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Eicheln, Nüsse und Kastanien: So
pflanzen Tiere einen neuen Wald

Walnüsse, Eicheln, Haselnüsse und andere Leckereien: Im Herbst gibt es ein reichhaltiges Nahrungsangebot für verschiedene Tiere. Krähen, Eichhörnchen und Eichelhäher sind in der Lage, größere Früchte und Nüsse fortzutragen, die sie dann teilweise als Wintervorrat vergraben. Denn Nüsse und Eicheln sind voller Nährstoffe wie Proteine und Öle. Nur: Häufig kommt es vor, dass die Tiere diesen Vorrat später gar nicht wiederfinden. Das ist kein „Versehen“ der Natur – sondern hat einen Sinn: So tragen die Tiere – besonders oft Vögel – zur Verbreitung von Bäumen und Sträuchern bei.

Vögel als Baumpflanzer? Die können uns prima helfen! Auf diese Idee kam Daniel Müller-Habbel, Revierleiter im Staatswald Eckenhagen (Bergisches Land). Die Herausforderung war eine Wiederaufforstung großer Flächen nach dem verheerenden Sturm Kyrill. Der Förster sammelte 600 Kilo Eicheln und Bucheckern und deckte damit im betroffenen Gebiet über 20 „Frühstückstische“ für die Eichelhäher. Eichelhäher lieben Eicheln, sie konnten gar nicht widerstehen und sackten alles ein, was sie wegtragen konnten. Sie futterten sich satt, vergruben Vorräte und – vergaßen einen Teil. Im Frühjahr begann so die Entstehung eines neuen Waldes, geschaffen mit Hilfe der Vögel …

Wie der Name schon sagt: Der Eichelhäher liebt Eicheln - und hilft mit seinen Vorräten bei der Aufforstung

Die Wirkung der Winterkälte auf Samen

Wurde ein Wintervorrat in der Erde vergraben, fangen die Samen in der Regel nicht sofort an zu keimen. Das ist gut so: Sonst würden die zarten Pflänzchen beim nächsten Frost erfrieren. Deshalb sind in unserer Klimazone viele Pflanzenarten „Kaltkeimer“: Die Samen dieser Arten müssen erst über einen längeren Zeitraum hinweg Kälte ausgesetzt sein, damit es zur Keimung kommt. Die Logik: Erst der Winter, danach wird gekeimt.

Gesteuert wird dieser Mechanismus maßgeblich über keimhemmende Pflanzenhormone wie die Abscisinsäure im Samenkorn. Diese Hormone werden durch eine länger andauernde Kälteeinwirkung allmählich abgebaut. Erst dann kann ein Keim – beim erneuten Temperaturanstieg im Frühling – austreiben. Und, so ganz nebenbei, ist das auch sehr ökonomisch: Es bleibt den Tieren so viel Nahrung wie sie brauchen. Und nur das, was Eichhörnchen, Eichelhäher und Co. in während der kalten Jahreszeit nicht wieder ausbuddeln, wird später keimen.

Übrigens: Die in milderem und tropischem Klima beheimateten Pflanzen müssen sich nicht vor Kälte schützen – die Samen der meisten der dort heimischen Arten sind sofort keimfähig und treiben auch ohne Kältereiz aus.

Züchten von kaltkeimenden Pflanzen aus Samen

Für das Ziehen kaltkeimender Pflanzen aus Samen gibt es verschiedene mögliche Vorgehensweisen. Die einfachste davon ist die Aussaat im Herbst. Beispielsweise können Walnüsse direkt ein paar Zentimeter tief im Balkonkasten vergraben werden. In der Winterzeit erhalten die Nüsse den benötigen Kältereiz und keimen mit ein wenig Glück im Frühjahr aus.

Allerdings gelingt die Keimung bei einem Teil der Saat nicht – das ist normal. Einige Samen bleiben einfach steril, manchmal haben  auch Würmer, Bakterien oder Pilze an den Eicheln und Nüssen geknabbert. Die keimen dann nicht mehr, bleiben im Boden und verrotten später.

Daher sollte immer eine höhrere Anzahl an Samen gesät werden als Jungpflanzen erwünscht sind. Wer also drei Walnussbäume ziehen möchte, sollte im Herbst 6 bis 7 frisch gesammelte Walnüsse im Garten oder im Balkonkasten vergraben.

Die zweite Möglichkeit für die Zucht besteht darin, den für die Keimung benötgten Reiz künstlich zu erzeugen – man spricht von Stratifikation. Bei Kaltkeimern erreicht man diese durch Kühlung der Samen über einen längeren Zeitraum hinweg. Diese Variante kann beispielsweise bei der Zucht von Wein und Lavendel angewendet werden. Hierfür werden die Samen für bis zu 12 Wochen in einem geschlossenen, mit Sand oder Torf gefüllten Gefäß den Kühlschrank gelegt. Die Aussat in die Erde erfolgt anschließend bei höheren Temperaturen.

Kastanie, Haselnuss und Walnuss gehören wie viele andere heimische Pflanzen zu den Kaltkeimern. Auch bei vielen Obstbaumarten wie Apfel und Mirabelle benötigen die Samen für die Keimung einen Kältereiz. Die meisten Gemüsesorten hingegen sind Warmkeimer, da sie in unseren Breitengraden nicht heimisch sind, sondern ursprünglich aus wärmeren Gebieten stammen. Hierzu zählen beispielsweise Gurke, Tomate, Kürbis und auch einige beliebte Kräuter wie der Basilikum

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Start in die zweite Pflanzsaison
Erster Arbeitseinsatz mit 56 fleißigen Händen​

Am vergangenen Samstag haben wir die neue Pflanzsaison eröffnet!

28 Helferinnen und Helfer haben die Fläche im Elbweg 1 bei strahlend blauem Himmel vorbereitet. Wir haben uns über so viele engagierte Unterstützer sehr freut. Domino’s Pizza  aus Magdeburg und Voelkel verpflegten die pfleißige Mannschaft dankenswerterweise!

Nach dem Motto: „Viele Hände, schnelles Ende“ waren wir gegen 15 Uhr fertig und hatten die 1000 qm bearbeitet.

Ein großes Dankeschön an alle!

Am 20.11.2021 bepflanzen wir die Fläche.

Da Bilder (und das schöne Video von Openeyesmedia unten) mehr sagen als 1000 Worte, hier ein paar Impressionen vom Einsatz.

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Otto pflanzt! ist Mitglied im neuen Kulturbeirat der Stadt

Otto pflanzt! ist Mitglied im neuen Kulturbeirat der Stadt

Im Frühjahr hatte der Stadtrat beschlossen, zur fachlichen Unterstützung des Kulturausschusses einen beratenden Kulturbeirat zu bilden. Dieser Beirat steht nun fest – und Otto pflanzt! ist Mitglied!

Fünf Mitglieder wurden von Regina-Dolores Stieler-Hinz, der Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport, in das Gremium berufen. Es sind: Sandy Gärtner (Theaterpädagogin, Artist e.V.), Stephan Michme (Moderator, Musiker), Robin Zöffzig (Maler, Bildkünstler), Matias Tosi (Opernsänger, Regisseure, Künstler, Leiter Grüne Zitadelle) und Felix Bosdorf als Vertreter von Otto pflanzt! e.V..

Wie waren wir zu der Ehre gekommen?

Wie ihr wisst, wurde Otto pflanzt! im vergangenen Jahr auf den 2. Platz zum Magdeburger des Jahres gewählt. Piotr Bielecki hatte mit der Schaffung der Magdeburger Lichterwelten zwar den 1. Platz gewonnen, doch da er als Pole wenig Bezug zu unserer Stadt hat, schied er für dieses Amt aus – und wir rückten nach. Also fragte der Kulturausschuss-Vorsitzende Oliver Müller uns, ob wir bereit sind, in dem Gremium mitzuwirken. Man wollte neben den Experten aus dem Kultur-Bereich auch einen „Otto-Normal“-Magdeburger vertreten sehen. Diese Einladung haben wir doch gerne angenommen!

Was ist die Aufgabe des Kulturbeirates?

Der Kulturbeirat prüft eingereichte Projektanträge zur Förderung der freien Kulturszene in Hinblick auf Qualität und Zielsetzung und beurteilt die Wirkung auf die künstlerische und kulturelle Entwicklung der Stadt. Er gilt als beratendes Gremium des Kulturausschusses des Stadtrates.

