestellt, vorgetragen, warum Bäume so wichtig sind, was immer mehr CO2 für unser Klima bedeutet – und was jeder und jede Einzelne tun kann, um CO2 zu vermeiden.

Mit Fragen wie: „Wie lange braucht ein Baum, bis er einen Stammdurchmesser von 30 cm hat?“ wurden die Schülerinnen und Schüler zum aktiven Mitmachen und es wurde nicht nur ein langweiliger Vortrag. Besonders erstaunt und gefreut hat sich unser Bildungsteam darüber, dass der Nachfuchs eine lebhafte Diskussion über die verschiedenen Formen und den Einfluss von diversen Umweltinitiativen wie Letzte Generation und XR haben. Das zeigt, die Schüler haben nicht nur neues theoretisches Wissen erhalten, sonders denken auch über die Problematik nach.

Nun also die Praxis.

Zunächst Einweisung durch Uwe Truckenmüller, unseren Experten: Wie tief und breit muss das Loch werden, wie formt man Gießringe … Team-Mitglieder markierten mit Bio-Farbe die Punkte, dann wurde dort gebuddelt, Bäume und Sträucher eingepflanzt: Stieleiche, Ahorn, Vogelbeere, Mispel, verschiedene Obstgehölze, Hartriegel, Weißdorn, Kornelkirsche, Kreuzdorn … insgesamt 270 Stück!

Wir haben gestaunt: Insgesamt waren wir 37 Leute, die hier zur Sache gingen – und tatsächlich, trotz der Kälte war die Arbeit in eineinhalb Stunden erledigt!

Zur Belohnung (und wir wetten drauf, dass sich die Kids ganz besonders darauf gefreut hatten) gab’s – Pizza! Wir bedanken uns in dieser Sache ganz besonders bei unserem Dauer-Sponsor Domino’s Pizza, der uns wieder, wie schon oft, alle sattbekommen hat 🙂 Und ebenso bei unserem Sponsor Voelkel, der uns, wie ebenfalls schon so oft, mit Naturkost-Saft unseren Durst gelöscht hat. Wir freuen uns, das unser Partner Voelkel auch selbst im ganzen Bundesgebiet Bäume pflanzt.

 

Die Schülerinnen und Schüler packen tatkräftig mit an

Ganz lieber Dank geht aber auch an die Eltern, die die Truppe mit Kuchen und Plätzchen versorgt hat – und an Humanas für den Kaffee!

Wir hoffen vor allem, dass es den Jungs und Mädchen vom Domgymnasium Spaß gemacht hat – und dass sie ein wenig Naturverbundenheit mitnehmen ins Leben, um selbst fortan aktiv Natur und Klima zu schützen. 

Moritz vor einer selbst gepflanzten Stileiche

Ich bin hier, weil ich finde, dass das eine ziemlich coole Aktion ist mit den Baumpflanzungen. Da unterstütze ich den Verein auch gerne. Wir sind in der Klasse darüber ins Gespräch gekommen und wir können doch ein bisschen beitragen gegen den Klimawandel. Ahm … und natürlich fand ich’s auch cool, dass wir Pizza bekommen haben!“

Moritz (13)

Ein Dankeschön von uns an alle – es war eine tolle Auftakt-Pflanzung in der Saison 2022/2023!

Übrigens: Hier haben wir auch zehn der jungen Bäume gepflanzt, die wir von Marko geschenkt bekommen hatten. Marko? Ja – erinnert Euch: das ist der Mann, der Bäume sät!

Kategorien
Wissen

Der Mann, der Bäume sät

Das ist doch einfach cool!“

Ein grauer Herbstnachmittag. Wir laufen über die Elbaue bei Glinde. Zur Orientierung: In der Nähe, auf der anderen Elbseite, liegt irgendwo Pretzien, bekannt durch das Wehr. Wir steigen in eine Senke nahe dem Deich, der von Eichen und Weiden gesäumt ist, wuchert Gras. Und dann stehen da alle paar Meter gut kniehohe Metallgitter.

Marko zeigt einen der ersten Bäume, die er gepflanzt hat: Der Ahorn ist acht Jahre alt, rund vier Meter hoch

Schau mal, hier!“, ruft Marko und bückt sich, rupft welkes Gras aus dem Gitter. „Ein Ahorn, der ist jetzt so vier oder fünf Jahre alt!“ Die Metall-Gitter bestehen aus alten Resten von Doppelstab-Matten, wie man sie von Grundstückszäunen kennt, Marko hat sie zum Schutz vor Verbiss durch Rehe aufgestellt, damit „seine“ Bäume überleben. Wo er keine zur Hand hatte, hat er einen Schutz aus trockenen Ästen aufgebaut. An die zwanzig Bäume stehen hier: Ahorn, Eiche, Hasel- und Walnuss, Kopfweide, Kastanie.

Das Besondere: Jedes dieser Bäumchen hat Marko einst selbst aus einem Samen gezogen, aus Eicheln, Kastanien, Haselnüssen. Ahorn hat er vor der Haustür, die „Nasen“ muss er nur zusammenfegen. „Da kommen oft mehrere Eimer zusammen.“ Die Saat legt er einfach in mittelgroße Töpfe, die Erde holt er aus seinem Garten in Barby. „Im Frühjahr treiben sie dann aus.“

Nach ein bis zwei Jahren sind die Bäumchen dann so groß, dass sie ausgepflanzt werden können. Zum Beispiel hier an der Elbe. „Viele verschenke ich auch an Bekannte, von denen ich weiß, dass man sich gut um sie kümmert“. Zum Geburtstag, zu Weihnachten – und besonders gerne, wenn ein Kind geboren wurde.“

Bäume säen – eine kinderleichte Sache? „Klar!“ sagt der 50-Jährige, „das kann wirklich jedes Kind. Man muss sie nur pflegen, feucht halten – und wenn man sie auspflanzt, immer zusammen mit der Erde aus dem Topf.“

Wie er zu diesem Hobby kam, weiß er gar nicht mehr so genau. Beruflich hat er jedenfalls gar nichts mit Pflanzen zu tun, Marko arbeitet in Magdeburg als Anwalt.

Er überlegt. „Da war vor acht Jahren oder so. „Da hab ich das einfach mal ausprobiert. Bäume pflanzen ist doch einfach cool!“ Wenn Marko im Herbst unterwegs ist, zum Beispiel im Wörlitzer Park, sammelt er Saatgut. Bei Weiden ist es etwas anders. „Das geht nur über Ableger. Die stelle ich etwa zwei Wochen lang in Gläser mit Wasser, bis sie Wurzeln geschlagen haben. Erst dann pflanze ich sie ein.“ Die Töpfe stehen bis zur Auspflanzung im Hof hinter seinem Haus.

Manche davon wachsen auch auf den öffentlichen Flächen in Glinde. Das ist so halboffiziell, aber die Gemeinde hat überhaupt nichts dagegen. „Oft macht der Bürgermeister sogar selbst mit“, sagt Marko.

Auch, wenn Marko im vergangenen Sommer oft hier war um zu wässern – er musste auch lernen, mit Verlusten zu Leben. „Sie müssen irgendwann selbst klarkommen“, sag er. „Etwa die Hälfte schafft es.“

Wir klettern wieder aus der Senke bei Glinde empor. Hier stehen in Reih und Glied etwa meterdicke Eichen, Korbweiden, gepflanzt vermutlich, als der Deich entstand – das muss vor 150 Jahren gewesen sein, als auf der anderen Seite das Pretziener Wehr entstand. Die Bäume schützen den Deich gegen Eisbruch, ihre Wurzeln halten die Erde fest.

Und dann steht da in der Reihe ein Ahornbaum, der Stamm so dick wie ein Schaufelstiel, rund vier Meter hoch. „Schau dir den mal an“, sagt Marko und strahlt. Das war einer meiner ersten – damals, vor acht Jahren …“

Im Hof werden die Bäume vorgezogen. Auf Schildchen hat Marko Art und Herkunft der Samen notiert
Metallzaun-Reste schützen die Bäume vor Verbiss
Diese Bäume hat Marko vor zwei Jahren in Töpfen ausgsät ...
... und sie uns jetzt geschenkt. Diesen Winter pflanzen wir sie aus.
Kategorien
Aktuelles

Tombola mit Möbel-Höffner
Gewonnen hat – das Klima!

Am 28. und 29. Oktober waren wir mit einem kleinen Stand, viel Info-Material und einer großen Kiste voller Tombola-Lose im Möbelhaus Höffner (Am Pfahlberg) zu Gast. Wir verkauften Lose für 1 Euro pro Stück und informierten die Kundinnen und Kunden über unsere Aktivitäten. Das Tolle: Die hochwertigen Preise hatte Höffner gestiftet – für die Einnahmen aus dem Los-Verkauf dürfen wir Bäume pflanzen: Mit jedem Los gewann der Klimaschutz!

Moderator Stefan Timm (l.) sorgt für Stimmung, Felix präsentiert die Los-Box

Wie kam es zu dieser Aktion?

Alle Höffner-Häuser bundesweit veranstalten einmal im Jahr eine Tombola zugunsten einer lokalen gemeinnützigen Organisation. In diesem Jahr hatten wir das Glück, dass die Möbelhausfiale in Magdeburg auf uns zukam, um mit uns die Aktion durchzuführen. Das Möbelhaus stellte die Preise und die Lose zur Verfügung. Wir deckten mit jeweils zwei bis drei Vereinsaktiven die Standbetreuung über die insgesamt 18 Stunden ab.

Am Freitag ging es um 9.30 Uhr mit dem Aufbau los. Anja Paasch und Ihr Team vom Möbelhaus hatten schon einiges vorbereitet. Neben der Kiste mit den Losen auch – aufgestapelt, wie Weihnachtsgeschenke – alle Preise. Hauptpreis: Ein Gutschein über 500 Euro, aber auch viele wunderbare Sachpreise – Kaffeemaschine, Messerblock, Kuscheldecken … Unterstützt wurden wir vom Moderator Stefan Timm. Er machte mit lockeren und unterhaltsamen Sprüchen durchgängig im ganzen Haus Werbung für uns.

Wir freuten uns sehr, dass wir mit vielen Magdeburgerinnen und Magdeburgern, die uns noch nicht kannten, ins Gespräch kommen konnten.

Am Samstagabend um 18.30 war Schluss, und wir machten Kassensturz: Stolze 2552 Euro waren zusammengekommen!

Ein kleines Problem, mit dem wir so gar nicht gerechnet hatten: In Zeiten von bargeldlosem Bezahlen via EC-Karte, Smartphone oder Smartwatch haben insbesondere jüngere Mitmenschen oftmals gar kein Bargeld dabei.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns darüber gefreut, dass zwei Vertreter dieser Generation spontan gesagt haben, wir überweisen euch einfach die Spende, da wir es wichtig finden, euch jetzt zu unterstützen.

Julia, Karl und Felix von Otto pflanzt!   betreuten den Tombola-Stand am Samstag, warben für viele Los-Käufe

Ein großes Dankeschön geht an der Stelle an alle Spenderinnen und Spender und insbesondere das gesamte Team des Möbelhaues Höffner und insbesondere an Frau Paasch, die bei der Vorbereitung und Durchführung kompetent uns zur Seite stand.

Wir freuen uns, von dem Geld viele Bäume und Sträucher kaufen zu können und damit einen aktiven Teil für unser Stadtgrün leisten zu können.    

