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Wellener Weg: Wie lange brauchen wir
für 950 Pflanzen und 100 Meter Zaun?

Der Wellener Weg im Stadtteil Diesdorf, eine Fläche am äußersten Stadtrand, die zweite Pflanzung dieser Saison. Über 1000 Quadratmeter sind zu bepflanzen. 950 Bäume und Sträucher. Pflanzlöcher markieren, buddeln, Pflanzen rein, sorgfältig das Loch wieder schließen …

Der Vorteil: Die Fläche ist eben, nur mit Gras bewachsen. Das Problem: Die Rinde der Bäume und Sträucher ist ein gefundenes Fressen für Hasen und Rehe, heißt: Wir müssen die ganze Fläche einzäunen. 100 Meter Drahtzaun mit 1,80 Meter Höhe spannen, über 30 Zaunpfähle einschlagen … schaffen wir das an einem Tag?

Der Eigentümer der Fläche, Markus Bertram, hatte sich im Sommer bei uns gemeldet. „Wir haben uns dazu entschieden, Brachland zu kaufen, um es zur Bepflanzung zu nutzen. Die Stadtränder, speziell Diesdorf, verkommen ja immer mehr zu Betonwüsten.“

Er selbst wohnt nicht im Wellener Weg. „Aber auch in unserer Wohnstraße in Diesdorf wurden in den letzten Jahren drei Bäume, die teilweise über 100 Jahre alt waren gefällt. Wir wollten einfach etwas tun.“

Irgendwann hatte er dann einen Aufkleber von Otto pflanzt! auf einem Auto entdeckt, sich im Netz über uns erkundigt – und dann hatte er die Idee, er meldete sich und bot die Fläche zur Bepflanzung an. Ortstermin – die Sache war schnell ausgemacht.

Samstag, kurz vor zehn, das Thermometer zeigt sechs Grad, die Helfer und Helferinnen treffen ein. Zuerst die Namenslisten, Luca-App, Warn-App – das übliche Schutzprogramm, es ist ja schon Standard in Zeiten der Pandemie.

Dann Absprachen zur Organisation. Die Fläche wird vermessen, mit Öko-Sprühfarbe werden die Abstände zu den Nachbargrundstücken auf dem Boden eingezeichnet. Dann: Pflanzpunkte ausgemessen und markiert, die Pflanzen sollen gleichmäßigen Abstand haben.

Während die Einen noch messen, schnappen sich Andere einen Spaten und fangen an. Spatenbreit und spatentief, die Ansage ist einfach. Die Zahl enorm: Fast tausend Löcher müssen gebuddelt werden.

Dann kommt Uwe mit den Bäumen. Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme, der uns seit über einem Jahr fachlich und ehrenamtlich zur Seite steht, hat die Pflanzen wieder ausgesucht, eingekauft und uns zum Selbstkostenpreis überlassen. Nun wandert er über die Fläche und verteilt die Arten gezielt auf die Löcher. Baum, Strauch, Strauch, Baum … Hinter ihm warten schon wieder Aktive, um die Pflanzen liebevoll einzubuddeln.

Es fällt kaum auf, dass sich längst auch Mario Gerlich mit Frau und Töchterchen unter die Pflanzenden gemischt hat – der Chef von SushiFreunde und Sushi deluxe. Nun ist fast Mittag, und unter dem Zelt-Pavillon hat er auf den Tischen zwei große Platten Sushi spendiert. Super Lecker! Außerdem haben Mitglieder Kuchen mitgebracht, gegen den Durst steht leckere Bio-Brause bereit, gespendet von der Firma Voelkel. Super, eine solche Stärkung!

Und schon geht’s weiter. Während die einen buddeln, rollen die anderen den Drahtzaun aus, hämmern mit einer Ramme die Metallprofile in den Boden. Dann das Dilemma: Haben wir zu viele Pflanzen? Sind die Lochabstände zu groß? Jedenfalls: Der Zaun reicht nicht ganz, wenn wir unsere Pflanzen alle in den Boden bringen wollen. Also werden wir eben in Kürze noch einmal wiederkommen.