In seiner 1. Sitzung hat der Beirat bereits über verschiedene Anträge sowie die jeweilige Höhe der Projektgelder beraten, sowie eine Empfehlung an den Kulturausschuss des Stadtrates gegeben. Dieser entscheidet abschließend über die Fördermittel im  November, welche die freie Kulturszene in 2022 erhält.

v. l.n.r. Sandy Gärtner, Stephan Michme, Regina-Dolores Stieler-Hinz & Oliver Müller
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Startet mit uns in die zweite Pflanzsaison!

Es ist endlich so weit, für Otto pflanzt!  beginnt die zweite Pflanzsaison!  Gemeinsam wollen wir unser Magdeburg wieder grüner machen. Sei dabei, wir freuen uns auf dich!

Damit wir besser planen können, haben wir Doodle-Listen eingerichtet. Wir bitten euch, dass ihr euch dort eintragt, damit wir ungefähr wissen, mit wie vielen helfenden Händen wir rechnen dürfen.

Hier die Übersicht:

30.10.2021 Vorbereitung Fläche Elbweg,

Elbweg 1, 39122 Magdeburg

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/pgu8n2asukdgdnby?utm_source=poll&utm_medium=link

07.11.2021 Pflanzung vor der MDCC Arena,

Heinz-Krügel-Platz 1, 39114 Magdeburg

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/q7c244dw6gxnp5vb?utm_source=poll&utm_medium=link

13.11.2021 Pflanzung Fläche am Wellener Weg (Diesdorf)

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/a2tp4h2bmqxcv6un?utm_source=poll&utm_medium=link

20.11.2021 Pflanzung Fläche am Elbweg,

Elbweg 1,39122 Magdeburg

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/cwd3k3b7sfuake9n?utm_source=poll&utm_medium=link

27.11.2021 Pflanzung Mühlenwerke,

Zum Mühlenwerk 1, 30106 Magdeburg

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/hut5a8dpmitz5qap?utm_source=poll&utm_medium=link

04.12.2021 Pflanzung Humanas Pflege GmbH & Co. KG,

Hans-Grade-Straße 127, 39130 Magdeburg

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/xr6cknpd677pgakz?utm_source=poll&utm_medium=link

Wir freuen uns auf euch! Mach den grauen November mit uns grün!

Wenn ihr Fragen habt, schreibt gerne an info@ottopflanzt.de.

Das war bei einer Pflanzung Anfang des Jahres: Hartwig verteilt die Bäumchen in die bereits gebuddelten Löcher
Keine Angst vor Matsch! Leonie sorgt dafür, dass die Wurzeln gut in der Erde stecken
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Otto presst! Der erste eigene Apfelsaft –
obwohl es eigentlich gar keine Äpfel gab …

Die Bearbeitungsstraße (Luftaufnahme von openeyesmedia.de)

Die Idee war ja total naheliegend: Vor einem Jahr haben wir an der Oebisfelder Straße Apfelbäume gepflanzt – jetzt wollten wir auch eigenen Apfelsaft pressen!
Nein, kleiner Spaß. Natürlich konnten die jungen Bäume noch nicht tragen. Sie waren beschnitten worden, damit sie im Sommer möglichst wenig Wasser verdunsten. Aber: Neben der Fläche stehen zwei alte Apfelbäume, dort wollten wir ernten. Dumm nur, dass auch an diesen Bäumen keine fünf Äpfel hingen, da war wohl jemand schneller.
Apfelsaft haben wir trotzdem gepresst – Uwe war unsere Rettung! Unser Pflanzenexperte Uwe Truckenmüller erntete für uns Aktion 50 Kilo in seinem Garten und stellte sie dem Verein zur Verfügung. Vielen Dank an dieser Stelle, lieber Uwe!
Und dann ging’s los. Es war ein fantastischer Samstagnachmittag, die Sonne lachte. Unser Aktive Ramona hatte uns eine große mechanische Presse ausgeliehen und uns im Vorfeld gut eingeführt.

Zuerst bauten wir uns eine „Produktionsstraße“ auf.

Erste Station: Die Äpfel wurden gewaschen.

Zweite Station: Äpfel zerteilen und vom Kerngehäuse befreien.

Dritte Station: ein Kurbel-Häcksler, der das Obst zerkleinerte. Diese Masse füllten wir dann in die Saftpresse.
Von außen sieht die Maschine aus wie ein kleines Fass, innen ist sie mit einem Netz ausgekleidet.

Obst rein, Deckel drauf, von oben presst ein Stempel, den man mit einer Kurbel immer weiter nach unten presst. Flasche mit Trichter drunter halten … und mit viel Kraft kurbeln.

Der frische Saft ist leider nur wenige Tage haltbar, war aber kein Problem: Der Saft war nämlich sooo lecker, dass wir die ersten Liter schon am gleichen Nachmittag getrunken haben.
Und: Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, mal gemeinsam etwas zu unternehmen, was nicht mit der Planung unserer Pflanzungen zu tun hatte. Die starten im November – auch darauf freuen wir uns schon!
Und in wenigen Jahren werden wir dann tatsächlich die Äpfel von unser selbst angelegten Streuobstwiese ernten – wozu wir euch selbstverständlich einladen werden.

Bis dahin werden wir die Bäume in der Oebisfelder Straße sorgsam pflegen!

Fleißig kurbeln, unten fällt das geschredderte Obst raus
Zuerst wird das Obst geswaschen
Dann kommen die Stücke in den Häcksler
Das Matsch-Obst kommt nun in die Presse
Oben zudrehen - unten fließt der Daft raus!
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Warum wird jetzt im Herbst
der Wald so schön bunt?

(Und warum pflanzen wir nicht schon im Sommer?)

Wieso pflanzt „Otto pflanzt“ eigentlich Bäume und Sträucher im Herbst und was hat das mit buntem Herbstlaub zu tun? Ein kleiner Ausflug in die Welt der Bäume und Sträucher in der bunten Jahreszeit.

 

Während der Frühlings- und Sommermonate nehmen Bäume und Sträucher Nährstoffe und Energie über Blätter und Wurzeln auf. Das Chlorophyll in den Blättern sorgt nicht nur für eine grüne Blattfarbe, sondern ist in einem biochemischen Prozess – der Photosynthese – beteiligt, Kohlenstoffdioxid und Wasser unter Einwirkung von Sonnenlicht in Zucker und Sauerstoff umzuwandeln.

 

Die Lebensweise von Bäumen und Sträuchern verändert sich, wenn die Tage im Herbst kürzer werden: Nährstoffe und Energie müssen für die bevorstehenden Wintermonate gespeichert werden. Sommergrüne Bäume und Sträucher entziehen hierfür ihren Blättern die Säfte und transportieren sie zu den Wurzeln. Dann ist das Chlorophyll aus den Blättern überflüssig und wird abgebaut. Nun zeigen sich andere Farbstoffe, die in den Blättern enthalten sind, und sorgen für eine gelbe, orange, rote und manchmal sogar blaue oder violette Farbgebung. Aber woher kommen diese Farben?

 

Verantwortlich sind Carotinoide, etwa die Xantophylle, und die sehen nicht nur hübsch bunt aus, sondern haben eine wichtige Aufgabe: Der Umbau von Kohlendioxid mithilfe von Chlorophyll in Kohlenstoff und Sauerstoff ist ein aggressiver chemischer Vorgang, der die Zellen der Blätter schädigen könnte – und die Carotinoide schützen die Blätter davor.

Ganz zum Schluss zerfallen auch die bunten Farbstoffe, und das Laub wird braun.

 

Im Herbst liegt der Fokus auf den Wurzeln. Während die Blätter im Herbst langsam absterben, fokussieren sich die Pflanzen stärker auf ihre Wurzeln. Die wärmeren Sommermonate sind vorbei, der Boden ist allerdings noch warm. Außerdem gibt es mehr Niederschläge, die Gefahr einer Austrocknung des Bodens ist geringer. Unter diesen Bedingungen können sich die Wurzeln optimal ausbilden. Frisch gepflanzte Bäume und Sträucher können sich so in ihrer neuen Umgebung gut einwurzeln, bevor der erste Frost kommt. Im nächsten Frühjahr ist die Pflanze dann in der Lage, mit voller Kraft neu auszutreiben. Deshalb pflanzen wir die Bäumchen und Sträuchern nur von Anfang November bis Ende März.


Übrigens: Nicht alle Laubbäume und Sträucher verfärben sich im Herbst, und nicht alle Nadelbäume sind immergrün. Die Lärche beispielsweise wird gelb und verliert ihre Nadeln. Die Stechpalme hingegen trägt auch im Winter ihr grünes Laub. Ob ein Baum oder ein Strauch im Winter kahl ist, hängt mit der Widerstandsfähigkeit der Blätter oder Nadeln gegenüber den härteren Umgebungsbedingungen im Winter zusammen.