Offizielle Scheckübergabe durch Höffner-Abteilungsleiter Marco Thiele an Felix und Chris von Otto pflanzt! : In zwei Tagen kamen 2552 Euro zusammen - davon werden wir ganz viele Bäume pflanzen. Ein echter Gewinn für das Klima!
Kategorien
Aktuelles

Zu Gast bei der Verleihung des
deutschen Umweltpreises

Der Deutsche Umweltpreis wird seit 1993 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, (DBU) verliehen. Mit dem Preis werden Menschen, deren Leistungen und Einsatz entscheidend und vorbildhaft zum Schutz und zum Erhalt der Umwelt, Klima, Artenschutz und Ressourcen beitragen – gegenwärtig und in Zukunft ausgezeichnet, so heißt es von der DBU. Mit insgesamt 500.000 Euro zählt er zu den renommiertesten und höchstdotierten Umwelt-Auszeichnungen Europas. Dies zeigte sich auch unter den geladenen Gästen: Neben dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier waren auch die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, Steffi Lemke, der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, sowie ein Nobelpreisträger und einige EU- und Landtagsabgeordnete zu Gast.

 In diesem Jahr fand die festliche Preisverleihung am Sonntag, 30. Oktober, im Magdeburger Maritim Hotel statt. Wir sind der Einladung sehr gerne gefolgt.

Umweltschutz ist Demokratie. Wir sollten die 20er Jahre des 21. Jahrhunderts zu den Green Twenties machen.

Prof. Kai Niebert, DBU-Kuratoriumsvorsitzender
Mit Hartwig, Julia und Felix waren wir stark vertreten beim diesjährigen deutschen Umweltpreis.

Nach der Festrede des Bundespräsidenten wurden die Preisträger vorgestellt:

Die innovative Erfindung von Dipl.-Ing. Friedrich Mewis in Zusammenarbeit mit Dipl.-Ing Dirk Lehmann führt dazu, dass Schiffe, die mit der Becker Mewis Duct (eine Düse vor dem Schiffs-Propeller) ausgestattet sind, signifikante Einsparungen bei Treibstoffverbrauch und Emissionen erzielen.

Dr.  Christof Schenck erhält für seine herausragenden Erfolge als Naturschutzmanager für die Bewahrung von Großschutzgebieten weltweit ebenfalls den Umweltpreis 2022. 

Die vermittelnde Rolle von Myriam Rapior (BUNDjugend) und Kathrin Muus (Bund der deutschen Landjugend) in der Zukunftskommission der Landwirtschaft, haben gezeigt: Nur wenn alte Strukturen aufgebrochen werden, wie hier im Fall von dem Konflikt des BUNDjugend und der Landjugend über die Grenzen von einzelnen Organisationen und Parteien hinweg, können wir die globalen Herausforderungen meistern.

Die fünf Preisträgerinnen und Preisträger geben uns Hoffnung, dass in Zukunft über Parteigrenzen und organisationsübergreifend an neuen Projekten für den Umwelt- und Klimaschutz gemeinsam an einem Strang gezogen wird.

Auch wir haben die Gelegenheit genutzt und sind mit diversen kommunalen und Landtagspolitikern nach der Preisverleihung ins Gespräch gekommen, um über mögliche zukünftige Projekte zu sprechen.

Damit Ihr einen kleinen Einblick von der  Veranstaltung bekommt, haben wir für Euch einen Audio-Mittschnitt der Rede des Bundespräsidenten aufgenommen. Viel Spaß beim reinhören!

Kategorien
Aktuelles

Die Otto-pflanzt!-Gieß-Challenge
Hier sind die Gewinner!

Maximale Kreativität zeigte das Team der Baumfeuerwehr mit ihrem umgebauten Lastenrad zum Baumfeuerwehrfahrzeug

Um es gleich deutlich zu sagen: Gewonnen haben alle! Alle Bäume, die in diesem furchtbar heißen Sommer von Euch Wasser bekommen haben. Und alle Magdeburgerinnen und Magdeburger, denen diese Bäume etwas zurückgeben – Grün, Schatten, Lebenqualität in der Stadt.

Wir hatten in diesem Sommer einen Rekord nach dem anderen. Hier ein Temperraturrekord, da extrem niedrige Pegelstände der Flüsse. Dies führte in Summe zu einem der trockensten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Darunter haben nicht nur wir gelitten – für Temperaturen über 40 Grad Celsius ist unser Körper nicht ausgelegt – sondern auch unsere Flora und Fauna. Dazu kommt, dass auch die letzten Sommer überdurchschnittlich warm waren, in der Folge war der Grundwasserstand niedrig und ging im Laufe des Sommers immer weiter zurück.

Deswegen haben wir im Rahmes des Runden Tisches Magdegrün die Magdeburgerinnen und Magdeburger aufgerufen, unser aller Stadtgrün zu wässern. Wir wollen damit erreichen, dass möglichst viele Bäume und Sträucher den Rekord-Sommer überleben. Damit es einen kleinen Anreiz gibt, haben unsere Partner einige Preise zur Verfügung gestellt. Unter dem Hashtag #waessernfuermd freuten wir uns über kreative Einsendungen.

Nach leichten Anlaufschwierigkeiten im Juli haben wir im August viele tolle Einsendungen erhalten. Vom 18-monatigen Oskar bis zum ehemaligen Domprediger im Ruhestand, Giselher Quast, haben sich alle Altersgruppen am Wettbewerb beteiligt. Aber auch an Kreativität wurde einiges geboten!

Oskar Fridolin unsere jüngster Teilnehmer ...
Preisübergabe zwei Gutscheine für All-you-can-eat bei Sushi Freunde

Ich konnte nicht länger zusehen, wie die Bäume unserer Stadt unter dem Klimawandel leiden. Da unsere Stadt zu wenig tut, fühlte ich mit veranlasst, aktiv zu werden. Machen macht den Unterschied. Dort, wo die Stadt versagt, müssen die Bürger ehrenamtlich tätig werden. Nichts tun war für mich keine Option. Ich bin sehr froh und dankbar, dass es mit Otto pflanzt! einen Verein gibt, der genauso denkt wie ich und dieses große Problem proaktiv angeht.

Christoph Franke
Oskars Vater Christoph Franke wässert regelmäßig in den heißen Tagen die Stadtbäume
Anstatt des Baumes - der kann erst im November geliefert werden - gab es frische Äpfel für die Jugendlichen
Zur Wässerung nutzten die Schüler eine öffentliche Pumpe
Losgezogen sind die Schüler in kleinen Gruppen
Die Baumfeuerwehr freut sich über den Bio Apfelsaft von Voelkel

Mit viel Liebe für jedes Detail, ausgeprägten handwerklichen Fähigkeiten und viel Kraft bei der Motivation seiner Mannschaft überzeugte uns besonders der Vater der Baumfeuerwehr. Thomas hat aus seinem Lastenrad ein Baumfeuerwehrfahrzeug geschaffen. 

Bei der Preisvergabe hat die Jury von Otto pflanzt! sowohl auf die Kreativität der Bilder, der Hilfsmittel zum Wässern als auch auf die Dauerhaftigkeit des Engagements geachtet, soweit die Jury dies wusste. Im finalen Zug der Preisvergabe haben wir in Betracht gezogen, welcher bzw. welche in Frage kommende Kanditat / Kanditatin bzw. Gruppe sich über welchen Preis besonders freuen würde.

Wir danken an der Stelle allen, die sich beteiligt haben und insbesondere Uwe Truckenmüller, Sushi Freunde, Voelkel, Sandy Gärtner und Hartwig für die Bereitstellung der Preise.

Giselher Quast an der Pumpe
Über das Buch "Genug für alle, für immer - Nachhaltig ist einfach komplex“ von unserem aktiven Vereinsmitglied Dr. Hartwig Haase freut sich Giselher Quast
Mit kreativen Kostümen zogen die Editha Lions los
Für Ihr Engagement für das Stadtgrün und für kontinuierliche Werbung für unseren Wettbewerb bekommen die Lions unsere Ehren-Gießkanne.

Die Kinder der Sonnengruppe des Evangelischen Kindergartens „Martin-Stift“ aus Diesdorf gießen fleißig mit. Die Kleinen haben auch ein Bienenprojekt. Da der Kindergarten so naturverbunden ist, gibt es von uns als Zeichen der Anerkennung nicht nur Apfelsaft. Die Koffertheater-Inszenierung „Die kleinste Prinzessin der Welt“, wird Sandy Gärtner zum Besten geben. Wir wünschen viel Spaß!

Die Kinder der Sonnengruppe des Evangelischen Kindergartens „Martin-Stift" gießen fleißig mit
Die KITA Kinder freuen sich über leckeren Apfelsaft
Die Kinder der trilingualen Kita freuten sich über den Apfelsaft, welchen Hartwig als Dank für die erfolgreiche Teilnahme an der Gieß-Challenge übergab.
Kategorien
Aktuelles

Kinder malen mit Marcel de Well

Ein großes Bild für eine grüne Zukunft

Lieben Kunst und Natur: Leon (11), John (12), Johanna (8), Mila (9), Maren (12), Mira (8) und Marcel de Well (v. l.)

Was haben Kunst und Naturschutz miteinander zu tun? Viel! Durch die Beschäftigung mit Kunst beschäftigen wir uns mit uns selbst – und mit unserer Zukunft. Eine Zukunft, die freundlicher, grüner, lebenswert sein soll. Das betrifft die jungen Menschen ganz besonders.

Wir hatten deshalb eine Idee: Wir luden Kinder ein, zusammen mit dem Magdeburger Künstler Marcel de Well ein Bild zu malen. Ein großes Bild, das die Hoffnung auf eine große, naturnahe, gesunde Zukunft in Magdeburg ausdrückt! Titel: „Die grüne Brücke“.

Schnell fanden wir Kontakt zu Ulrike Gehle, Projektleiterin der KinderKulturTage (KiKuTa) – und auch sie war begeistert – und half uns.

Das Bild, das entstehen sollte: ein sogenanntes Trptychon, ein dreiteiliges Bild. Denn es sollte ja sehr groß werden, trotzdem müsste es aber gut zu transportieren sein. Die „Leinwand“: Drei Platten von jeweils 1,50 m Höhe und 90 cm Breite.

Am 14. September treffen wir uns mit dem Künstler Marcel und den Kindern Mila (9), Johanna  (8), Maren (12), Mira (8). John (12) und Leon (11) im Garten der Rothenseer Kirche – bei angenehmem Wetter. Marcel hat die Platten bereits vorbereitet, ausgedruckte Schablonen decken geschwärzte Teile ab, die später eben schwarz bleiben sollen. Die Kinder bekommen Schaumstoff-Rollen und Paletten mit Acryl-Farbe, dann ging’s los – je zwei Kinder an einer Platte: Unter Anweisungen rollen sie die Farben auf die Flächen.

Nach zwei Stunden ist das Gemälde fertig. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt Maren (12). „Besonders toll fand ich es, den Farbverlauf für den Himmel zu machen, die verschiedenen Farbtöne.“

Vier Tage später, am 18. September, steht das dreiteilige Bild im Gesellschaftshaus am Klosterbergegarten, Präsentation auf der Abschlussveranstaltung der KiKuTa 2022 – und erntet Beifall. Auch Ulrike ist begeistert: „Ein wunderschönes Projekt, danke an alle, die mitgemacht haben!

Und was wird nun aus dem Gemälde?