Und dann gibt es noch eine Überraschung, die hat Mario Gerlich uns mitgebracht hat. Seit Monaten können Kunden, über die beiden Lieferdienste SushiFreunde und SUSHIdeluxe Sushi bestellen und dabei selbst quasi einen Baum pflanzen, indem sie drei Euro spenden. „Und dabei sind 1656 Euro für euch zusammengekommen“, verkündet Mario.  Felix verkündet freudig: „Damit können wir 552 Bäume in die Erde bringen!“

Aber das heißt auch: 525 Menschen haben bei ihrer Sushi-Bestellung freiwillig je 3 Euro für Otto pflanzt! gespendet. WIR DANKEN EUCH!

Noch vor 16 Uhr sind wir mit unserer Arbeit fertig – es war wieder anstrengend, hat aber unheimlich Spaß gemacht. Kommenden Samstag geht es weiter, Pflanzung am Elbweg 1. Und auch die folgenden Wochenenden sind ausgebucht. „Aber im Januar, Februar und März haben wir noch Termine frei“, sagt Felix. „Vielleicht bietet uns bis dahin ja noch jemand weitere Flächen zur Bepflanzung an.“

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Pflanzung beim 1. FCM! Plötzlich hatte
Otto pflanzt!  ein paar unverhoffte Fans

Viele Hände - schnelles Ende! Die wackeren Helferinnen und Helfer von Otto pflanzt! und Blau-weiss verwurzelt vor dem Stadion

Mal ehrlich, die Frage hatte doch jeder im Hinterkopf: Tore schießen und Bäume pflanzen – was hat das denn miteinander zu tun?

Am Sonntag, vor dem Heimspiel des 1. FCM gegen Verl, war es soweit: Unter dem Motto Blau-Weiss verwurzelt haben wir auf 700 Quadratmetern Fläche vor dem Stadion 45 Bäume und 655 Sträucher gepflanzt. Voraus gingen Monate der Vorbereitung, mehr als 30 engagierte Magdeburgerinnen und Magdeburger machten mit, im Boot die Wirtschaftspartner des FCM und natürlich – die Fans.
Die Fans? Jawoll.

Sonntag, 9.30 Uhr, die ersten beiden großen Zelte waren gerade aufgebaut, da fängt es an zu regnen und der Wind wurde auch immer stärker. Um mehr Schutz in den Zelten zu haben, fuhren wir unsere Autos als Schutz für die Zelte auf die Wind-Seite. Dann legten wir los. Der Boden: für Pflanzungen eine Katastrophe. Hier muss irgendwann der Bauschutt von halb Magdeburg abgeladen worden sein. Gut, dass wir nicht nur mit Spaten, sondern auch mit Spitzhacken ausgerüstet sind.

War waren gerade zwei Stunden im Einsatz, da kam ein Van aus Staßfurt, mit sehr leidenschaftlichen Fans: Blau-weiße Trikots, Fahnen, Schals, Base Caps. Parkten auf dem Gübser Weg, sprangen raus: „Hey, was macht ihr denn hier!“ War sofort klar: Diese Jungs und das Mädel – die wohnen hier sozusagen, das ist ihr Zuhause. Und wir waren … etwas … im Weg.
„Wir pflanzen hier Bäume. Für den FCM, für Blau-Weiß, ganz offiziell, ist alles abgeklärt.“

Wie – abgeklärt? Nö, nicht mit uns, meiten sie: „Das geht nicht, das ist unser Parkplatz! Da parken wir immer!“ Und taten das auch: Sie fuhren auf den Platz neben der Pflanzfläche. „Das ist doch Unsinn, was ihr da macht! Pflanzt halt da, wo ihr keinen stört – und wo ihr keinem den Parkplatz wegnehmt.“

Irgendwie war uns das schon klar: Hier geht‘s um Sport, da kommen Fans. Wir buddeln Bäume ein. Auch noch am Parkplatz. Wozu? Was haben Bäume mit Fußball zu tun? Wer soll das verstehen? Die Fans?