Die Blätter der robusten Stechpalme sind im Winter grün
Grünes Blattwerk eines Ahornbaumes während der warmen Jahreshälfte
Natürliche Farbstoffe wie Xantophylle sorgen für die Farbenpracht, wenn das Clorophyll abgebaut ist
Setzling zwischen Herbstlaub: Eine gute Jahreszeit für Pflanzungen
Die Nadeln von Lärchen verfärben sich im Herbst gelb und fallen ab
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Otto pflanzt! – Otto klebt!
Ihr seht uns in der ganzen Stadt …

Ob in Rothensee oder Sudenburg, in Diesdorf oder Fermersleben – überall kann man ihnen inzwischen begegnen: den kleinen  –  oder großen  –  grünweißen Aufklebern: Otto pflanzt! Auf Autos, Fahrradtaschen, Lastenrädern, an Türen …

Die Mitglieder aus unserem Team haben – selbstverständlich – schon vor ein paar Monaten ihre privaten Fahrzeuge mit den Aufklebern dekoriert. Wir möchten damit Werbung machen, in den Straßen der Landeshauptstadt und darüber hinaus – klar.

Aber wahrscheinlich am meisten zu sehen sind die (elektro-) Autos von zwei Partnern, die täglich insgesamt Hunderte von Kilometern zurücklegen:

Unsere Partner Domino`s Pizza und SUSHI Freunde / Sushi deluxe fahren mit Ihren Lieferfahrzeugen in und um Magdeburg schon seit einigen Wochen mit den schönen großen Aufklebern umher und machen so Werbung für uns. Dies freut uns besonders, nachdem die beiden Lieferdienste bereits großzügig gespendet haben und die Geschäftsführer höchstpersönlich und aktiv bei den Pflanzungen mit angepackt haben.

Wenn ihr euch jetzt fragt, wie ihr einen kleinen (7 cm) oder großen (20 cm Durchmesser) Aufkleber kommt – ist ganz einfach:

Werdet Mitglied im Verein, so unterstützt ihr uns direkt und ihr erhaltet mit eurem Willkommensbrief ein paar kleine Aufkleber nach Hause geschickt. Aber auch bei der nächsten Infoveranstaltung, beim offenen Plenum oder spätestens bei der nächsten Pflanz-Party im November könnt ihr euch Aufkleber mitnehmen.

Macht mit! Gemeinsam machen wir Magdeburg wieder grüner!

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Wie wichtig ist Stadtgrün, damit es uns
gut geht? Macht mit bei dieser Studie!

Wenn wir Bäume pflanzen, hat das mehrere Gründe. Klimaschutz ist einer, die Schaffung von Lebensräumen ein zweiter, aber beim dritten – geht es um uns selbst!

Ein Spaziergang im Park bringt Energie zurück, eine grüne Umgebung macht uns glücklicher. Es ist beispielsweise bekannt, dass bereits 5 Minuten in einer grünen und natürlichen Umwelt ausreichen, um die Herzrate und den Blutdruck zu verringern sowie die Stimmung zu verbessern. Grau dagegen – das Grau der Stadt oder auch nur ein grauer Tag – drückt aufs Gemüt. Und in der Arbeitswelt belastet das besonders.

Aber warum ist das eigentlich so? Welche psychologischen Mechanismen stecken hinter diesem wohltuenden Effekt von Grün?

Darüber ist bisher wenig bekannt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Münster möchten das gerne ändern: Unter der Leitung von Micha Hilbert startet dazu jetzt eine Online-Studie, und Otto pflanzt! möchte das Projekt gern unterstützen – mit Eurer Hilfe! Gesucht werden Berufstätige ab einem Alter von 18 Jahren mit Interesse an psychologischer Forschung.

Micha erklärt: „Wir suchen insgesamt 150 Berufstätige, die uns, verteilt über zwei Wochenenden, einige kurze Online-Fragebögen ausfüllen. Der Gesamtaufwand beträgt etwa zwei Stunden. Für die Teilnahme benötigt ihr nur einen Computer oder ein Smartphone.“

Man füllt zunächst den ersten Fragebogen aus und wird dann weiter zu einer zweiten Seite geleitet, auf der man seine Mail-Adresse einträgt. Micha: „Diese beiden Schritte haben wir getrennt, damit die generierten Daten nicht 1:1 mit der Mail-Adresse in Verbindung gebracht werden können. Wir melden uns dann innerhalb von etwa zwei Tagen per Mail mit Infos zum weiteren Ablauf. Die Studie läuft noch sehchs Monate, danach rechnen wir drei Monate für die Auswertung ein.“

Hier geht’s zum ersten Teil der Studie:QR-Code

https://www.unipark.de/uc/enreco/

Eine Bezahlung dafür gibt es nicht, aber ein kleines Dankeschön: Die Uni verlost unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein paar Wunschgutscheine, außerdem gibt’s nach Abschluss einen schicken Erholungs-Guide der Uni Münster – über 40 Seiten Wissen, Tipps und Tricks rundum das Thema Work-Life-Balance.

Wie mag die Studie ausgehen? Wir sind gespannt, Ihr auch? Natürlich werden wir hier über die Ergebnisse berichten.

Bei Fragen könnt Ihr Euch direkt an Micha Hilbert wenden. Ihr erreicht ihn direkt per Mail über enreco@uni-muenster.de

Micha Hilbert von der Uni Münster leitet das Projekt
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Magdeburger Kulturbrücke: Die kleine Maja
bedankte sich bei uns mit einem Bild

Auch wenn alle Beteiligten des Öfteren auf ihre Wetter-App schauten: Es war locker wolkig und ab und an schön sonnig am Samstag auf der Hubbrücke – hier hatten wir unseren Stand aufgebaut, um am 11.09.2021 im Rahmen der „Kulturbrücke“ mit Menschen ins Gespräch zu kommen und über die Aktivitäten und die Fortschritte unseres Vereins zu informieren.

Mit Partnern des Magdeburger Klimabündnis teilten wir uns einen Stand, an dem Saatbomben gebaut, Nussecken gegessen, Flyer verteilt, Sticker auf Roller geklebt und Gespräche geführt wurden. Uns ging es an diesem Tag weniger um Spenden, als eher darum, Tatkräftige zu finden, die beim Pflanzen helfen, sobald im November unsere Saison losgeht.

Dabei haben wir auch die fünfjährige Maja und ihren Vater Zoltán aus Ungarn getroffen. Sie wollten viel über Otto pflanzt! erfahren – und gerne gaben wir Auskunft. Am nächsten Tag erreichte uns über Facebook eine Nachricht, Zoltán schickte uns ein Bild, das Maja extra für uns gemalt hat! Dafür ein großes Kösz! – Dankeschön!

Uns zeigt dies, dass Natur- und Klimaschutz ein Thema ist, über das sich auch die Kleinen schon Gedanken machen. Andere Kinder wollten unsere Sticker gern auf ihre Roller kleben – kein Einspruch unsererseits, wir freuen uns über die mobile Verbreitung des Logos!

Neben vielen kurzen, aber auch einigen tiefgründigen Gesprächen wurde die Atmosphäre von Musik untermalt, die uns vom Elbufer aus erreichte, und am frühen Abend gab es dann ein lokal gebrautes Helles der Getränkefeinkost – Lecker. Der Tag kann als voller Erfolg gewertet werden, da wir viele Menschen erreicht haben, die noch nicht von Otto pflanzt! gehört haben, einige unsere Infogruppen beigetreten sind und wir direkte Zusagen zum Helfen bekommen haben.

Der Stand von Otto pflanzt!  auf der Hubbrücke war gut besucht. Von rechts: Linus, Juliana, Birgit
Wolken, aber oft auch blauer Himmel - das Wetter hat mitgespielt
242.000 Bäume für Magdeburg - unser Ziel. Helft mit!
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Blutspende Einmal piksen, zweimal
helfen – wir haben mitgemacht!

Wie kann ich einen gemeinnützigen Verein wie Otto pflanzt! unterstützen ohne einen Cent? – Mit einem Piks bei der Blutbank! Damit spendet man sogar zweimal …
Ganz entspannt: Juliana macht's vor und knetet den Ball, das Blut fließt durch den Schlauch

Zugegeben, die Idee ist nicht neu, aber sie ist absolut klasse: Wie kann ich einen gemeinnützigen Verein wie Otto pflanzt!  unterstützen, ohne auch nur einen Cent aus dem Portemonnaie zu nehmen? – Mit einem Piks bei der Blutbank! Und damit spendet man gleich zweimal: Blut für Menschen, die es dringend brauchen, und einen Beitrag für Otto pflanzt!