Es soll gegen Ende des Jahres einen ganz prominenten Platz in der Stadt bekommen – wo, wollen wir heute noch nicht verraten. Nur so viel: Wir haben einen Ort gefunden, an dem das Bild jedes Jahr von rund 70.000 Menschen gesehen werden kann!

Hendrik und Babett von Otto pflanzt! mit Marcel an den vorbereitete Platte: Graue Schablonen decken die schwarze Stadt-Silhouette ab
Marcel verteilt die Acryl-Farben auf drei Paletten:
Zwei Kinder pro Tafel und Palette
Marcel zeigt, wie es geht, die Kinder schauen gespannt zu:
Gleich sind sie selbst die Künstlerinnen und Künstler!
Johanna (vorn) und Mila arbeiten konzentriert, Marcel leitet sie an
John gestaltet mit der Rolle die Blautöne des Himmels
Mit einem Metall-Häkchen zieht Leon die Folie ab
Marcel de Well: "Das war eine tolle Aktion - hat allen ganz viel Spaß gemacht!"
Der Himmel ist fertig - jetzt machen Mila und Johanna erst mal ein Selfie!
Kategorien
Aktuelles

Mission Stadtgrün retten!

Unser Stadtgrün leidet unter der diesjährigen extremen Trockenheit. Das ist in allen Stadtteilen zu sehen. Deswegen haben wir im Rahmen des Runden Tisches Magdegrün die Magdeburgerinnen und Magdeburger aufgerufen, unser Stadtgrün zu wässern. Als kleinen Anreiz haben wir als Verein, mit unseren Partnern einen Wettbewerb ins Leben gerufen. Da wir aber nicht nur reden möchten, sondern auch selbst anpacken, sind wir in kleinen Teams losgezogen und haben gewässert.

Hauptschwerpunkt über fünf Wochen waren die Bäume rund um die Johanniskirche. Dafür haben wir meist Brunnenwasser vom Grundstück von unseres Ehrenmitglieds Uwe Truckenmüller geholt und sind dann mit Eimern und Kanistern losgezogen, um das Wasser an die Bäume zu bringen. Dabei haben uns im Laufe der Zeit immer mehr Leute unterstützt und wir sind immer effizienter geworden. 

Von Wässerung zu Wässerung hatten wir mehr Bollerwagen, Lastenräder und mit Hängrietta einen 1a-elektrischen Anhänger fürs Fahrrad bzw. zum Laufen. Ihr fragt euch, wo wir den her haben?
Den haben wir uns ausgeliehen. Es kommt noch besser, das könnt ihr auch, schaut einfach mal bei Uncrowd Magdeburg vorbei.

Im Video seht ihr, wie Christoph  mit Hängrietta das Wasser an die Bäume bekommen hat. So hat der Wässerungseinsatz für alle Spaß gemacht!

Bei Einsätzen an der Kanonenbahn haben wir mit Hängrietta und zwei Lastenrädern Wasser von einer öffentlichen Pumpe geholt und sind zur etwa 1 km entfernten Kanonenbahn gefahren. Dabei haben wir mit einer Fahrt ganze 350 Liter transportiert bekommen. 

Übrigens haben wir die Standorte der Pumpen der gesamten Brunnen in der Stadt digitalisiert. Wir haben von der unteren Wasserbehörde die Standorte (Straßennamen) der Pumpen bekommen. Nachdem wir die Straßennamen der Pumpenstandorte hatten, haben wir mit Jens Winter die Magdeburger Twitter-Gemeinschaft aufgerufen, uns die GPS Koordinaten zu schreiben. Keine 48 Stunden später hatten wir so gut wie alle Koordinaten zusammen. Alle Punkte hat Jens Winter dann alle auf seiner Seite www.baumfreunde-md.de/home implementiert und damit wird allen die Suche nach einer öffentlichen Pumpe erleichtert! Die Geschichte dazu haben wir hier ausführlich beschrieben.

Nachdem es sich etwas herumgesprochen hatte, dass wir in Kleingruppen losziehen und Stadtgrün wässern, wurden wir von Patrick Egenwald angesprochen. Er ist Geschäftsstraßenmager in der Alten und Neuen Neustadt und ehrenamtlich bei uns engagiert. Mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Rothensee haben wir gemeinsam mit Patrick in der Moritzstraße, in der er auch sein Stadtteilbüro hat, gewässert. Dabei haben wir leider die Erfahrung machen müssen, dass das Wasser garnicht eindringen konnte, sondern weggeflossen ist. Da mussten wir dann mit viel Geduld den Boden erst einfeuchten und dann nachgießen.

Bei einer gemeinsamen Wässerung in Olvenstedt mit den Kindern und Jugendlichen des Treffs Mühle haben wir die Jugend für ihre Natur im Quartier sensibilisiert. Dabei haben uns Stefan Köhler, die Streetworkerin Sandra Tempel und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung unterstützt. So haben wir zwei Fliegen auf einmal geschlagen und sowohl Stadtgrün gewässert, als auch  Bildungsarbeit geleistet.

Am letzten Freitag hatten wir dann die größte öffentliche Aktionär Wässerung des Stadtgrüns durchgeführt.

Einsatzort: Die Bäume im Labyrinth an der Karl-Schmidt-Straße in Buckau. Dafür brachte die Buckauer-GWA den Stein ins Rollen.

Ihr Sprecher Patrick Jannack rief ein Nachbarschafts-Gießen ins Leben. Als wir durch die Volksstimme davon erfuhren, boten wir sofort Hilfe an. Gemeinsam schauten wir uns zunächst die Lage vor Ort an.

Wir erklärten ihm, wie wir in den vergangenen Wochen geholfen haben, das Stadtgrün zu wässern. Nach Möglichkeit verwendeten wir öffentliche Pumpen für unsere Wässerungen. Doch leider ist die Pumpe in der Nähe zurzeit defekt und kam somit für die geplante Aktion nicht in Frage. 

… deswegen lockert Christoph den Boden auf, damit der Boden das Wasser besser aufnimmt.

Um die selbst betreute Fläche an der Oebisfelder Straße wässern zu können, hat Otto pflanzt! über den Sommer von den SWM ein Standrohr zum Anschluss an einen Hydranten ausgeliehen – und das kam auch hier zum Einsatz.

Mit schwerer Technik packt die Freiwillige Feuerwehr Südost mit an

Am Freitag um 19 Uhr rückten 13 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Südost an um zu unterstützen.

Zu dem Zeitpunkt füllte sich langsam das Labyrinth mit Menschen. Nach einer kleinen Ansprache durch die GWA und einer Gieß-Einweisung durch uns begann die Aktion.

Über 50 Anwohnerinnen und Anwohner, meist junge Familien mit Kindern, packten mit an.

Livemusik und kühle Getränke von Voelkel und dem Brauhaus Brewckau sorgten für gute Laune.

Nachdem es langsam dunkel geworden war, stellten die Kameraden der Feuerwehr zwei große Lichtmasten auf.

Ich bin gerne zu der familienfreundlichen Aktion in Buckau gekommen und fand besonders daran Gefallen, wie das Verantwortungsgefühl der Kinder für ihre Umwelt über die Faszination für die Feuerwehrtechnik nachhaltig geweckt werden konnte. Diese spaßige Kombination finde ich für die Zukunft beispielhaft.

Joakim Blomquist

Spontane Unterstützung bekamen wir bei dieser Aktion durch das Autohaus Nordstadt GmbH. Mit einem Transporter und 2000 Liter Wasser im Gepäck rückten die Mitarbeiter an. Nach der Wässerung im Labyrinth, wo insgesamt 11500 Liter Wasser an die Bäume gebracht worden waren, zogen die Helferinnen und Helfer mit dem Transporter des Autohauses weiter zum Spielplatz in der Gaertnerstraße, Ecke Norbertstraße, und wässerten dort die Bäume.

Wir freuen uns übrigens, wenn sich noch mehr lokale Firmen einbringen würden, für unser Stadtgrün.

Übrigens: Das Wasser – abgesehen von den 2000 Litern – die das Autohaus Nordstadt gespendet hat, bezahlt der Verein Otto pflanzt! e.V. bei den SWM.

Die Lage im ganzen Stadtgebiet ist dramatisch, die diesjährige historische Trockenheit ist sehr vielen Bäumen im Stadtgebiet anzusehen. Wir brauchen für die nächsten Jahre ein Bewässerungskonzept, das an die sich dramatisch verändernden Klimabedingungen angepasst ist. Die nächsten Sommer werden im Durchschnitt nicht leichter für das Überleben unser Stadtbäume, dies ist Konsens in der Wissenschaft!

Das nötige Umdenken in der Pflege muss auch im Stadtgartenbetrieb Einzug halten. Stadtbäume tragen wesentlich zur Abkühlung, zum Wohlbefinden und zur Luftqualität bei. Dies müssen wir bewahren, dafür müssen wir uns einsetzen!

Es ist nicht mehr ausreichend, wenn sich die Stadt nach fünf Jahren aus der Pflege zurückzieht. Dazu muss aber der Stadtrat dem Stadtgartenbetrieb die notwendigen Mittel zu Verfügung stellen.

Wir wollen in den nächsten Jahren das Konzept solcher öffentlichen Wässerungsaktionen – als Event für die ganze Familie und auch als dezentrale Pflegepatenschaften – im Stadtgebiet ausbauen. Wir fordern  die Stadt auf, ihrer Aufgabe der Pflege von öffentlichem Stadtgrün intensiver nachzukommen. Viele Bäume in der Stadt werden das Jahr nicht überleben.

Kategorien
Aktuelles

Grün, grüner – Magdeburg!

Ein Überblick über Magdeburgs Stadtgrün und seine Pumpen

Karte Baumfreunde MD - Übersicht über Magdeburg

Ja, davon träumen wir: Wir wollen wieder einer der grünsten Städte Deutschlands werden! Damit unser Magdeburg auch in Zukunft – in Zeiten der Klimaerwärmung – lebenswert bleibt.

Doch wie viel Stadtgrün haben wir eigentlich?

Wir wollten es genau wissen und haben nachgefragt. Unser Alt-OB und Schirmherr Dr. Willi Polte hat eine Übersicht der Flächen zusammengestellt. Hier für euch die Übersicht in Zahlen:

  • 1800 ha öffentliches Grün, das durch die Stadt bewirtschaftet wird. Dazu zählen 19 gestaltete Parkanlagen, ohne Friedhöfe und straßenbegleitende Baumreihen.
  • 700 ha Kleingartenanlagen (ohne Privatgärten).
  • 1507 ha Waldfläche im Biederitzer Busch und in der Kreuzhorst.

Aber wir wollten es noch genauer wissen! Und wir sind fündig geworden: Der Informatiker und engagierte Magdeburger Jens Winter hat eine Übersicht aller Stadtbäume auf einer digitalen Karte erstellt. Unter www.baumfreunde-md.de kann man genau – in Form eines kleinen Steckbriefes – folgende Daten entnehmen:

  • Baumart
  • Gebiet
  • Pflanzjahr
  • Baumhöhe
  • Krohnendurchmesser
  • Stammumfang
  • wissenschaftlicher Name
  • Einen Link zum Wikipedia-Beitrag zur jeweiligen Baumart
Auch wir haben die öffentlichen Pumpen schon öfters verwendet

Da wir im Rahmen des Runden Tisches Magdegrün mit der Stadtverwaltung zusammen die Bevölkerung aufgerufen haben, das Stadtgrün zu wässern, und da man dazu kein Trinkwasser nutzen sollte, haben wir uns überlegt, die Pumpen im Stadtgebiet zu verwenden.