Wir pflanzen hier knapp 700 Bäume und Sträucher. Der 1. FCM finde das jedenfalls toll, deshalb gibt es das Projekt Blau Weiß verwurzelt. Weil wir alle in Magdeburg verwurzelt sind. Weil wir zum FCM stehen. Und weil wir, Otto pflanzt!, etwa tun wollen fürs Klima. Unser aller Klima. Zusammen mit unserem FCM.

Das haben wir versucht zu erklären. Aber die Jungs waren nicht gerade überzeugt. „Macht das dann wenigstens so, dass keine Parkplätze verloren gehen.“ Hey, Leute – die Parkplätze reichen immer noch aus! Es sind genug!

Und als wir ihnen erzählten, dass am Morgen auch Tim Sechelmann und Sirlord Conteh (für Nichtwissende: zwei hervorragende Spieler des Vereins) bereits tatkräftig mit angepackt und mehrere Pflanzlöcher gebuddelt hatten, war das Eis gebrochen: Okay, Leute, wo sind denn die Spaten?“

Spaten hatten wir ruck-zuck am Start, Spitzhacken auch (bei dem steinigen Boden war das unbedingt nötig), und die sechs Staßfurter fingen an zu buddeln, man sah: wahre Fan-Power!

Ist ja klar: Echte Fans, die in ihrem Stadion „wohnen“, die lassen es sich natürlich auch nicht nehmen, selbst „ihr“ Grundstück mit einzurichten. An dieser Stelle: Danke, Leute!

Die Magdeburger unterstützen das Projekt längst viel selbstverständlicher. Beispiel Enriko Dietmar, der seit vielen Jahren kein Heimspiel verpasst hat, packte vor dem Spiel zusammen mit seinen beiden Söhnen mit an und freute sich darüber, selbst mehrere Bäumchen in die Erde zu bringen. Enrico: „Für mich war es heute doppeltes Glück! Vormittags konnten wir etwas Gutes für unsere Heimatstadt tun und nachmittags haben wir uns gefreut, dass unser Club 2:0 gegen Verl gewonnen hat.“

Ein großes Dankeschön bekam auch Otto pflanzt! von Blau Weiß verwurzelt. „Wir wünschen eurem Verein für die zukünftigen Herausforderungen alles Gute“, so Stephan Lietzow, Leiter Marketing & Vertrieb vom 1. FCM. Und wir freuen uns, dass alles so wunderbar geklappt hat – es war nämlich kompliziert: Da die Fläche vor dem Stadion von der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg, der MVGM, verwaltet wird, mussten wir uns an die Messegesellschaft wenden – und rannten offene Türen ein. „ Die MVGM unterstützt das Projekt gern, um einen Beitrag für mehr Stadtgrün und damit zur Klimaverbesserung zu leisten“, sagt MVGM-Geschäftsführer Steffen Schüller.

Und auch die Politik ließ sich am Sonntag sehen: Über drei Stunden lang schwitzte Stadtrat Jens Rösler (SPD) auf der Fläche mit Hacke und Spaten: „Ich unterstütze Otto pflanzt, weil es wichtig ist, viele Bäume nachzupflanzen, weil das Pflanzendefizit sehr groß ist in Magdeburg.“

Nach getaner Tat: Auf einem Stück der Grünfläche vor dem FCM-Stadion wachsen nun Bäume und Büsche
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Start in die zweite Pflanzsaison
Erster Arbeitseinsatz mit 56 fleißigen Händen​

Am vergangenen Samstag haben wir die neue Pflanzsaison eröffnet!

28 Helferinnen und Helfer haben die Fläche im Elbweg 1 bei strahlend blauem Himmel vorbereitet. Wir haben uns über so viele engagierte Unterstützer sehr freut. Domino’s Pizza  aus Magdeburg und Voelkel verpflegten die pfleißige Mannschaft dankenswerterweise!