Um 16 Uhr stehen wir vor der Tür von Haus 29 an der Leipziger Straße – die Blutbank der Uniklinik, fünf Leute von Otto pflanzt!.  Silke Schulze, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Blutbank, nimmt uns herzlich in Empfang. Mit ihr zusammen hatte Otto-pflanzt!-Vorstandsmitglied Juliana die Aktion geplant.

Der Hintergrund ist ernst, und dabei geht es weniger um uns und das Klima: Blutspenden retten sehr viele Leben. 80 Prozent aller Menschen, so sagt das Rote Kreuz, benötigen im Laufe ihres Lebens eine Blutspende. Aber nur drei Prozent der Bevölkerung spenden.

500 bis 600 Spenden sammelt die Blutbank der Uniklinik im Monat ein, in guten Monaten auch mal 900. „Doch um allein den Bedarf der Klinik zu decken, bräuchten wir regelmäßig mindestens 1400 Spenden“, sagt Silke Schulze.

Also, los geht’s. Zuerst das Unvermeidliche: Bürokratie. Ausweis zeigen, Fragebögen ausfüllen, Beratung durch einen Arzt. Etwas nervig, aber das hat sich die Klinik nicht ausgedacht, ist Vorschrift, zur Sicherheit. Welche Bedingungen erfüllt sein sollten, haben wir unten verlinkt, vorab schon mal dies: Zur Spende sollte man keinen leeren Magen und auch zuvor genügend getrunken haben, mindestens einen, am besten 1,5 Liter.

Dann Platz nehmen auf dem Blutspende-Sessel, Arm freimachen – pieks. Au! Aber so schlimm ist das wirklich nicht. Ein paar Röhrchen werden mit Blut gefüllt, dann ein Beutel, insgesamt opfert man 480 Milliliter. Und danach: ein paar Minuten ausruhen.

Zuvor hatte jeder hat eine Spendenkarte bekommen. 25 Euro zahlt die Klinik für das Blut, und die geben wir nun gleich weiter: Dafür liegen Aufkleber mit der Bankverbindung von Otto pflanzt! aus. Einfach aufkleben, unterschreiben und in die bereitstehende Box damit. Erledigt!

Nun darf sich jeder eine Stärkung abholen: In der „Kantine“ gibt’s ’ne Marke für den Kaffeeautomaten – und einen Picknick-Beutel: belegtes Brötchen, Saft, Joghurt, Apfel, Schokoriegel. Lecker!

Zum Abschluss noch ein Gruppenfoto mit Prof. Dr. Hans-Gert Heuft, dem Chef der Blutbank (korrekt heißt das: Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit Blutbank) im Vorgarten des Hauses. Wir berichten über unsere geplanten Aktionen – und bedanken uns noch einmal, dass er diese tolle Gemeinschaftsaktion ermöglicht hat. Aber Heuft gibt den Dank sofort zurück: „Ich finde es einfach toll, was Ihr macht.“ Und verspricht sogar, bei einer unserer nächsten Pflanzungen dabei zu sein, sofern sein Terminkalender das irgendwie ermöglicht.

Am Ende des Nachmittags steht, unabhängig von der Aktion für den Verein, steht für die meisten von uns fest: Wir kommen wieder – in etwa zwei Monaten dürfen wir das nächste Mal spenden. Macht auch Ihr mit!

Infos zur Blutbank und zum Blutspenden gibt’s hier: http://www.itib.ovgu.de/Spendearten/Blut.html)

P.S.: Wir hatten geschrieben, dass wir fünf Leute waren – zu sehen sind aber nur vier. Der Fünfte ist Felix, der leider nicht spenden durfte, er hat die Fotos gemacht.

Nach der Spende ein informatives Gespräch im Vorgarten der Blutbank: Linus, Juliana, Prof. Dr. Heuft, Hendrik und Matthias (v. l.)
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1000 Euro aus dem Phrasenschwein
Das spendet uns nurderfcm.de

Freitag, der 13. – ein Unglückstag? Nicht für uns! An diesem Freitag hatten wir sogar so richtig Schwein …

Genauer: Es war das Phrasenschwein von nurderfcm.de, das uns mit seinem Inhalt beglückte. Wir waren ausgewählt worden als eine von acht unter vielen großartigen, meist ehrenamtlichen Magdeburger Initiativen! Im Rahmen einer feierlichen Übergabe und im Beisein von FCM-Präsident Peter Fechner und Coach Christian Titz erhielten wir im Business Club der MDCC-Arena einen Spendenscheck über 1000 Euro.

 

Aber was ist nurderfcm.de? Kurze Erklärung für alle Nicht-Fußball-Fans: Dabei handelt es sich um ein Fan-Blog bzw. einen Fan-Podcast, der „die Größten der Welt“ (Zitat), den 1. FC Magdeburg, seit 2012 aus Fan-Perspektive (kritisch) begleitet. Aus Frust in der Saison 2011/2012 gestartet, finden sich auf der Seite heute regelmäßig Text- und Audiobeiträge in unterschiedlichen Kategorien.

Und dabei wird mit Vorliebe das Phrasenschwein gefüttert. Nervige Phrasen, also abgedroschene Redensarten, wie „Der Ball ist rund“, „Das Runde muss ins Eckige“, „Ein Spiel dauert 90 Minuten“ oder „Das nächste Spiel ist das wichtigste“ haben FCM-Fan Nico Kamphausen auf die Idee gebracht: Für jede Phrase im Podcast kommt 1 Euro ins Phrasen(spar)schwein, das Geld geht als Spende an einen gemeinnützigen Zweck. In diesem Jahr wird das Phrasenschwein fünf Jahre alt, hat mittlerweile zwölf Paten und allein in dieser Saison stolze 8000 Euro gesammelt.

Kerstin Kinszorra, eine langjährige Patin vom Phrasenschwein, führte am Freitag durch die Veranstaltung, bei der auch die anderen Projekte vorgestellt wurden. Zum Beispiel der Verein schwerstkranker Kinder und ihrer Eltern e.V., der Magdeburger Klinik Clown e.V., der Wünschewagen e.V. des Suchtberatungszentrums DROBS Jugend- und Drogenberatung, Spielewagen e.V., die Humanas Stiftung Erlebe das Leben…

Immer wieder wurde deutlich: Es gibt viele Menschen, deren Leben sehr schwer oder sehr traurig ist. „Ehrenamtliche Arbeit erdet uns immer wieder“, sagte Kerstin Kinszorra.

Auch FCM-Coach Christian Titz machte deutlich, wie wichtig soziales Engagement, humanistische Werte und gegenseitige Unterstützung in der Gesellschaft aber auch im Sport sind, für jeden einzelnen und für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

Außer dem Scheck und einem „echten“ Phrasenschwein, das wir zukünftig als Spendenbox verwenden wollen, erhielten wir das Buch „111 Gründe, den FC Magdeburg zu lieben“. Das werden wir weitergeben an einen besonders großen FCM-Fan unter unseren Unterstützern.

Neben den 111 Gründen den 1. FC Magdeburg zu lieben, welche in dem Buch aufgeführt werden, gibt es einen 112 Grund“, sagt FCM-Präsident Peter Fechner, „und das sind die großartigen ehrenamtlichen Projekte!“

Hartwig Haase, Nico Kamphause, Alexander Schnarr und Felix Bosdorf (v. l.) - Foto: nurderfcm.de
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Was benötigt eigentlich eine Blühwiese?

Weniger (Nährstoff) ist mehr!

In der Blühwiese brummt und summt es, Bienen, Hummeln und andere Insekten fliegen von Blüte zu Blüte. Die Wiese ist mit vielen Farben getupft: Dort gibt es z. B. Wiesen-Margeriten, Wiesen-Salbei, Flockenblumen und viele andere, die sich abwechseln.

Aber: Welche Grundvoraussetzungen braucht eigentlich eine Blumenwiese, um sich optimal entwickeln zu können? Die Antwort: einen möglichst „mageren“ Standort mit wenig Nährstoffen.

Das klingt überraschend, schließlich braucht jeder Organismus Nährstoffe.

Entsprechend groß ist auch das Gedränge an „fetten“ Standorten. Hier tummeln sich konkurrenzstarke Pflanzen, etwa Gräser, Diesteln, Brennesseln. Pflanzen, die schnell wachsen. Die sich oft durch Ausläufer vermehren und weniger auf Bestäubung angewiesen sind und – auch mit den Wurzeln –viel Platz in Anspruch nehmen.