Gesagt – getan, nachdem wir diese ausprobiert haben, haben wir uns gefragt, wo überall Pumpen im Stadtgebiet zu finden sind. Deswegen haben wir die Standorte der Pumpen bei der Unteren Wasserbehörde der Landeshauptstadt Magdeburg erfragt und als Excel Übersicht zur weiteren Verfügung gestellt bekommen. Auf der Übersicht waren „nur“ die Straßen aufgeführt, in der die Pumpen stehen. Jens Winter hat deswegen über Twitter die Gemeinschaft aufgerufen, die genauen Standorte der Pumpen zu lokalisieren und ihm die Koordinaten zur Verfügung zu stellen.

Toll: Diese hatte er – dank der großartiger Magdeburger Twittercommunity – in wenigen Stunden zusammen!

Und hat dann die Pumpen auf seiner Seite

http://baumfreunde-md.de/home implementiert. 

Es gibt rund 100 Pumpen im Stadtgebiet verteilt. Davon sind ein paar (wegen z.B. Reparaturmaßnahmen) nicht angeschlossen bzw. betriebsbereit. Übrigens Jens Winter Hinweise zu den Pumpen oder allgemein seiner Seite entgegen. 

Jetzt kann jeder Interessierte auf einen Blick in der digitalen Karte sehen, wo bei ihm oder ihr in der Nähe öffentliche Pumpen zu finden sind.

Pumpe in der Annastraße Kreuzung Diesdorfer
Historische Pumpe in der Hegelstraße
Kategorien
Aktuelles

Oebi-Fläche feierlich eröffnet!

... und viel Prominenz war dabei

Oberbürgermeisterin Simone Borris und Otto pflanzt!-Vorstand Felix Bosdorf enthüllen gemeinsam das Hinweis-Schild an der Oebisfelder Straße

Was lange währt … sagt man, und das – war jetzt wirklich lange: 21 Monate ist es her, dass wir unsere allererste Fläche an der Oebisfelder Straße bepflanzt haben, genau gesagt: Heute, am Montag, 8. August 2022, waren 632 Tage vergangen.

Und heute Nachmittag haben wir sie endlich feierlich eingeweiht – mit tollen Gästen, über die wir uns riesig gefreut haben!

Kurzer Blick zurück. Es war Samstag, der 14. November 2020, als wir mit  rund 30 Leuten antraten, um zum ersten Mal eine große Fläche mit Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen: 58 hochstämmige Obstbäume, 800 heimische „Baby“-Bäume, dazu Hunderte von Sträuchern. Insgesamt 1866 Pflanzen kamen damals in die Erde.

Zuvor: Das Schild ist mit einem Tuch verhüllt

Gepflanzt mit Mindestabstand und Kontroll-Listen, mit Masken. Die geplante Feier fiel dann ganz der Pandemie zum Opfer. Aber aufgeschoben war nicht aufgehoben!

Heute, 15 Uhr. Eine Catering-Firma hatte einen Pavillon aufgestellt. Es gab Kaffee und Kuchen, Saft und Sekt. Feierlich enthüllten Simone Borris und Otto-pflanzt!-Vorstand Felix zusammen das Schild. Die Oberbürgermeisterin hatte schon in der Vergangenheit aktiv selbst mit angepackt. „Und das werde ich auch gerne wieder tun, wenn es die Zeit zulässt. Ich finde es großartig, was Otto pflanzt! in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt hat.“

Auch Umwelt-Staatssekretär Dr. Steffen Eichner würdigte in einem Grußwort die Arbeit des Vereins, lobte besonders den Einsatz vor dem Hintergrund der Trockenheit und würdigte den Einsatz gegen den Klimawandel. Und selbstverständlich ließ es sich auch der Eigenbetrieb Stadtgärten und Friedhöfe (Eb. SFM) nicht nehmen, dabei zu sein! und folgte unserer Einladung:  Mit dem Eigenbetrieb hatte Otto pflanzt!  damals, im Vorfeld der Pflanzung, den Nutzungsvertrag für die Fläche abgeschlossen, der uns verpflichtet, die Fläche für insgesamt sieben Jahre zu pflegen.

Und das tun wir sehr gewissenhaft: Erst gestern hatten wir hier unseren letzten Wässerungseinsatz – es war bereits der fünfte in diesem besonders trockenen Jahr. Damit haben wir noch Glück, da der Boden dort die Feuchtigkeit prima speichern kann.

Zur Begrüßung gab es Sekt und Saft
Fototermin - die Tafel wird enthüllt!
Staatssekretär Dr. Steffen Eichner kam als Vertretung für Umwelt- und Klimaschutzminister Prof. Dr. Armin Willingmann

Aus der Gästeliste

Alt-OB Dr. Willi Polte (Schirmherr von Otto pflanzt!), Annekatrin Thurm, Stefan Matz (Eb SFM), Madeleine Linke und Jürgen Canehl, (beide BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Manuel Pape (SUNK), Anne-Marie Keding (CDU), Ehrenmitglied Uwe Truckenmüller (Pflanzenhof Beyme)

Erfolg: Die Ausfälle bei den Heistern (den „Jungbäumen“) halten sich halbwegs in erwarteten Grenzen, und die Apfelbäume sehen bisher alle bis auf einen sehr vital aus. 

Was wünschen wir uns jetzt für die Zukunft? Vielleicht zwei Dinge: Zuerst natürlich mehr Regen für unsere Pflanzen! Und dann: Dass wir auf dem Weg des Wandels unserer schönen Stadt Magdeburg weiterhin bei der Gestaltung des dazugehörigen und notwendigen Stadtgrüns beitragen können.

Wenn wir diese Aufgabe von Anfang an gemeinsam anpacken, schaffen wir für die Magdeburgerinnen und Magdeburger und Menschen aus aller Welt, die es noch werden möchten, eine Stadt, die lebenswert ist – und ein Klima, in dem sich die nächsten Generationen hoffentlich wohlfühlen.

Besonders im Süden der Stadt wird es in den nächsten Jahren – durch die Ansiedlung von Intel – starke Veränderungsprozesse geben. Bei der dazugehörigen Gestaltung des Stadtgrüns tragen wir gerne unseren Teil bei!

Entspannte Runde: Unter dem großen Pavillon gab es Kaffee und Kuchen

Da Bilder mehr als 1000 Worte sagen, freuen wir uns, dass unser Partner Christian Seyboth von openeyesmedia.de uns mit seiner Drohne ein spektakuläres Video  erstellt hat. 

Kategorien
Wissen

So quicklebendig ist das Totholz!

In einem einzigen Totholzstamm können sich Tausende von Lebewesen tummeln. Nicht nur verschiedene Insekten und deren Larven, Asseln, Würmer und Milben, sondern auch Mikroorganismen, Flechten, Moose und Pilze leben im und vom Totholz. Der Abbau von Cellulose und Lignin geschieht besonders durch Pilze und Mikroorganismen. Diese sondern Enzyme wie beispielsweise Cellulasen ab, mit deren Hilfe Cellulose zersetzt wird.

Es mag ein wenig widersprüchlich klingen, aber totes Holz ist einer der lebendigsten Lebensräume der Natur und spielt eine äußerst wichtige Rolle für die Artenvielfalt. Warum das so ist und wie wir Totholz als Lebensraum zur Verfügung stellen können, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Die Bausubstanz der Bäume: Eine
Fülle an Energie und Nährstoffen

Lebende Bäume nehmen Wasser, Mineralien und Kohlendioxid (CO2) auf. Das CO2 wird bei der Photosynthese unter Aufnahme von Energie aus Sonnenlicht zu Glucose (Zucker) weiterverarbeitet und in dieser Form für die Bildung von Wachstums- und Stoffwechselprodukten eingesetzt. Durch biochemische Prozesse entstehen auf diese Weise unter anderem die drei wichtigsten Zutaten für den Aufbau von Holz: die Kohlenstoffverbindungen Cellulose, Lignin und Hemicellulose. Diese sorgen für die Zellstruktur, Festigkeit und Elastizität des Holzes. Daneben gibt es noch eine Reihe sogenannter Extraktstoffe. Hierzu zählen Terpentine (Gemische aus Harzen und ätherischen Ölen), Farbstoffe, Wachse, Harze und Fette. Diese Stoffe machen 1 bis 10 % der Holzmasse aus. Auch Kalium, Calcium, Natrium und Eisenoxid findet man im Holz.

Wer profitiert von Totholz und warum?

Totholz als Lebensraum für große und kleine Lebewesen:

Spinnen, Insekten, Reptilien, Amphibien, Vögel und sogar manche Säugetiere wie Igel und Fledermäuse gehören zu den natürlichen Besuchern, die im Totholz einen Unterschlupf finden. Wärmeliebende Arten wie Eidechsen, Blindschleichen und Holzbienen sind besonders an und in totem Holz an warmen, sonnigen Orten zu finden, wohingegen Amphibien (wie zum Beispiel Kröten) feuchtere und kühlere Orte bevorzugen.

Holz besteht aus einer Vielzahl wertvoller Stoffe, wie Zuckerverbindungen, Proteinen, Fetten, Mineralien und Enzymen – Stoffe, die zum Teil nach dem Absterben von Bäumen oder Ästen von anderen Organismen konsumiert werden. Aber nicht nur als Nährstofflieferant, auch als Lebensraum, wird totes Holz gebraucht.
Hornisse beim Nestbau. Hornissen sind eine Wespenart, die durch die Bundesartenschutzverordnung und das Bundesnaturschutzgesetz geschützt ist. Viele Tier- und Pflanzenarten, die auf Totholz angewiesen sind, stehen sogar auf der "Roten Liste", sind also vom Aussterben bedroht.

Totholz zum Bauen

Holz eignet sich prima als Baumaterial – das haben nicht nur wir Menschen herausgefunden: Wespen knabbern an totem Holz, vermengen es mit ihrem Speichel und ordnen es dann an einem geschützten Ort für den Bau ihrer Papier-ähnlichen Nester in einer Wabenstruktur an.

Totholz als Nahrungsquelle

Im Sommer summt, brummt und lebt es am (und im) Totholz, im Winter wird es still, und das Totholz wird zur wichtigen Nahrungsquelle: Wenn an den Bäumen und Sträuchern die Früchte fehlen und nirgends ein Blümchen blüht, dient das Totholz weiterhin als Nährstoffspeicher und bietet neben einer warmen Unterkunft auch genug Nahrung für kleine Lebewesen.

Unterschiedliches Totholz – unterschiedliche Verfallsstufen – unterschiedliche Lebewesen!

Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte können vergehen, bis ein Stamm völlig vermodert ist, je nach Holzart und Umweltbedingungen. In diesem Zeitraum durchläuft das Totholz mehrere Stufen des Verfalls: Zuerst besiedeln Insekten das tote Material, fressen daran und bohren Gänge. Dabei entstehen Kot und Bohrmehl, beides kann von anderen Organismen weiter verarbeitet werden.

Irgendwann fangen Pilze und Bakterien an, das Holz zu zersetzen, die Rinde löst sich langsam ab, und das Holz wird instabil. Nun besiedeln andere Insektenarten als anfänglich diesen Lebensraum.

Geht das Totholz dann allmählich in Humus über, besteht es bereits zum Großteil aus dem Kot der bisherigen natürlichen Besucher. Bodenlebewesen wie verschiedene Würmer, Schnecken und Asseln wandern dann in das übrige Substrat und zerkleinern es weiter.