Nach dem Motto: „Viele Hände, schnelles Ende“ waren wir gegen 15 Uhr fertig und hatten die 1000 qm bearbeitet.

Ein großes Dankeschön an alle!

Am 20.11.2021 bepflanzen wir die Fläche.

Da Bilder (und das schöne Video von Openeyesmedia unten) mehr sagen als 1000 Worte, hier ein paar Impressionen vom Einsatz.

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Otto pflanzt! ist Mitglied im neuen Kulturbeirat der Stadt

Otto pflanzt! ist Mitglied im neuen Kulturbeirat der Stadt

Im Frühjahr hatte der Stadtrat beschlossen, zur fachlichen Unterstützung des Kulturausschusses einen beratenden Kulturbeirat zu bilden. Dieser Beirat steht nun fest – und Otto pflanzt! ist Mitglied!

Fünf Mitglieder wurden von Regina-Dolores Stieler-Hinz, der Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport, in das Gremium berufen. Es sind: Sandy Gärtner (Theaterpädagogin, Artist e.V.), Stephan Michme (Moderator, Musiker), Robin Zöffzig (Maler, Bildkünstler), Matias Tosi (Opernsänger, Regisseure, Künstler, Leiter Grüne Zitadelle) und Felix Bosdorf als Vertreter von Otto pflanzt! e.V..

Wie waren wir zu der Ehre gekommen?

Wie ihr wisst, wurde Otto pflanzt! im vergangenen Jahr auf den 2. Platz zum Magdeburger des Jahres gewählt. Piotr Bielecki hatte mit der Schaffung der Magdeburger Lichterwelten zwar den 1. Platz gewonnen, doch da er als Pole wenig Bezug zu unserer Stadt hat, schied er für dieses Amt aus – und wir rückten nach. Also fragte der Kulturausschuss-Vorsitzende Oliver Müller uns, ob wir bereit sind, in dem Gremium mitzuwirken. Man wollte neben den Experten aus dem Kultur-Bereich auch einen „Otto-Normal“-Magdeburger vertreten sehen. Diese Einladung haben wir doch gerne angenommen!

Was ist die Aufgabe des Kulturbeirates?

Der Kulturbeirat prüft eingereichte Projektanträge zur Förderung der freien Kulturszene in Hinblick auf Qualität und Zielsetzung und beurteilt die Wirkung auf die künstlerische und kulturelle Entwicklung der Stadt. Er gilt als beratendes Gremium des Kulturausschusses des Stadtrates.

In seiner 1. Sitzung hat der Beirat bereits über verschiedene Anträge sowie die jeweilige Höhe der Projektgelder beraten, sowie eine Empfehlung an den Kulturausschuss des Stadtrates gegeben. Dieser entscheidet abschließend über die Fördermittel im  November, welche die freie Kulturszene in 2022 erhält.

v. l.n.r. Sandy Gärtner, Stephan Michme, Regina-Dolores Stieler-Hinz & Oliver Müller
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Startet mit uns in die zweite Pflanzsaison!

Es ist endlich so weit, für Otto pflanzt!  beginnt die zweite Pflanzsaison!  Gemeinsam wollen wir unser Magdeburg wieder grüner machen. Sei dabei, wir freuen uns auf dich!

Damit wir besser planen können, haben wir Doodle-Listen eingerichtet. Wir bitten euch, dass ihr euch dort eintragt, damit wir ungefähr wissen, mit wie vielen helfenden Händen wir rechnen dürfen.