Magere Standorte bieten viele Nischen, die wenig Platz für Brennessel und Co bereithalten. Aber sie sind ein Lebensraum, den sich viele Blühpflanzen erobern konnten: Sie lernten, die wenigen Nährstoffe aus dem Boden zu erschließen.

Wer mit wenig Nahrung klarkommen muss, kann sich keine großen Blätter leisten, so blieben viele dieser Blumen klein. Wer seine Photosynthese aber mit kleinen Blättern betreiben muss, braucht viel Helligkeit. Ein Leben im Schatten – fast unmöglich. Deshalb werden die Samen dieser Blühpflanzen im Schatten einer Brennessel oder vieler hochwüchsiger Gräser nicht mal auskeimen: Es lohnt sich nicht.

Die Pflanzen haben im Laufe der Evolution viele Strategien entwickelt, um an die wenigen Nährstoffe zu gelangen und sich darüber hinaus zu vermehren. Bewährt haben sich dabei mal mehr mal weniger auffällige Blüten, die Insekten anlocken – und so die Pflanzen bestäuben und zur Vermehrung beitragen.

Deshalb sind magere Standorten der ideale Lebensraum für eine große Vielfalt an kleinen Blühpflanzen, während die fetten Standorte von wenigen, konkurrenzstarken Pflanzen bevölkert werden, denen die Bestäubung durch Insekten nicht so wichtig ist: Wer hier eine vielfältige Blütenmischung sucht, wird nicht fündig werden.

Natürlich gibt es von jeder Regel auch Ausnahmen, und für Bäume gelten auch wieder andere Regeln.

Alles grün, nichts bunt – Gräserdominanz auf fettem Rasen
Eine insektenfreundliche Blumenwiese auf nährstoffarmem Standort

Kann man selbst einen Magerrasen anlegen?

Ja, das ist möglich. Möchte man eine Wildblumenwiese auf einer Fläche anlegen, könnte der erste Schritt das „Stören“ der obersten Bodenschicht sein, etwa durch zweimaliges Fräsen im Abstand von zwei Wochen. Ziel ist, die Pflanzen zu entfernen, die man nicht haben möchte.

Bei sehr fettem Boden oder sehr starkem Bewuchs kann das Abschieben des Oberbodens eine Möglichkeit sein, den Boden noch magerer zu machen. Hilfreich ist auch die Beimischung von Sand. In der zumeist trockenen Magdeburger Region wird das Saatgut idealerweise im Herbst ausgebracht, es sollte unbedingt regional heimisch (zertifiziert) sein.

Ist eine magere Blumenwiese pflegeintensiv?

Nein. Eine magere Blumenwiese muss viel seltener gemäht werden als ein mit Gräsern bewachsener fetter Rasen. Beim Magerrasen reichen ein oder zwei Mal pro Jahr aus, beispielsweise einmal im Juni und einmal im September. Die Mahd verhindert, dass sich Büsche bilden können. Außerdem ist eine gesunde, magere Blumenwiese sehr widerstandsfähig gegenüber Trockenheit, ein weiterer Pluspunkt in Hinblick auf die Pflegeintensität. Achtung: Nicht zu kurz abmähen, bei einer Schnitthöhe von ca. 20 Zentimetern können sich die Wildkräuter besser erholen.

Gibt es verschiedene Varianten des Magerrasens?

Ein sehr trockener Magerrasen wird als Trockenrasen bezeichnet. Die wichtigsten Typen des Mager- und Trockenrasens sind der basische Kalkmagerrasen, der (eher saure) Sandmagerrasen und der selten vorkommende Schwermetallrasen, der sogar giftige Schwermetalle verkraftet. Auch der in sauren, meist bergigen Regionen verbreitete Borstgrasrasen ist eine Variante eines mageren Rasens.

Legt „Otto pflanzt!“ auch Blumenwiesen an?

Ja! Blumenwiesen sind bei uns in Planung und sogar teilweise schon in der Pflege – wir machen das in Zusammenarbeit mit dem Verein Bienenweide e.V. Vielleicht können wir damit Magdeburg nicht nur grüner, sondern auch etwas bunter machen. 😉

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Einmal piksen, zweimal helfen –
diese Blutspende ist gut fürs Klima!

Otto pflanzt! hat einen weiteren starken Partner gefunden: die Blutbank der Universitätsklinik in Magdeburg!

Mit einer Blutspende kann man zukünftig auch zur Begrünung der Stadt beitragen, indem die Aufwandspauschale von 25 Euro einfach und unbürokratisch an Otto pflanzt! e.V. gespendet wird. So hat man das doppelt gute Gefühl, nicht nur kurzfristig Leben zu retten, sondern zusätzlich auch langfristig zu einer lebenswerten Stadt Magdeburg beizutragen.

So geht’s: Einfach – mit oder ohne Termin – zum Blutspenden ins Uniklinikum kommen und auf dem Überweisungsschein, den es dort gibt, die Kontodaten von Otto pflanzt! e.V. eintragen, die Infos liegen auch als Sticker vor Ort aus. Der Betrag von 25 Euro wird dann vom Uniklinikum direkt an den Otto pflanzt e.V. überwiesen.

Kontakt Blutbank:

Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit Blutbank
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg
Telefon: 0391 67 13939
E-Mail: transmed@ovgu.de

Kontakt Otto pflanzt! e.V.: info@ottopflanzt.de

Infos zu Spenden an Otto pflanzt e.V. gibts hier.

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Aktuelles

Bundespolizeiinspektion Magdeburg
Die Polizei, dein Freund und Spender!

Der Otto pflanzt! e.V. bekommt jetzt Unterstützung von einer Bundessicherheitsbehörde: Die Bundespolizei in Magdeburg setzt ein Zeichen mit einer Spendenaktion.

Die Idee hatte Vereins-Mitglied Matthias Kupfer, er ist selbst Mitarbeiter der Bundespolizei und machte ein wenig Werbung bei seinem Dienstherrn. Mit Erfolg! „Wir freuen uns als Verein riesig, dass die Bundespolizei hinter unserer Initiative steht, für jede Magdeburgerin und jeden Magdeburger einen Baum zu pflanzen“, so Matthias Kupfer.

Auch Dr. Alexander Schmelzer, Dienststellenleiter der Bundespolizeiinspektion Magdeburg, ist begeistert: „Wir haben die Initiative über Mitarbeiter kennengelernt, die sich ehrenamtlich im Otto pflanzt! e.V. engagieren und unterstützen diese seit der ersten Stunde. Dazu haben wir einen Spendenaufruf innerhalb der Dienststelle gestartet und auch intern über die Initiative berichtet. Als Wahlmagdeburger kann ich das Vorhaben, unsere Landeshauptstadt noch grüner zu machen, nur fördern. Wir können andere Behörden und Firmen nur ermuntern, das hehre Ziel nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen.“

Und Matthias verzeichnet noch einen weiteren Erfolg: „Da wir zurzeit besonders auf der Suche nach Flächen sind, freuen wir uns umso mehr, dass sich ein Mitarbeiter bei uns gemeldet hat, der eventuell eine Fläche zu Bepflanzung zur Verfügung stellen kann.“

Inspektionsleiter Dr. Alexander Schmelzer (l.) und Mattias Kupfer von der Bundespolizeiinspektion mit der Spendenbox
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Aktuelles

Otto pflanzt!  im Klimabündnis Magdeburg
Gemeinsam wollen wir was bewegen!

Tolle Stimmung vor dem Rathaus: Über 40 Initiativen gründen das Klimabündnis Magdeburg

Mehr als 40 zivilgesellschaftliche Initiativen aus verschiedenen Bereichen haben sich am 15. Juli 2021 um 16:30 Uhr als Klimabündnis Magdeburg zusammengeschlossen. Darunter sind neben Otto pflanzt! e. V. zahlreiche Klimagruppen wie Fridays for Future, Scientists for Future, Oldies for Future und Health for Future, aber auch soziale und kulturelle Initiativen wie Villa Wertvoll, Vitopia, Radkultur und Aktion Agrar vertreten.

Franka Kretschmer, eine der Initiator:innen, äußert sich dazu: „Mit dem Klimabündnis wollen wir eine starke zivilgesellschaftliche Lobby aufbauen, die die Interessen einer zukunftsorientierten Stadtgesellschaft vertritt, die Verantwortlichen bestärkt, dieses Ziel konsequent zu verfolgen und bei der Durchsetzung unterstützt.“

Des Weiteren fordert das Bündnis auch eine Veränderung der strukturellen Bedingungen für eine partizipative, effektive und zielorientierte Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen innerhalb der Verwaltung, z. B. in Form eines Klimadezernats, Klimabeirats oder Klimaausschusses.
Dr. Hartwig Haase erläutert dazu: „Wir fordern eine aktivere Mitbestimmung der Zivilgesellschaft in der Gestaltung und Umsetzung von Klimafragen in der Stadt Magdeburg.“ Bereits regelmäßig stattfindende Gespräche mit dem Umweltamt sind erste Schritte auf dem Weg dorthin.