Manche Arten sind derartig spezialisiert, dass sie nur im und am Totholz bestimmter Baumarten und auch nur in einer bestimmten Verfallsstufe vorkommen. Je verschiedenartiger das Angebot an totem Holz ist, desto reicher ist also auch die Artenvielfalt.

Mit den ersten Gängen der Käfer wird gleichzeitig Raum für Pilze und andere Lebewesen geschaffen. Spechte beginnen, nach Insekten zu suchen , klopfen ihre Löcher in das Material und schaffen so wiederum Platz für weitere Besiedelung.
Für Totholz gilt: Je dicker das Holz ist, desto mehr Nahrung gibt es und desto bessere Höhlen lassen sich bauen. Totholzhaufen sollten daher möglichst dicke Stämme und Stücke enthalten ...
... aber auch kleine Äste können zu einem Haufen gestapelt werden und bieten Schutz und Nahrung. So bieten markhaltige Stängel (Schwarzer Holunder, Himbeere, Brombeere, Heckenrose) Nistplätze Insektenarten wie die Maskenbiene oder die Schwarze oder Blaue Keulenhornbiene.
Spechte schlagen ihre Höhlen vorwiegend in aufrechtstehende tote Bäume und benutzen diese als Nist- und Überwinterungsplatz. Verlassene Spechthöhlen werden von anderen Arten genutzt, beispielsweise von Fledermäusen. Da Spechte mehr Höhlen bauen als sie selbst für die Brut und die Überwinterung benötigen, bleiben immer Höhlen für andere Tiere übrig.
Bizarre Formen aus Holz: Was für uns Menschen hübsch anzusehen ist, dient gleichzeitig als Insektenhotel. Übrigens: Zum Thema Insektenhotels und wie diese einfach aus Holz und anderen Materialien hergestellt werden können, hatten wir hier bereits einen Beitrag für Euch veröffentlicht.

Wie stellen wir Totholz als Lebensraum zur Verfügung?

1. Als Haufen

Wer der Natur mit Totholz etwas Gutes tun will, nutzt dafür am besten den eigenen Garten. An einem möglichst geschützten, warmen und sonnigen Ort (für die vielen wärmeliebenden Arten) kann das Totholz in einem lockeren Haufen aufgeschichtet werden. So kann es unmittelbar von verschiedenen Arten als Versteck und Rückzugsort benutzt werden. Das Gleiche gilt übrigens für Laubhaufen: Statt als Laubfeuer verbrannt zu werden, sollte Herbstlaub bestenfalls in einer geschützten Ecke im Garten angehäuft und liegengelassen werden. So kann es auch im Winter Schutz bieten – beispielsweise als Winterschlafquartier für Igel, Kröten und Insekten. Überwintert wird im Totholz entweder unter dem schützenden Geäst, in den Bohrlöchern von Käfern, in Hohlräumen und unter der Rinde.

2. Als aufrechter Stamm

Lange und dicke Baumstämme haben das Potenzial, einen äußerst wertvollen Lebensraum zu bieten. Stellt man einen solchen Stamm aufrecht, kann man nicht nur Vögeln und Insekten einen Rückzugsort bieten, sondern auch Fledermäusen.

3. Als Gestaltungselement:

Holz kann sehr ästhetische Formen annehmen. Warum nicht also Totholz als optisches Highlight im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon platzieren? Oder wie wäre es mit einer Begrenzung aus natürlichem Holz als „Raumteiler“im Garten?

4. Als Benjeshecke

Wer Lust auf ein größeres ökologisches Experiment hat, kann sich an den Bau einer Benjeshecke wagen: Hierfür setzt man Holzpfeiler in Reihen in die Erde und schichtet Totholz, Reisig und feste Schnittreste aus dem Garten entlang der Pfeiler. Sackt die Hecke im Laufe der Zeit zusammen, legt man einfach neue Schnittreste und Äste von oben nach. Eine Benjeshecke kann gleichzeitig als Abgrenzung zwischen Beeten oder Grundstücken dienen. Im Optimalfall baut man zwei Reihen, in deren Zwischenraum Platz für Bewuchs ist. Mit der Zeit werden in den Zwischenraum und in die Hecke selbst durch Vögel Samen eingetragen, sodass Stauden und holzige Pflanzen zu wachsen beginnen. Alternativ kann die Hecke mit geeigneten Pflanzen selbst bestückt werden, beispielsweise mit dem schattenliebenden Roten Fingerhut, der Akelei oder der Breitblättrigen Glockenblume.

Der innere Bereich der Benjeshecke auf dem Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal. Die Hecke wurde von der Hochschul-AG "Nachhaltigkeit und Umwelt" aufgebaut, die Bepflanzung im Inneren erfolgte zusammen mit Otto pflanzt!

Biochemie und Holzaufbau:

Bilder:

Kategorien
Aktuelles

Unser Stadtgrün ist in Gefahr –
aber wir packen mit an!

Vereinsmitglied Carina füllt Wasser für den Transport an die Bäume um

Wir erleben zur Zeit eine der schlimmsten Trockenheiten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 141 Jahren. Seit 2018 regnet es zu wenig. Gerade für ältere Bäume wird das zur Gefahr. Ein großes Problem seien die versiegelten Flächen, so Dr. Karsten Rinke vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Department Seenforschung, in einem ZDF-Beitrag. Denn: Wenn es dann mal regnet, fließt das Wasser direkt in die Flüsse und weiter in die Meere, anstatt lokal in die Böden einzusickern. 

Darunter leidet unser Stadtgrün, nachdem die letzten Sommer schon trocken waren, besonders. Deswegen haben wir mit der Stadt zusammen die Bevölkerung aufgerufen, das städtische Grün zu wässern. Wichtig ist dabei, kein wertvolles Trinkwasser zu verwenden, sondern beispielsweise öffentliche Pumpen zu nutzen.

Damit es für die Magdeburgerinnen und Magdeburger auch einen kleinen Anreiz gibt, haben wir unter unseren Partnern einige Preise eingeworben. Unter dem Hashtag #waessernfuermd suchen wir das kreativste Foto von euren Bewässerungseinsätzen. Schickt diese einfach per Mail oder über die sozialen Netzwerke an uns. 

Aber: Otto pflanzt!  wäre nicht Otto pflanzt!, wenn wir nicht auch selbst anpacken würden. Deswegen sind wir am 17. Juli mit einigen Engagierten losgezogen und haben vormittags und abends Stadtbäume gewässert. 

Bei dem Einsatz haben wir 2400 l Wasser an die Bäume gebracht. Das Wasser stammte aus einem Brunnen, der unserem Pflanzenexperten Uwe Truckenmüller gehört. Wir haben das Wasser in große Wasserbottiche gefüllt und sind mit seinem Transporter losgezogen.

Wir waren am Petriförder, an der Johanniskirche, in der Herrenkrugstraße und an der Hochschule Magdeburg Stendal Stadtbäume aktiv.

Damit der Boden das Wasser besser aufnimmt, haben wir zum Teil die Erde um die Bäume etwas aufgelockert.

Für die Aktion hat uns Uwe Truckenmüller seinen Firmentransporter, Wasser und Bottiche übrigens gratis zur Verfügung gestellt.

Mit einer Schubkarre fährt Christoph zum Tatort

Auch wenn wir mit einigen Leuten insgesamt acht Stunden unterwegs waren und so die Aktion selbstverständlich wiederholen wollen – erreichen wir natürlich nicht alle Bäume, die es nötig hätten. Deswegen hier nochmal der dringende Appell an alle Leserinnen und Leser: Beteiligt euch an der #waessernfuermd, um gemeinsam mit uns das Stadtgrün zu erhalten!

Wie Ihr sicher wisst, haben wir für unsere Pilot-Fläche in der Oebisfelder Straße die Pflege-Verantwortung selbst übernommen. Damit die Pflanzen gut anwachsen, müssen wir zur Zeit, bei der extremen Trockenheit, alle zwei Wochen raus und wässern. Richtig – das klingt verhältnismäßig nicht viel, dies liegt aber daran, dass wir hier einen super Boden haben,  der besonders viel Feuchtigkeit aufsaugt – und auch festhält.

Übrigens, die Stieleichen, die die Stadt rund um unsere Fläche gepflanzt hatte, wässern wir selbstverständlich jedes Mal mit.

Kategorien
Aktuelles

Umweltretter des Alltags gesucht

Unter diesem diesjährigen Motto lobte die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) in der Summe 15.000 Euro Preisgeld für herausragendes Engagement aus.
Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann Foto: Manuel Pape, SUNK

„Dabei sein ist alles“ – unter diesem Olympischen Motto fuhren wir zur Preisverleihung und waren damit Teil der 26. Verleihung des Umweltpreises des Landes Sachsen-Anhalt. Wir freuten uns dabei, mit anderen großartigen Initiativen und Einrichtungen ins Gespräch zu kommen. Insgeheim hofften wir natürlich auch, nicht mit leeren Händen nach Hause zu gehen. Das war zum Schluss auch der Fall, aber völlig anders als gedacht, geschweige denn erträumt. Aber der Reihe nach …

Am vergangenen Mittwoch den 13. Juli 2022 sind wir der Einladung der SUNK gefolgt und trafen uns pünktlich vor dem Lockschuppen in der Nähe vom Wissenschaftshafen. Wir, das waren in dem Fall Babett, Hartwig, Hendrik und Felix.

Wobei das nur die halbe Wahrheit ist. Auch unsere liebe Julia Zigann, die sich nicht „nur“ bei uns als engagiertes Vereinsmitglied hervortut, war dabei – sie ist aber gleichzeitig noch bei der Love Foundation engagiert und arbeitet seit ein paar Monaten hauptamtlich an der Hochschule Magdeburg Stendal als Klimaschutzmanagerin. Der neu geschaffene Job passt zu der grünen Ideenmaschine – wie sie selbst von sich sagt – wie die Faust aufs Auge.

Mit den einleitenden Worten „Das Engagement der Sachsen-Anhalter beeindruckt uns immer wieder. Dieser Einsatz für Umwelt, Natur- und Klimaschutz hat Vorbildcharakter, den wir sehr gerne mit dem Umweltpreis Sachsen-Anhalt hervorheben und würdigen“ eröffnete die Geschäftsführerin der SUNK Nele Herkt die Preisverleihung. Diese Worte gingen sicher den meisten unter die Haut, da alle, die sich in dem Raum versammelt hatten, sich permanent mit dem Thema auseinandersetzten und ständig für die Verbesserung und die Bekämpfung der Folgen des globalen Klimawandels mit voller Kraft und Hingabe einsetzten.

Es folgte ein Grußwort des Ministers für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Prof. Dr. Armin Willingmann. In diesem Jahr gab es 67 Bewerbungen auf den Umweltpreis dazu äußert sich der Minister erfreut: „Die große Resonanz zeigt: In Sachsen-Anhalt gibt es zahlreiche Umweltretter, die oftmals eher unbemerkt Gutes tun. Mit dem Umweltpreis des Landes rücken wir diese Vorreiter ins verdiente Rampenlicht und setzten so ein sichtbares Zeichen für gelebten Umweltschutz.“

Dann stieg nochmal die Spannung. Dr. Nele Herkt, Dr. Boß und Prof. Dr. Willingmann verkündeten die Dritt-, Zweit- und Erstplatzierten. Da die Jury nach einer ersten Bewertungsrunde mit mehreren Punkt-Gleichständen konfrontiert war, entschied sie sich, drei dritte, einen zweit und einen ersten Umweltpreis zu vergeben.