Hier die Übersicht:

30.10.2021 Vorbereitung Fläche Elbweg,

Elbweg 1, 39122 Magdeburg

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/pgu8n2asukdgdnby?utm_source=poll&utm_medium=link

07.11.2021 Pflanzung vor der MDCC Arena,

Heinz-Krügel-Platz 1, 39114 Magdeburg

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/q7c244dw6gxnp5vb?utm_source=poll&utm_medium=link

13.11.2021 Pflanzung Fläche am Wellener Weg (Diesdorf)

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/a2tp4h2bmqxcv6un?utm_source=poll&utm_medium=link

20.11.2021 Pflanzung Fläche am Elbweg,

Elbweg 1,39122 Magdeburg

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/cwd3k3b7sfuake9n?utm_source=poll&utm_medium=link

27.11.2021 Pflanzung Mühlenwerke,

Zum Mühlenwerk 1, 30106 Magdeburg

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/hut5a8dpmitz5qap?utm_source=poll&utm_medium=link

04.12.2021 Pflanzung Humanas Pflege GmbH & Co. KG,

Hans-Grade-Straße 127, 39130 Magdeburg

Anmeldung:

https://doodle.com/poll/xr6cknpd677pgakz?utm_source=poll&utm_medium=link

Wir freuen uns auf euch! Mach den grauen November mit uns grün!

Wenn ihr Fragen habt, schreibt gerne an info@ottopflanzt.de.

Das war bei einer Pflanzung Anfang des Jahres: Hartwig verteilt die Bäumchen in die bereits gebuddelten Löcher
Keine Angst vor Matsch! Leonie sorgt dafür, dass die Wurzeln gut in der Erde stecken
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Otto presst! Der erste eigene Apfelsaft –
obwohl es eigentlich gar keine Äpfel gab …

Die Bearbeitungsstraße (Luftaufnahme von openeyesmedia.de)

Die Idee war ja total naheliegend: Vor einem Jahr haben wir an der Oebisfelder Straße Apfelbäume gepflanzt – jetzt wollten wir auch eigenen Apfelsaft pressen!
Nein, kleiner Spaß. Natürlich konnten die jungen Bäume noch nicht tragen. Sie waren beschnitten worden, damit sie im Sommer möglichst wenig Wasser verdunsten. Aber: Neben der Fläche stehen zwei alte Apfelbäume, dort wollten wir ernten. Dumm nur, dass auch an diesen Bäumen keine fünf Äpfel hingen, da war wohl jemand schneller.
Apfelsaft haben wir trotzdem gepresst – Uwe war unsere Rettung! Unser Pflanzenexperte Uwe Truckenmüller erntete für uns Aktion 50 Kilo in seinem Garten und stellte sie dem Verein zur Verfügung. Vielen Dank an dieser Stelle, lieber Uwe!
Und dann ging’s los. Es war ein fantastischer Samstagnachmittag, die Sonne lachte. Unser Aktive Ramona hatte uns eine große mechanische Presse ausgeliehen und uns im Vorfeld gut eingeführt.

Zuerst bauten wir uns eine „Produktionsstraße“ auf.

Erste Station: Die Äpfel wurden gewaschen.

Zweite Station: Äpfel zerteilen und vom Kerngehäuse befreien.

Dritte Station: ein Kurbel-Häcksler, der das Obst zerkleinerte. Diese Masse füllten wir dann in die Saftpresse.
Von außen sieht die Maschine aus wie ein kleines Fass, innen ist sie mit einem Netz ausgekleidet.

Obst rein, Deckel drauf, von oben presst ein Stempel, den man mit einer Kurbel immer weiter nach unten presst. Flasche mit Trichter drunter halten … und mit viel Kraft kurbeln.

Der frische Saft ist leider nur wenige Tage haltbar, war aber kein Problem: Der Saft war nämlich sooo lecker, dass wir die ersten Liter schon am gleichen Nachmittag getrunken haben.
Und: Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, mal gemeinsam etwas zu unternehmen, was nicht mit der Planung unserer Pflanzungen zu tun hatte. Die starten im November – auch darauf freuen wir uns schon!
Und in wenigen Jahren werden wir dann tatsächlich die Äpfel von unser selbst angelegten Streuobstwiese ernten – wozu wir euch selbstverständlich einladen werden.