Klimaschutz ist eine Jahrhundertaufgabe für die gesamte Gesellschaft. Es betrifft generationenübergreifend alle Menschen und lässt sich nicht aufschieben. Insgesamt hat sich in Magdeburg seit dem Stadtratsbeschluss von 2019 noch zu wenig getan. Ein konkreter Plan bis 2035 fehlt. Diesen fordert das Bündnis nun von der Stadt. Denn Kommunen könnten mit Klimaschutzmaßnahmen nicht nur eine bessere Lebensqualität für die Einwohner*innen bieten, sondern dadurch auch die Energiekosten reduziert und der Finanzhaushalt der Stadt langfristig entlastet werden.

Je später gehandelt wird, desto teurer wird es, die negativen Auswirkungen und Probleme, die der Klimawandel mit sich bringt, zu bewältigen. Dazu zählen in Deutschland beispielsweise häufigere Extremwetter und stark steigende Lebensmittelpreise in Folge von Dürre und Wasserknappheit. In Ländern des globalen Südens sind die Auswirkungen noch extremer: Aufgrund von Waldbränden, Hungersnöten und Überschwemmungen müssen Menschen dort ihr Zuhause aufgeben. Auch weltweite Pandemien werden mit Fortschreiten des Klimawandels immer wahrscheinlicher.
Die Stadt Magdeburg muss dringend ihrer Verantwortung gerecht werden und ihren Teil zum Klimaschutz leisten bevor globale, unumkehrbare Klima-Kipppunkte erreicht werden. Das Klimabündnis will einen Beitrag dazu leisten die Stadtverwaltung sowie die Gesellschaft zu sensibilisieren.

Otto pflanzt! will das Bündnis mit einer Sensibilisierung von Bürger*innen und Stadtverwaltung für eine grünere Stadt unterstützen, setzt sich für den Erhalt von Stadtgrün ein und wird vor allem durch Neupflanzungen von Bäumen, Sträuchern und ganzen Biotopen für ein besseres Stadtklima aktiv.

Allgemeine Anfragen zum Bündnis bitte an kontakt@klimabuendnis-magdeburg.de

Webseite: https://klimabuendnis-magdeburg.de/

Gründeten gemeinsam das Klimabündniss Magdeburg: Dr. Hartwig Hasse, Dr. Franka Kretschmer, Benni, Dr. Silke Rühmland, Carla Debbeler (v. l.)
Die Otto pflanzt!-Mitglieder Jule, Hartwig (im Lastenrad) und Felix

Text: Dr. Hartwig Haase
Fotos: Klimabündnis Magdeburg

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Die wichtige Aufgabe der Bienen –
und wie wir ihnen helfen können

Es ist Juli – Zeit der Insekten!

Durch die warme Jahreszeit begleitet uns neben blühenden Pflanzen eine Vielzahl von Insekten, denen die Blüten als Nahrungsgrundlage dienen. Der prominenteste Blütenbesucher ist die Honigbiene, genauer: die sich ähnelnden Rassen der Westlichen Honigbiene. Wir möchten euch ein paar Bienen vorstellen.

Westliche Honigbiene

Diese bräunlich gestreiften, 1,5 bis 2 Zentimeter langen behaarten Pollen- und Nektarsammlerinnen werden allein in Deutschland in hunderttausenden Bienenvölkern für die Gewinnung von Honig und Bienenwachs domestiziert.

Neben der Honigbiene gibt es aber allein in Deutschland über 560 weitere Bienenarten, die als Bestäuber genauso wichtig sind. Die meisten leben nicht in Völkern, sondern sind Einzelgänger (solitär lebend). Viele legen ihre Nester in Löchern an Altholzstämmen oder im Boden an.

Maskenbiene

Die bis zu 1 cm große Maskenbiene ist mit ihren verschiedenen Arten in vielen Teilen der Welt verbreitet. Maskenbienen nisten je nach Art in Totholz und Pflanzenstängeln, Löss- und Lehmwänden, Steinritzen und Erdnestern. Ein auffälliges Gesichtsmuster gab der Maskenbiene ihren Namen.

Hosenbiene

Die Bienen der Gattung „Hosenbiene“ verdanken ihren Namen der starken Behaarung an den Hinterbeinen, die an eine Hose erinnert. Die in Europa, Nordafrika und Asien vorkommenden Hosenbienen sind mit ihrer Körperlänge von bis zu 1,7  Zentimetern ähnlich groß wie die Honigbiene. Zum Nisten gräbt sie Löcher in den Boden, als Nahrung wählt sie nur bestimmte Pflanzenpollen aus. Übrigens: Insekten, die ausschließlich Pollen ganz bestimmter Pflanzenarten sammeln, nennt man „oligolektisch“. Es gibt viele solcher Arten, deshalb ist es wichig, dass das Nahrungsangebot aus vielen verschiedenen Blühpflanzen besteht.

Hummel

Wusstet ihr, dass die Hummel eine Gattung der Bienen ist? Die bis zu knapp über 2 Zentimeter großen Insekten bewohnen die kühlen und gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel und bilden Völker mit einer Königin, die als einziges Mitglied des Volkes den Winter überlebt. Im Frühjahr gehen Hummelköniginnen zeitiger auf Nahrungssuche als Honigbienen, da sie sich bei niedrigeren Temperaturen aus dem Winterquartier wagen. Hummelnester liegen oft im Boden, manchmal auch in totem Gehölz.

Lasst uns den Bienen helfen!

Neben den oben genannten gibt es noch Mauerbienen, Wollbienen, Seidenbienen, Holzbienen, Sandbienen, Blattschneiderbienen und weitere … eine wunderbare Vielfalt!

Doch leider ist inzwischen rund die Hälfte der Wildbienenarten in Deutschland vom Aussterben bedroht. Hauptursache: der Mangel an Nistplätzen und Nahrung. In den Monokulturen unserer Landwirtschaft ist seit Jahrzehnten die natürliche Blütenvielfalt verloren gegangen.

Wildbienen benötigen von Frühjahr bis Herbst ein durchgehendes Nahrungsangebot und Nistmöglichkeiten wie Totholz oder sandigen bis lehmigen Boden – und zwar in der Nähe. Denn während die Honigbiene zur Nahrungssuche viele Kilometer zurücklegt, fliegen die meisten Wildbienenarten nur wenige hundert Meter. Deshalb: Lasst uns den Bienen helfen!

Dieser Tisch ist schön gedeckt

Die beste Unterkunft ist sinnlos, wenn es nichts zu futtern gibt. Wilde Bienen fliegen auf Nahrungssuche nicht weit, deshalb sollten Blühpflanzen in der Nähe stehen – und möglichst vielfältig sein.

Die optimale Mischung  besteht aus früh- und spätblühenden, nektar- und pollenreichen Blühpflanzen und liegt in der Nähe der Nistplätze. Viele Märkte bieten Mischungen mit Sorten an, die nacheinander für lange Zeit blühen. Aber: Achtet bitte unbedingt darauf, dass das Saatgut heimisch. Mit „zugewanderten“ Arten können viele Insekten nichts anfangen – sie mögen sie einfach nicht. Infos dazu gibt der Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten e.V. (VWW)

Zu Hause im Insektenhotel

Fast jeder Garten oder Balkon, jede gut gelegene Terrasse kann Wildbienen eine Heimat geben. Die bekannten Insektenhotels sind ein erster Schritt: Viele Wildbienen nehmen die Löcher und Röhren gern als Nisthilfe an.

Insektenhotels lassen sich einfach selbst basteln (Anleitungen im Internet, z. B. beim NABU) oder auch für wenig Geld kaufen. Wichtig ist ein geschützter, halbsonniger bis sonniger Standort.

Zu Hause in altem Holz

Viele Arten bevorzugen Altholz. Die Blattschneiderbiene zum Beispiel liebt Holzklötze oder tote Baumstämme. Einfach ca. 6 Zentimeter tiefe Löcher mit unterschiedlichen Durchmessern von 4 bis 12 Millimetern hineinbohren, Eingänge nach Süden oder Osten ausrichten (wie beim Insektenhotel).