Von links: Dr. Nele Herkt (SUNK-Geschäftsführerin), Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann, Andreas Gottschalt, Jonas Gräber (3. Platz Umweltpreis: GastroHilft), Dr. Willy Boß (SUNK-Vorsitzender) Foto: Manuel Pape, SUNK

Gleichrangig den dritten Platz des Umweltpreiess 2022 errangen die GastroHilfegUG aus Halberstadt, die KiTa „Sonnenkäfer“ mit der KitTa-Imkerei aus Tangerhütte, sowie das Projekt OdeAnDieBiene ein Umweltprojekt des Endorfer Ackerbaus zur Förderung der Artenvielfalt gewonnen. Alle Drittplatzierten erhielten jeweils 1500 Euro Preisgeld.

Auf den zweiten Platz kommt das Bildungshaus Riesenklein, das aus einem Kindergarten, einer Kinderwerkstatt, einer Grundschule und einer Gemeinschaftsschule besteht und mit dem Nachwuchs allerhand Umweltprojekte umsetzt, dies wurde mit 4000 Euro honoriert.

Auf den ersten Platz schwamm das erste Bürgerforschungsschiff Deutschlands, die „Make Science Halle“. Betrieben von Science2Public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation.

Ausgezeichnet mit dem Umweltehrenpreis 2022 sind Julia Zigann, Joris Spindler und der Heimat- und Schiffereiverein Bittkau e.V.

Julia Zigann ist für unseren Verein so etwas wie die kreative-gute-Laune-Fee, die mit ihrem Fachwissen und ihrem Netzwerk unseren Verein bereichert.

Der Biologe Joris Spindler hat als Mitbegründer von Vitoria eine nachhaltige Lebensgemeinschaft geschaffen, in der alle Bewohnerinnen und Bewohner ihre ressourcenschonend leben und viele Ding gemeinsam nutzen. teilen. So haben sie es geschafft, ihren CO2 Fußabdruck von 12 Tonnen (deutscher Durchschnitt) auf ca. 4 Tonnen zu senken. Als Referent im Klimabonus e.V. hat er uns unterstützt. Heute arbeiten wir eng im Netzwerk des Klimabündnisses zusammen.

Joris Spindler sagte bei der Preisverleihung: „Das Ziel ist es, von 12 Tonnen CO2 auf unter 2 Tonnen pro Jahr zu kommen. Dies wurde international vereinbart bei der Klimakonferenz in Paris. Dazu ist es notwendig sehr umfassende Maßnahmen in allen vier großen CO2-Bedarfsbereichen Verkehr, Heizung/Strom, Ernährung und Konsum umzusetzen.“

SUNK-Vorsitzender Dr. Willy Boß, SUNK-Geschäftsführerin Dr. Nele Herkt und die Preisträger der drei Umweltehrenpreise: der Heimat- und Schiffereiverein, vertreten durch die Vereinsvorsitzende Aileen Lemme und den Bittkauer Ortsbürgermeister Alexander Wittwer; Julia Marie Zigann; Joris Spindler. Daneben Umweltminister Prof. Dr. Willingmann (v. l. n. r.) Foto: Manuel Pape, SUNK

"Es gibt unzählige Folgen der Klimakrise, die uns alle künftig betreffen werden. Aber es gibt mindestens genauso viele Maßnahmen, um die Folgen des Klimawandels zu mindern, und in dieser Vielfalt an Möglichkeiten haben wir eine Chance für eine lebenswerte Zukunft. Alle Preisträgerinnen und Preisträger des Umweltpreises 2022 haben deutlich gezeigt, wie vielfältig Klima- und Umweltschutz angegangen werden kann."

Julia Zigann

Nach der offiziellen Verleihung gab es für alle die Möglichkeit, mit den verschiedenen Bewerbern, einigen Vertretern aus der Jury und den anwesenden Politikern ins Gespräch zu kommen.

Plötzlich passierte für uns das völlig unerwartete: Andreas Gottschalt von GastroHilft gUG, die wenige Minuten vorher einer der diesjährigen Preisträger waren, kamen auf uns zu und meinte, sie fänden unser Projekt so großartig, dass Sie 500 Euro von ihrem Preisgeld an uns abgeben möchten.

Wow, damit hatten wir nicht gerechnet! Wir waren völlig überrascht und gerührt. Wir sagen an der Stelle nochmal tausend Dank für die großzügige Teilhabe Eures Preisgeldes. Gottschalt berichtete uns, dass das Team von GastroHilft gUG 2 Tonnen Lebensmittel in der Woche retten! Wir finden, für so ein Engagement haben Sie sich den 3. Platz beim Umweltpreis des Landes verdient!

Kategorien
Aktuelles

Hallo Elke und Ingolf – zeigt uns doch
mal, wie Ihr Eure Bäumchen pflegt!

Ingolf und Elke Otto freuen sich über die Buche - sie hat sich prächtig entwickelt

Montagabend, 30 Grad. Wir sind bei Familie Otto in Magdeburg-Salbke: „Kontrollbesuch“!

Nein – Elke und Ingolf heißen uns herzlich willkommen. Vor vier Monaten, am 13. März, hatten wir hier den Garten bepflanzt, 240 Bäume und Sträucher. Jetzt ist Hochsommer, seit Wochen gab’s keinen Regen mehr. Fragt man sich doch: Wie sehen die Bäumchen heute aus?

Gemeinsamer Rundgang, und eigentlich genügt ein Blick: Toll! Alles saftig grün! Nur ganz vereinzelt ein paar Pflanzen, die keine Blätter mehr haben, aber tot sind auch sie nicht.

Und – wie macht ihr das mit der Pflege?

Wir sind jedes Wochenende hier“, sagt Elke. Und wie lange? „Na ja, wir jedes Mal so zwei bis drei Stunden“, sagt Ingolf. „Um die tausend Liter sind das wohl jedes Mal.“ Klingt nach Arbeit, aber Elke lacht: „Ist es auch – aber das macht doch Spaß! Es war so schön zuzugucken, wie die Pflanzen immer mehr Blätter bekommen haben.“

Um den Garten zu bewässern, haben sie sich ein Bewässerungssystem gebaut. Nicht nur, weil das am umweltfreundlichsten ist. „Grundwasser gibt’s hier fast gar nicht mehr, der Spiegel ist um sechs bis acht Meter abgesunken“, erklärt Ingolf.

Jetzt führen die Regenrohre von den Dachflächen der beiden Gebäude in einen großen Bottich, von dort werden sie in Sammelbehälter gepumpt und von dort in zwei Bassins, in denen das Ehepaar die Kannen füllt.

Die Flächen rund um die Bäumchen sind etwas vertieft, damit das Wasser gut einsickern kann, zusätzlich hat Ehepaar Otto jeder Pflanze ein paar Handvoll Rindenmulch spendiert, damit es nicht so schnell verdunstet.

Ehepaar Otto möchte gern ein Beispiel geben, wie man aktiv werden kann – und auch bei dieser Hitze die Bäume und Sträucher im Garten am Leben hält.


Aber am besten, Ihr schaut Euch im Video unten an, was Elke Euch über ihre Pflege zu erzählen hat!

Besichtigung im Garten - alles im grünen Bereich! (in der Mitte Felix von Otto pflanzt!)
Auch diese Reihe - super! Mulch hält die Feuchtigkeit fest
Hier kommt das Regenwaser von den Dachflächen an, die Pumpe...
... pumt es dann in diese Zwischenspeicher und von dort aus ...
... geht es dann in diese Bottiche, wo es mit Kannen entnommen wird.
Kategorien
Wissen

Bäume gießen – wie geht’s richtig?

Die Eigentümerinnen und Eigentümer von Flächen, die Otto pflanzt! bepflanzt, verpflichten sich, ihre Bäumchen zu pflegen – insbesondere im Sommer für ausreichend Wasser zu sorgen. Aber wie gießt man denn eigentlich „richtig“?

Wie oft gießen?

Das kommt Trockenheit an – auf Hitze, Wind und ob es zwischendurch regnet. Im Allgemeinen reicht es aus, zweiwöchentlich zu gießen. Neu gepflanzte Bäume sollten in den ersten Wochen öfter gegossen werden, danach seltener. Zu häufige Wässerungen führen bei jungen Bäumen dazu, dass sie „verwöhnt“ werden und nicht genügend Wurzeln ausbilden, mit denen sie eine Trockenzeit besser überstehen können. Besser also seltener und reichlich als weniger und oft.

Wie viel gießen?

Das hängt von mehreren Faktoren ab – Baumart und -größe, Boden, Wärme und Wind. Faustregel: Pro Baum durchschnittlich 10 bis 15 Liter pro Woche (was nicht bedeutet, dass alle sieben Tage gewässert werden muss!). Viel Wasser brauchen z. B. Pappel, Erle, Weide, Ulme, Traubenkirsche. Kleinere und weniger belaubte Exemplare müssen natürlich entsprechend weniger gewässert werden.

Wie gießen?

Wichtig ist, dass das Wasser nah an der Pflanze (unten direkt am Stamm) in den Boden einsickern kann. Besonders bei großer Trockenheit gilt: Langsam gießen, da trockener Boden das Wasser schlechter aufnimmt. Niemals so viel oder so schnell, dass (gerade nach einer Pflanzung) der Oberboden weggeschwemmt wird.

Wann gießen?

Es empfiehlt sich das Gießen, am Morgen und am späten Abend – also nicht in der Hitze des Tages. Hier geht es darum, dass möglichst viel Wasser die Wurzeln erreicht und wenig Wasser verdunstet.

Was geht noch?

Vorteilhaft ist es, die Baumscheibe mit einer dicken Schicht Mulch abzudecken. Das kann Baumrinde sein, aber auch Grasschnitt, Laub oder Stroh. Das hilft, die Verdunstung zu vermindern und die Erde feucht zu halten.

Und hier gibt’s diese kleine Liste auch noch mal als PDF 😉

Kategorien
Wissen

Sachsen-Anhalt im Trockenstress

Warum der letzte Regen so trügerisch war

Magdeburg, 29. Juni, nachmittags. Ein hellgrau melierter Himmel, angenehme 23 Grad, angesichts der Glut vergangener Tage fast kühl. Und dann trommeln leise, kaum hörbar, Regentropfen auf den Sonnenschirm. Nur wenige Minuten lang.

Der Regen, der vom Wetterdienst prophezeit wurde, bleibt aus. 20 bis 50 Millimeter? Die Menge ist kaum messbar. Nicht der erste Irrtum vergangener Wochen. Nicht die erste Enttäuschung. Bange Blicke auf die Wetter-App. Das Wetter-Radar der App zeigt  Wolkenbänke, die sich kurz später in Nichts auflösen.

Samstag, 1. Juli, vormittags. Gegen 4.30 Uhr hatte es zu regnen begonnen, erst stark, dann nieselnd, mit Unterbrechungen. In Rothensee zeigt der Regenmesser morgens 12 Millimeter an, bis zum frühen Nachmittag kommen noch knapp vier Millimeter hinzu. Pfützen auf der Straße. Wasser tropft von den Bäumen. Wer jetzt durchs Gras läuft, bekommt nasse Schuhe.