Im Foto: Wildbienenbesuch an Löchern in einem Holzklotz. Die verschlossenen Röhren sind bereits von anderen bewohnt …

Zu Hause in der Erde

Die meisten Wildbienen nisten im Boden und freuen sich über ein sonniges Sandarium – eine große Sandfläche, notfalls in einem großen Gefäß. Der Sand sollte fein sein und sich bei Nässe formen lassen. Ideal ist eine Beimischung von Lehmpulver. Ein paar Steine darauf bieten Rückzugsmöglichkeiten für Insekten, die Spalten zum Nisten bevorzugen.

Ein Sandarium bietet verschiedenen Insekten Nistmöglichkeiten und kann auch optisch ansprechend gestaltet werden. Eine sparsame Bepflanzung mit geeigneten Arten wie Sandstrohblume, Sandmohn oder Bergsandglöckchen kann den Bewohnern als Nahrungsquelle „vor der Haustür“ dienen.

So geht's auch: Bienenhaus aus Lehm

Mit Lehm lassen sich nicht nur schöne Sandmischungen für ein Sandarium herstellen, sondern auch Steilwände formen: Lehm in einen Blumentopf füllen, aushärten lassen und Löcher (wie beim Totholz) einbohren. Den Topf in liegender Position an einem sonnigen, geschützten Ort aufhängen oder -stellen. Ein toller Blickfang! Aber auch einfache Lehm-Pfützen liefern den Tieren bereits Baustoff für ihre Unterkunft. Tipps dafür hat der NABU, eine Anleigung stellt auch das Gartenjournal im Netz bereit.

Übrigens schenkt ihr damit nicht nur den Bienen eine Unterkunft: Auch andere Insekten wie beispielsweise gefährdete Solitärwespenarten nehmen die unterschiedlichen Nisthilfen an.

Nicht vergessen: Ein Schälchen mit Wasser

Auch Insekten haben Durst. Abhilfe schafft eine große, möglichst flache Schale, die regelmäßig nachgefüllt wird. Kork-Scheiben schützen als Rettungsinsel vor dem Ertrinken.

Über die Tränke freuen sich übrigens auch Vögel und Igel.

Denkt daran: Nicht nur Honigbienen, sondern die meisten Insekten erfüllen wichtige Aufgaben in der Natur – sei es als Bestäuber oder als Nahrung für anderen Tiere.

Text: Carina Schramm

Fotos: Otto pflanzt!, Pixabay

Quellen und weiterführende Links
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Vier Grad weniger! Studie beweist,
wie Wälder das Klima schützen

Spaziergang im Küchenhorn bei Wolmirstedt - die Baumkronen schützen wie ein riesiger Schirm

Wälder sind der wichtigste Lebensraum unserer Erde. Sie bedecken (noch) ein Viertel der Oberfläche unseres Planeten, sie beherbergen zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten – und sie sorgen auch wirksam für deren Schutz gegen die Erderwärmung:

Der Wald wirkt wie eine Klimaanlage, senkt die Temperatur um bis zu vier Grad.

In einer 2019 im Fachmagazin „Nature Ecology & Evolution“ veröffentlichen Studie konnte diese Kühl-Leistung nun erstmals global beziffert werden.

Dr. Florian Zellweger (Foto) von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in Birmensdorf (Schweiz) und sein Team zeigten beeindruckend, wie wichtig Wälder als Schutzschild gegen hohe Temperaturen sind. Das Forschungsteam hat dafür die Temperaturen an 98 Standorten in verschiedenen Klimazonen auf fünf Kontinenten gemessen. In einer weiteren Arbeit von 2020, veröffentlicht in „Science“, wird gezeigt, wie Baumkronen das Waldleben vor der globalen Erwärmung schützen können.

Dass es im Wald kühler ist, spürt zwar jeder, der zum Beispiel in der Kreuzhorst spazieren geht oder im Küchenhorn bei Wolmirstedt. Doch es ist nicht allein der Schatten – im Wald ist es deutlich kühler als zum Beispiel unter einem Sonnenschirm. Und: Je älter die Bäume, je dichter ihre Kronen, desto stärker ist der Effekt.

Maßgeblich sind dafür mehrere Faktoren.

Erster Faktor: Bäume spenden Schatten. „Beschattung während heißen Sommertagen führt zu stark reduzierten Tageshöchsttemperaturen im Wald/unter Bäumen“, erklärt Zellweger.

Zweiter Faktor: Verdunstung – das Wasser, das aus den Blättern austritt verdunstet und kühlt die Blätter und die Umgebung. Wissenschaftler sprechen von Evapotranspiration. Zellweger: „Auch die Evapotranspiration der Bäume hat einen großen Einfluss auf den Temperatur-Pufferungseffekt.“

Im Wald gibt es auch andere Luftströmungen als außerhalb des Waldes. Zellweger: „Die Windverhältnisse werden ebenfalls durch die Bäume beeinflusst, was zu veränderten Temperaturen im Wald führt.“

Mit positiven Folgen für das Leben ím Wald: „Pflanzen und Tiere im Wald sind dem aktuellen Erwärmungstrend daher weniger stark ausgesetzt als Arten, die nicht im Wald leben“, so der Wissenschaftler.

Und: Wälder werden immer wichtiger, je mehr sich das Klima erwärmt – auch darauf weisen Zellwegers Studien hin: Je wärmer es wird, desto größer wird die Puffer-Kapazität des Waldes. Drinnen steigt die Temperatur nicht so stark wie außerhalb, die Unterschiede werden größer.

Das heißt: Wälder werden in ihrer Funktion als Klimaanlage in Zukunft immer mehr Bedeutung bekommen. Umso wichtiger, dass wir JETZT sorgsam mit unseren Bäumen umgehen!

Deshalb pflanzen wir Bäume.

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12 gute Gründe für Bäume (in der Stadt)​

Bäume in der Stadt sind viel mehr als Streicheleinheiten für die Augen! Sie sind auch Habitate für Vögel und Insekten, doch vor allem regulieren sie das Klima – je mehr es sind und je dichter sie stehen, umso effektiver. Hier sind 12 gute Grüne:

  1. Bäume reduzieren Hitzewellen und können Wärmeinseln verhindern
  2. Sie regulieren das Stadtklima und senken heiße Temperaturen
  3. Schatten verhindert die Absorbierung der Sonnenenergie durch den Boden, wodurch sich die Umgebung nicht so stark aufheizt
  4. Evapotranspiration – also die Verdunstung von Wasser durch die Blätter – bringt einen kühlenden Effekt
  5. Gebiete bis zu 2 Hektar Größe können eine Reduktion des Stadtklimas um 1°C bewirken, größere Gebiete sogar bis zu 4°C
  6. Bäume erhalten und fördern die Biodiversität von Flora und Fauna, sind Lebensraum z. B. für Insekten, Vögel, Reptilien
  7. Bäume verbessern das „soziale Kapital“, da Grünflächen soziale Interaktion innerhalb einer Kommune fördern
  8. Nach Sturzregen schwächen sie den Oberflächenabfluss, was bei versiegelten Flächen, wo das Wasser nicht versickert, zu Überschwemmungen führen kann. Und: Da in Wäldern und auf Grünflächen mehr Regenwasser versickern kann, helfen diese, die Wasserversorgung im Stadtgebiet aufrecht zu erhalten!
  9. Bäume sind wirksame Filter: Sie säubern effektiv die Luft und das Regenwasser
  10. Stadtwälder können Wetterextreme abschwächen
  11. Wälder binden Kohlenstoff, das kompensiert zu einem Teil das Kohlendioxid der in der Stadt ausgestoßenen Emissionen
  12. Kulturelle Ökosystemdienstleistungen verbessern das physische und mentale menschliche Wohlbefinden – im Klartext: Wald tut den Menschen gut, bei sportlichen oder soziale Aktivitäten, und er bietet Erholung
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Die traurigen Bäume an der Oebisfelder
Straße – was steckt eigentlich dahinter?

Die vertrocknete Eiche ist mit drei Pfählen gesichert - ein Stadtbaum

Der Unmut begann schon vor mehreren Wochen, jetzt nimmt er spürbar zu. Einige Mails noch höflich und fragend, andere sehr verärgert, wir wurden auch persönlich angesprochen. Im Fadenkreuz: Unsere Pflanzfläche an der Oebisfelder Straße.

Und dort, gut sichtbar: mehrere Bäume mit dunkelbraunen Blättern. Sie sind tot. Verdurstet. Ein Bild des Jammers. Was ist hier los?

Wir möchten das erklären. Spoiler: DAS sind nicht unsere Bäume.