Also Entwarnung? Ist das die Erlösung? Jetzt haben die Pflanzen endlich das dringend benötigte Wasser – oder? Ein trügerisches Gefühl, eine falsche Hoffnung. Auch wenn die Bäume im Stadtpark auf den ersten Blick noch satt grün erscheinen.

Die Klimakrise ist nicht nur in Magdeburg angekommen. Wir sind ihr nationales Zentrum, und das seit Jahren.

Das Landesamt für Umweltschutz (LAU) hat die bitteren Fakten zusammengefasst:

– Das Frühjahr 2022 war eines der drei trockensten (zusammen mit den Jahren 1934 und 2011) seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

– Nachdem der Februar noch recht feucht war, fielen in den Frühlingswochen dann nur noch 157 Millimeter Niederschlag, drei Viertel des statistisch erwarteten Wertes von 207 Millimetern. Im Monat März kamen nur noch 15,1 Prozent zusammen, gegenüber dem Niederschlag-Mittel des Vergleichzeitraums von 1961 bis 1990.

– Die Sonne schien im März 231,4 Stunden – der Höchstwert seit Erfassungsbeginn 1951 (auf Platz 2 das Jahr 2011 mit 38 Stunden weniger).

– Die 16 Millimeter Regen am Freitag in Magdeburgs Norden (im Süden fiel etwa das Doppelte) sind dabei aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Bördeboden, eine winzige Rate auf einen Langzeit-Kredit. Denn durch die trockenen Jahre seit 2018 fehlen dem Boden inzwischen 272 Millimeter Regen – die Menge eines halben Jahres.

Wie viel Niederschlag bräuchten wir eigentlich, damit der Boden wieder die normale Feuchtigkeit hat? Der Magdeburger Baum-Sachverständige Hartmut Beyer macht wenig Hoffnung: „Dazu müsste es zwei bis drei Wochen hindurch regnen.“

der schwarze Punkt zeigt die Lage Magdeburgs: Die Bodenfeuchte am 28.06. direkt unter der Oberfläche bis in 10 cm Tiefe ...
... und hier in zwei Metern Tiefe. Weiterhin kritische Werte und Sachsen-Anhalt. Grafiken (Screenshot): Deutscher Wetterdienst

Seit jeher ist der Magdeburger Raum eine der trockensten Gegenden Deutschlands. Inzwischen hat ihn extreme Trockenheit erfasst. Der Bodenfeuchteviewer des Deutschen Wetterdienstes (DWD) macht das auf schockierende Weise deutlich. Dort lässt sich die Trockenheit an verschiedenen Tagen in unterschiedlicher Bodentiefe ablesen. Für den 28. Juni weist die interaktive Karte „extremen Trockenstress aus, und zwar nicht nur an der Bodenoberfläche, sondern bereits auch in zwei Metern Tiefe.

Und hier zeigt sich die fatale Lage speziell unserer Stadt in Bezug auf die Versorgung mit Niederschlag. An der Oberfläche ist halb Deutschland trocken, insbesondere der mittlere und östliche Norden des Landes. Dort wird es aber in den tieferen Schichten wieder deutlich besser – sogar im trockenen Brandenburg. Nicht so leider in Magdeburg und dem südlichen Sachsen-Anhalt.

Bodenfeuchte in Magdeburg - Grafik: Deutscher Wetterdienst

Dies macht deutlich: Es ist nicht Sache eines einzelnen noch so ergiebigen Regengusses, die Pflanzen genügend mit Wasser zu versorgen. Die Frage ist, wie viel Wasser der Boden auf Vorrat hat.

Die Landwirtschaft gebraucht dazu das Maß der „nutzbaren Feldkapazität“ (nFK). Dies meint vereinfacht – vergleichbar mit einem Akku – den „Ladestand“ in bestimmten Bodentiefen an bestimmten Tagen. Die Seite agrarheute.com hat den nFK hier ganz schön erklärt.

Für die Juni-Tage Magdeburg veröffentlichte der Deutsche Wetterdienst dazu die folgende Grafik, die allerdings leicht etwas Falsches suggeriert: „Grün“ heißt nämlich nicht „gut“ (blau wäre gut)  – sondern es meint eine gerade mal 50-prozentige Sättigung, die wir in der Tiefe von ein bis zwei Metern haben. Darüber sieht es noch schlimmer aus:

Aber auch insgesamt ist der Osten Deutschlands von der Dürre immer Dürremonitor des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung stärker betroffen, das belegt auch der Dürremonitor des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ) mit Aufzeichnungen über die Veränderungen der letzten Jahre:

Grafik: UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Wir sollten also aufhören, immer nur zu hoffen, dass schon irgendwann genug Regen kommt. Wir können nur versuchen, den Schaden zu begrenzen. Rasen und Beete sind nicht wichtig, hier sollte das kostbare Wasser nicht verschwendet werden; die Bäume brauchen das Wasser. Besser viel Wasser in etwas größeren Abständen als täglich kleine Mengen. So fördern wir das Wurzelwachstum. Und am besten in den frühen Morgen- und den späten Abendstunden, dann dringt mehr in die Erde ein, es verdunstet weniger. Das ist es, was wir noch tun können.

Und sonst? Eine kleine Hoffnung bleibt: Dass einige Bäume genetisch so robust sind, dass sie trotz der Trockenheit überleben. Und dass ganz junge Bäume sich noch an die Trockenheit anpassen können.

Es werden nicht alle schaffen. Aber ein paar.

Kategorien
Aktuelles

Hilfe, Hilfe – unser Stadtgrün braucht dringend Wasser!

Um das Stadtgrün zu retten, starten wir gemeinsam mit der Stadt Magdeburg, eine Bewässerungs-Challenge!

Seit ein paar Wochen haben wir regelmäßig über 30 Grad, bis zu 16 Stunden brennt die Sonne am Tag! Und das nach einer Trockenphase, die schon viel zu lange andauert. „Das bisherige Jahr 2022 war in Sachsen-Anhalt deutlich zu trocken“, meldet Sachsen-Anhalts Umweltministerium.

Unser Baum-Experte Uwe Truckenmüller kann das nur bestätigen. „Alle Bäume leiden unter der extremen Trockenheit und Hitze, und sehr viele junge und alte Bäume sind bereits abgestorben. Wenn unsere Bäume nicht sterben sollen, dann müsst Ihr sie jetzt gießen! Nicht nur die Gartenbäume, sondern, wenn es euch möglich ist, auch die Straßenbäume vor eurer Haustür, und auch Streuobstbäume sind natürlich sehr dankbar.“

Unser Schirmherr, Alt-OB und Initiator der Initiative "Mein Baum für Magdeburg" Dr. Willi Polte wässert außer Konkurrenz (auch) mit

Die Idee zum Wettbewerb haben wir von unseren Freunden aus Leipzig übernommen, vielen Dank für den großartigen Aufruf nach Leipzig! Beim ersten Runden Tisch Magdegrün, den wir am Montag gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Umweltamtes, des Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (Eb SFM), des Stadtplanungsamtes, des Liegenschaftsservices, des Naturschutzbeirates, sowie den Naturschutzverbänden BUND und NABU hatten, haben wir entschieden, wir müssen Handeln! Deswegen rufen wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung Magdeburg zum Wässern auf!

Für die Pflege und damit auch die Wässerung ist im Stadtgebiet der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg zuständig. Für den Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg liegt der Fokus auf der Linderung der Auswirkungen von Trockenheit durch Wässerung des besonders gefährdeten Grüns. So werden mit insgesamt acht Fahrzeugen vor allem Jungbäume mit dem dringend benötigten Nass versorgt. Auch Stauden und Beete mit Wechselbepflanzung werden dieser Tage durch die Gärtnerinnen und Gärtner des Eigenbetriebes extra gegossen. Wiesen- und Rasenflächen werden hingegen nicht bewässert. Da wir es bei der extremen Trockenheit in diesem Jahr aber mit einer Herkulesaufgabe zu tun haben, kommt leider der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg, der für „normale“ Sommer gerüstet ist, mit dem Bewässern nicht hinterher. Da uns allen das Stadtgrün am Herzen liegt, rufen wir deswegen die Bevölkerung zum Wässern auf!.

Jetzt heißt es anpacken: Holt die Kannen raus, macht sie voll und rettet die Bäume – da wir die extreme Situation nur gemeinsam bewältigen, wollen wir daraus einen Wettbewerb machen.

  • Und so geht es:

  • Schickt uns euer bestes / lustigstes / kreativstes Foto von eurem Wässerungseinsatz!
  • Einsenden könnt ihr die Fotos über die Sozialen Netzwerke Facebook, Instagram und Twitter verlinkt dazu einfach unseren Kanal und nutzt den Hashtag #waessernfuermd oder sendet sie klassisch per Mail (info@ottopflanzt.de).
  • Eine Jury kürt Ende August dann die Gewinnerbilder. Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gibt es:
    1. einen Apfelhochstamm (gespendet vom Pflanzenhof Beyme),
    2.  zwei Gutscheine für All You Can Eat bei SUSHIFREUNDE (gespendet von SUSHIFREUNDE), 
    3. eine Kiste Margret & Karl Apfelsaft (von Voelkel), 
    4. das Buch „Genug für alle, für immer – Nachhaltigkeit ist einfach komplex“ von unserem aktiven Vereinsmitglied Dr. Hartwig Haase  

               zu gewinnen! – Viel Glück an alle Teilnehmerinnen                 und Teilnehmer!

Bäume und Sträucher brauchen nicht "nur" im Sommer Wasser, auch bevor sie in die Erde kommen! Deswegen schwemmt Julia die Pflanzen vorher ein.
  • Wichtig, nutzt für die Wässerung nach Möglichkeit kein Trinkwasser! Es gibt im ganzen Stadtgebiet öffentliche Pumpen. Mit den Trinkwasservorräten müssen wir, insbesondere aufgrund der alarmierenden Lage, sparsam umgehen.
  • Erzählt euren Freunden, Verwandten und Nachbarn von der Aktion, da wir nur gemeinsam unser Stadtgrün erhalten können!
  • Ihr fragt Euch, wie ich richtig gieße, hier erklären wir es euch. 🙂
Der kleine Oskar hilft mit
Kategorien
Aktuelles

Zwei Tage Glut-Hitze: Holt bitte die
Gießkannen raus, rettet die Bäume!

Die Sonne brennt ... morgen 33 Grad, Sonntag 34 Grad, so der Wetterdienst. Die Bäume haben Durst ...

Morgen (Samstag, 18. Juni 2022) kriegen wir 33 Grad, Sonntag wird’s noch heißer – bis zu 16 Stunden brennt die Sonne am Tag! Und das nach einer Trockenphase, die schon viel zu lange andauert. „Das bisherige Jahr 2022 war in Sachsen-Anhalt deutlich zu trocken“, meldet Sachsen-Anhalts Umweltministerium. „Im Vergleich mit der Referenzperiode von 1961 bis 1990 wären bisher 207 Millimeter Niederschlag zu erwarten gewesen. Gefallen sind jedoch nur 157 Millimeter.“

Die dramatische Situation in Sachsen-Anhalt zeigt seht gut auch ein Bericht des MDR von Ende Mai.

Unser Baum-Experte Uwe Truckenmüller kann das nur bestätigen. Er hat sich im Magdeburger Stadtgebiet umgeschaut und überall Belege für die schlimme Situation gefunden. „Alle Bäume leiden unter der extremen Trockenheit und Hitze, und sehr viele junge und alte Bäume sind bereits abgestorben.“

In einem Appell wendet sich Uwe an die Magdeburgerinnen und Magdeburger: „Wenn Eure Bäume nicht sterben sollen, dann müsst Ihr sie jetzt gießen! Nicht nur die Gartenbäume, sondern, falls möglich, auch die Straßenbäume vor eurer Haustür, und auch Streuobstbäume sind natürlich sehr dankbar.“

Soll heißen: Holt die Kannen raus, macht sie voll und rettet die Bäume – diese beiden heißen Tage nach der bereits andauernden Trockenheit könnten sonst das Ende für Hunderte von ihnen bedeuten.

Und man kann noch mehr tun, damit die Hitze den Bäumen weniger anhaben kann. Uwe gibt folgende Tipps:

  • Lasst die Vegetation unter den Bäumen lang wachsen! Dann kann sich der Boden nicht so stark erhitzen.
  • Schneidet die Obstbäume, damit sie weniger Laub haben und damit weniger Wasser verdunsten!
  • Entfernt die Stammausschläge und Jungtriebe. (Wie das geht, zeigte euch Uwe bereits im Video-Beitrag.)
  • Wenn Eure Bäume von Misteln befallen sein sollten, entfernt die Misteln! Sie entziehen den Bäumen Nährstoffe und Feuchtigkeit. (Über die Gefahr durch Misteln für Bäume hat unser Mitglied Carina hier geschrieben.)
  • Mäht Euren Rasen jetzt am besten gar nicht (und wenn Ihr später mäht, bloß nicht zu kurz, Mäher auf höchste Stufe)! Ist das Gras kurz, trocknen Sonne und Wind die Erde viel schneller aus. Das gefährdet neben den Pflanzen selbst auch die Insekten, auf die wiederum die Vögel angewiesen sind.
Beispiel: Leonie füllt die Kannen zur Bewässerung - ein Bild aus den Anfängen unserer Fläche auf der Oebisfelder Straße. Inzwischen ist hier alles ganz grün geworden. Und wir sorgen dafür, dass es so bleibt

Aber: Was für die Bäume gilt, das gilt nicht für Euren Rasen: Hier zu wässern, wäre tatsächlich Wasserverschwendung.

Denn gelber Rasen sieht vielleicht bescheiden aus, der erholt sich aber in wenigen Wochen.

Kümmert Euch um die Bäume!

Wir haben übrigens am letzten Samstag (10.06.) nicht nur unsere Obstbäume an der Oebisfelder Straße klimafit gemacht (Uwe hat sie beschnitten), sondern auch alle Bäume und Sträucher gewässert.

Für die späteren Pflanzungen tragen die Flächeninhaber die Verantwortung, und wir hoffen, dass sie sich um ihre Bäume kümmern.

Am Montag soll laut Deutschem Wetterdienst endlich Regen kommen, möglicherweise sogar reichlich.

„Vielleicht kommt aber auch wieder nur wenig“, sagt Uwe, „und vielleicht ist es für viele Bäume dann auch schon zu spät.“

Bitte, nutzt dieses Wochenende und holt die Gießkannen raus!

Für den Erhalt unseres Stadtgrünes!

Nur gemeinsam bewahren wir jetzt unsen Baumbestand!

Kategorien
Aktuelles

Uwe erklärt die Obstbaumpflege
Weniger Blätter = Mehr Kraft!

Obstbäume beschneiden – das macht man doch im Frühjahr … oder? Wieder so eine Halbwahrheit. Wir waren jetzt draußen. Auf der Streuobstwiese an der Oebisfelder Straße hat unser Baumpflege-Experte Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme die rund 60 Apfel- und Birnenbäume geschnitten.  Der Landschaftsgärtner und Landschaftsplaner gibt sein Wissen an der Stelle gerne weiter. 

„Wir müssen die Bäume jetzt fit machen für die trockenen Monate“

Uwe Truckenmüller

Zuerst zupft er die sogenannten Wassertriebe vom Stamm. Dann bescheidet er die Krone. Die Logik ist ganz einfach. Jedes Blatt verdunstet Wasser. Das führt bei längeren Trockenperioden dazu, dass die Bäume nicht mehr genug haben. Deshalb werden wir die Blattmasse reduzieren. Halbe Blattmasse – halber Wasserverbrauch!“ Und dafür ist der Juni der beste Monat, sagt Uwe.

Unsere Bäume sind noch sehr klein, man muss also nicht befürchten, dass darin Vögel brüten, die wir beim Schnitt stören würden. Gleichzeitig eine gute Gelegenheit, die Bäumchen von ihren Störenfrieden zu befreien: Blutläuse werden abgestreift, Blätter mit Mehltau und Gespinstmotten entfernt.

Wie der Schnitt im Einzelnen vor sich geht, seht Ihr im Video.

Übrigens: Uwe ist Ehrenmitglied unseres Vereins – sein Einsatz war natürlich ehrenamtlich.
 
Hier könnt ihr den Vorher- und Nachher Vergleich sehen!
Vor dem Sommer-Erziehungsschnitt
... und nach der Pflegemaßnahme

P.S.: Das Video haben wir spontan bei der Baumschnitt-Aktion mit dem Handy für Euch aufgezeichnet. Bitte entschuldigt die teilweise schlechte Tonqualität.

Kategorien
Aktuelles

Treffen mit Ministerin Steffi Lemke
Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin!

Der Slogan ist legendär, jeder kennt ihn von der Fußball-WM 2006. Die damalige Euphorie, unsere deutsche Nationalmannschaft fährt zum Finalspiel in die Bundeshauptstadt, hat sich einfach kollektiv eingebrannt. Aber keine Sorge, wir haben nicht über Nacht unseren Vereinszweck geändert. Auf Einladung der Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) waren wir am Donnerstag bei ihr in Berlin!

Am Magdeburger Hauptbahnhof wurden wir von Thea-Helene Gieroska in Empfang genommen. Sie ist in Magdeburg im Regionalbüro von Steffi Lemke tätig. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Grünen Jugend aus Sachsen-Anhalt fuhren wir über Berlin Hauptbahnhof zum Potsdamer Platz. Von da liefen wir rüber ins Bundesumweltministerium.

Die Vertretung von Otto pflanzt! vor dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (von links): Steffen, Felix, Babett, Doreen, Hartwig, Joakim
Blick auf die Berliner Mauer

Das Gebäude beeindruckt durch seine Geschichte.

Zu Zeiten der deutsch-deutschen Teilung verlief an der südlichen Gebäudefront die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland. Die ungewohnte Nähe zur BRD nutzte die DDR-Führung zur Spionage, so erklärte es uns die fachkundige Mitarbeiterin des Hauses.

Ehemalige Mauerstücke, welche heute im Gebäude integriert sind, zeigen nicht nur, auf welche Art und Weise ein ganzes Volk eingesperrt wurde. Die Graffitis der Mauerstücke zeugen auch von der Nachwendezeit und der damit verbundenen kulturellen Szene, die an diesem Standort aktiv war. Davon ist heute jedoch nur noch sehr wenig zu erkennen.

Nach dieser Einführung freuten wir uns auf das Gespräch mit der Ministerin! Frau Lemke begann mit einer kurzen Erläuterung der gerade gelaufenen Umstrukturierung im Hause. Die ist nach Beginn einer neuen Legislaturperiode üblich. Die Umstrukturierung hängt damit zusammen, dass verschiedene Aufgaben, wie in diesem Fall der Verbraucherschutz, von einem anderen Ministerium in das Bundesumweltministerium gewechselt sind.

Dann hatten wir etwa eine halbe Stunde lang die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dabei konzentrierten wir uns auf Aspekte, die uns in der Praxis in letzter Zeit Kopfzerbrechen bereitet haben.

Wir sprachen die Fällungen im Biederitzer Busch und in Elbenau an. Die Ministerin versprach, sich mit der zuständigen Bundesforst in Verbindung zu setzen. Unserem Wunsch, für jede Kommune einen Beauftragten u.a. für Bürgeranfragen zum Pflanzen von Bäumen zu implementieren, damit man als Ehrenamtlicher nicht in der Flut der unterschiedlichen Zuständigkeiten ertrinkt, musste die Ministerin leider eine Absage erteilen. Grund: Es handelt sich hier um Kommunalrecht.

Jedenfalls hat sich die Ministerin über unsere Anregungen aus der Praxis gefreut!

Babett fragt die Ministerin
Ministerin Lemke stellt sich unseren Fragen

Nach einem Gruppenfoto hieß es für Frau Lemke dann auch schon: auf zum nächsten Termin. Wir haben durch den Besuch nicht nur gelernt, wie es in groben Zügen im Ministerium zugeht, sondern auch, was alles zum Job der Ministerin dazugehört. Oh, da lobt man sich doch seinen nine-to-five-Job…

Da uns im Vorfeld bewusst war, dass die Zeit nicht ausreichen wird, um tiefgründig ins Gespräch zu kommen, hatten wir von Anfang an vor, die Probleme nur kurz anzureißen, damit die anderen Gäste auch die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen. Wir boten gleich zu Anfang des Gesprächs mit der Ministerin an, ihr die Fragen nochmal ausführlich per Mail zu schicken, was sie sehr begrüßte. Einige wertvolle Informationen konnte sie uns dennoch ad hoc mitgeben.

Für uns ging es weiter zum Mittagessen. Im Anschluss besuchten wir den Reichstag. Dort gab es nach einem Gruppenfoto für uns die Möglichkeit, den historischen Bau individuell zu erkunden. Wir nutzten diese Gelegenheit und schauten von der Plattform  direkt ins grüne Herz der Bundeshauptstadt.

 

Der letzte Programmpunkt des spannenden Ausflugs führte uns zum Brandenburger Tor. Von da aus startete unser kleiner Stadtrundgang durch das politische Machtzentrum der Stadt. 

Wir waren insbesondere darüber erstaunt, welche Lobbyorganisationen an diesem exklusiven Standort ihren Sitz haben und damit die Nähe zur Politik (aus-)nutzen, um Einfluss  auf die Politiker und somit auch auf die Gesetzgebung  zu nehmen. Dabei erwähnte der Stadtführer, dass Lobbyarbeit an sich erstmal nichts Negatives ist. Lobbyarbeit, oder anders ausgedrückt, Einflussnahme, haben wir heute (für den Natur- und Umweltschutz) auch betrieben.

Rechts könnt ihr einen (nicht vollständigen) Ausschnitt der Lobbyorganisationen sehen, die direkt am Brandenburger Tor ihren Sitz haben. Da wir quasi auch Lobbyarbeit betrieben haben, haben wir unser Logo mal kurzzeitig dazugehalten.  

Tafel mit Logos der Lobbyorganisationen, die am Brandenburger Tor vertreten sind

Organisiert (in Zusammenarbeit mit dem Büro von Frau Lemke) und bezahlt wurde die Exkursion übrigens vom Bundespresseamt. Jedem Bundestagsabgeordneten räumt der Bundesrechnungshof die Möglichkeit ein, drei Mal im Jahr Besuchergruppen zu empfangen. Allen mitgereisten Vereinsmitgliedern hat der Ausflug, der gleichzeitig auch unsere erste Bildungsfahrt als Verein war, außerordentlich gefallen.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben!

Gruppenbild mit der Ministerin Lemke und allen Teilnehmern der Exkursion (Bildquelle: BMUV)
gemeinsamer Besuch des Reichstages aller Ausflugsteilnehmer (Bildquelle: Bundestag)