Die Flächen von Otto pflanzt!  auf der Südseite der Oebisfelder Straße (Richtung Barleben links): Kleine Heister (Baby-Bäume), sie waren bei der Pflanzung etwa 60 oder 70 Zentimeter hoch. Inzwischen wuchert zwischen ihnen Gras, aber das macht gar nichts, die Bäume werden sich später durchsetzen. Da ist unser Naturschutzexperte sicher und kann beruhigen.

Am Saum der Fläche, straßenseitig: eine ganze Reihe Hochstämme. Es sind Eichen, und einige sind braun.

Auf der Nordfläche, dort wo unsere Obstbäume stehen, das gleiche Bild. Zur Oebisfelder Straße wie zur Straße An den Barroseen säumen Hochstämme der Stadt unsere Fläche. Ebenso nach Westen, wo die Straße nach Barleben zwei Kurven macht. Insgesamt 9 tote Bäume zählte Beobachter Edgar A. aus Barleben und teilte uns das sehr besorgt mit.

Auch wir finden das sehr traurig. Aber wir tragen dafür nicht die Verantwortung. Und wir möchten mitteilen: Von unseren rund 60 Obstbäumen ist bislang kein einziger eingegangen.

Woran liegt es aber, dass die Stadt-Bäume sterben? Die Stadt hat schließlich einen Pflegevertrag mit einer Gartenbaufirma abgeschlossen, die sich um die Bäume kümmert und die sie regelmäßig wässert.

Edgar A. schreibt: Folgendes war bei den gepflanzten Eichen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten und ist dann auch eingetreten: Im Gegensatz zu den innen stehenden Obstbäumen, sind die Eichen nicht einem starken Pflanzschnitt unterworfen worden. 2 sind gar nicht erst ausgetrieben, da hätte auch kein Pflanzschnitt genützt. Die anderen ca. 7 sind erst sehr schön ausgetrieben, jetzt aber vertrocknet, weil die beim Umsetzen reduzierte Wurzelmasse auch bei guter Bewässerung gegenüber der Verdunstung durch die vielen Blätter nicht mithalten kann.

Das deckt sich genau mit dem Wissen unseres Naturschutz-Experten Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme. Wenn Bäume gepflanzt werden, die schon groß sind, haben sie sehr lange Wurzeln. Die müssen vor der Pflanzung stark gekürzt werden, das schwächt die Wasser-Aufnahme. Wenn die Bäume außerdem nicht den fachgerechten Schnitt bekommen, verdunsten sie zu viel Wasser über ihre Blätter und vertrocknen dann schnell.

Aus diesem Grund pflanzen wir nur die kleinen Heister – oder (selten) Obstbäume, deren Stamm kaum dicker ist als ein Finger; sie verlieren vergleichsweise wenig Wurzelwerk. Wir pflanzen im Spätherbst oder Winter, wenn es viele Tage feucht ist, die Bäume werden beschnitten und haben Monate, um sich einzugewöhnen. Dies alles zusammen ist die beste Garantie, dass sie überleben. Unsere Obstbäume waren von Uwe fachgerecht vorbereitet worden.

Wie erkenne ich vor Ort, ob ein Baum von Otto pflanzt!  oder von der Stadt gepflanzt wurde?

Eigentlich ganz einfach: Unsere Obstbäume sind so klein, dass sie nur einen einzigen Pfahl als Stütze brauchen – unsere Heister brauchen gar keinen.

Die Bäume der Stadt sind größer und wurden ausnahmslos mit drei Pfählen gesichert.

Bei Fragen zu den Stadtbäumen bitte eine E-Mail an den Stadtgartenbetrieb, die Mail-Adresse gibt’s hier.

Text: Hendrik Broxtermann
Foto: Otto pflanzt!

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Oebisfelder Straße: Der Brunnen ist
gebohrt, wir haben ihn gleich eingeweiht!

Da saß jeder Handgriff: Die Brunnenbauer brauchten nur drei Stunden

Gegen Hitze hilft – viel Wasser! Das gilt vor allem für die Bäume. Am vergangenen Freitag haben wir unsere Pilot-Fläche an der Oebisfelder Straße bewässert, den nördlichen Teil aus einem Hydranten, den südlichen mit unserem nagelneuen Brunnen!

Acht Leute, acht Schläuche und los ging’s. Bei 35 Grad, es war verdammt heiß. Dazu kam, dass wir uns auf der südlichen Fläche durch fast hüfthohes Kraut lavieren mussten, das in der Zwischenzeit aufgewachsen ist, um die dazwischen wachsenden Bäumchen zu suchen. Auf der Nordfläche dagegen wachsen vor allem die Bäume der Streuobstwiese; Bäumchen und Sträucher besiedeln nur die Wälle im Norden und Westen. Zwischen den Obstbäumen die Bienenweiden-Aussaat und – natürlich – ebenfalls Wildkräuter. Machen wir es kurz, die Bewässerungsaktion dauerte knapp vier Stunden.

Das Wasser auf der Nordfläche kam, wie beim ersten Wässerungseinsatz, aus dem Hydranten an der Straße, wir haben bei den SWM wieder ein Standrohr gemietet. In Nähe der Südfläche gibt es jedoch keinen Hydranten. Wir mussten also einen Brunnen bohren lassen. Eigentlich war der Termin dafür schon im Mai zugesagt gewesen. Die Firma hatte uns dann leider irgendwie vergessen. Am letzten Mittwoch plötzlich der Anruf: Wir sind jetzt da, wir fangen an! Nichts wie hin …

***

An einem Drahtseil befestigt, fährt nun eine dünnere Metallhülse mit einem Rückschlag-Ventil am unteren Ende hinab – und wieder ein Stück hoch – und wieder hinab. Von unten drückte sich der Schlamm also hinein, kann nicht mehr heraus, die Hülse füllte sich und wird dann wie ein voller Eimer hochgeholt, geleert und taucht wieder ab, holt neuen Schlamm hoch. Immer tiefer treibt die Maschine Bohr-Hülse in die Erde …

Das Video seht Ihr unten.

Drei Stunden lang, dann ist die Tiefe von acht Metern erreicht. Am Schluss zieht die Maschine die Bohr-Hülse wieder heraus, die Männer lassen ein 11,5 Zentimeter dickes blaues Kunststoffrohr hinab, fixierten es ringsum mit feinem Kies, sägen es oben ab. Dann versenken sie ein Saugrohr und ein Maßband mit Sensor: Das Grundwasser liegt dort in etwa drei Metern Tiefe, sinkt auch beim Pumpen nicht tiefer als vier Meter ab. Deckel drauf – fertig!

***

Nun drängte die Zeit, es war ja schon tagelang trocken. In nur zwei Tagen mussten wir Helferinnen und Helfer zusammentrommeln, Termine abstimmen, um am Wochenende zur Tat zu schreiten. Wir danken den Fleißigen, die sich so kurzfristig zu dem vierstündigen Einsatz gemeldet haben.

An den Stamm - nicht an die Blätter: Jedes Bäumchen bekommt ein paar Liter
Das Wasser zieht schnell in den Boden ein

Aber man darf Pflanzen bei praller Sonne doch gar nicht wässern, oder?

Verbreitetes Halbwissen. Das sind die Fakten:

Ein Mythos ist der sogenannte „Brennglas-Effekt“. Dazu müssten die Tropfen extrem groß sein, um genug Licht bündeln zu können, sie dürften trotzdem nicht ablaufen und müssten zufällig die richtige optische Brennweite haben. Zugleich dürften sich die Blätter minutenlang nicht bewegen. Eher unwahrscheinlich.

Richtig ist, dass grundsätzlich empfohlen wird, in kühlen Stunden zu wässern. Der Grund: Dann kann mehr Wasser tief in den Boden eindringen, während bei großer Wärme ein Teil ungenutzt verdunstet.
Nur: Ob dabei die Sonne brennt oder der Himmel bewölkt ist – unerheblich! Wichtig ist die Temperatur. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft rät daher zum Gießen um 4 Uhr morgens oder nach Sonnenuntergang, derzeit also erst nach etwa 21.40 Uhr.

Richtig ist auch: Bei Trockenheit ist den Pflanzen das Wasser zu jeder Uhrzeit willkommen – sie haben Durst. Eine Wässerung bei Sonnenschein wird sie nicht umbringen, ihnen aber im Zweifel das Überleben sichern.

Wann ist nun die nächste Wässerung? Kommt darauf an, wie viel es in dieser Woche regnet. Vielleicht schon am kommenden Wochenende. Wir teilen es Euch über die Info-Kanäle mit …

Video: So wird unser Brunnen gebohrt