Bis dahin werden wir die Bäume in der Oebisfelder Straße sorgsam pflegen!

Fleißig kurbeln, unten fällt das geschredderte Obst raus
Zuerst wird das Obst geswaschen
Dann kommen die Stücke in den Häcksler
Das Matsch-Obst kommt nun in die Presse
Oben zudrehen - unten fließt der Daft raus!
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Otto pflanzt! – Otto klebt!
Ihr seht uns in der ganzen Stadt …

Ob in Rothensee oder Sudenburg, in Diesdorf oder Fermersleben – überall kann man ihnen inzwischen begegnen: den kleinen  –  oder großen  –  grünweißen Aufklebern: Otto pflanzt! Auf Autos, Fahrradtaschen, Lastenrädern, an Türen …

Die Mitglieder aus unserem Team haben – selbstverständlich – schon vor ein paar Monaten ihre privaten Fahrzeuge mit den Aufklebern dekoriert. Wir möchten damit Werbung machen, in den Straßen der Landeshauptstadt und darüber hinaus – klar.

Aber wahrscheinlich am meisten zu sehen sind die (elektro-) Autos von zwei Partnern, die täglich insgesamt Hunderte von Kilometern zurücklegen:

Unsere Partner Domino`s Pizza und SUSHI Freunde / Sushi deluxe fahren mit Ihren Lieferfahrzeugen in und um Magdeburg schon seit einigen Wochen mit den schönen großen Aufklebern umher und machen so Werbung für uns. Dies freut uns besonders, nachdem die beiden Lieferdienste bereits großzügig gespendet haben und die Geschäftsführer höchstpersönlich und aktiv bei den Pflanzungen mit angepackt haben.

Wenn ihr euch jetzt fragt, wie ihr einen kleinen (7 cm) oder großen (20 cm Durchmesser) Aufkleber kommt – ist ganz einfach:

Werdet Mitglied im Verein, so unterstützt ihr uns direkt und ihr erhaltet mit eurem Willkommensbrief ein paar kleine Aufkleber nach Hause geschickt. Aber auch bei der nächsten Infoveranstaltung, beim offenen Plenum oder spätestens bei der nächsten Pflanz-Party im November könnt ihr euch Aufkleber mitnehmen.

Macht mit! Gemeinsam machen wir Magdeburg wieder grüner!

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Wie wichtig ist Stadtgrün, damit es uns
gut geht? Macht mit bei dieser Studie!

Wenn wir Bäume pflanzen, hat das mehrere Gründe. Klimaschutz ist einer, die Schaffung von Lebensräumen ein zweiter, aber beim dritten – geht es um uns selbst!

Ein Spaziergang im Park bringt Energie zurück, eine grüne Umgebung macht uns glücklicher. Es ist beispielsweise bekannt, dass bereits 5 Minuten in einer grünen und natürlichen Umwelt ausreichen, um die Herzrate und den Blutdruck zu verringern sowie die Stimmung zu verbessern. Grau dagegen – das Grau der Stadt oder auch nur ein grauer Tag – drückt aufs Gemüt. Und in der Arbeitswelt belastet das besonders.

Aber warum ist das eigentlich so? Welche psychologischen Mechanismen stecken hinter diesem wohltuenden Effekt von Grün?

Darüber ist bisher wenig bekannt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Münster möchten das gerne ändern: Unter der Leitung von Micha Hilbert startet dazu jetzt eine Online-Studie, und Otto pflanzt! möchte das Projekt gern unterstützen – mit Eurer Hilfe! Gesucht werden Berufstätige ab einem Alter von 18 Jahren mit Interesse an psychologischer Forschung.

Micha erklärt: „Wir suchen insgesamt 150 Berufstätige, die uns, verteilt über zwei Wochenenden, einige kurze Online-Fragebögen ausfüllen. Der Gesamtaufwand beträgt etwa zwei Stunden. Für die Teilnahme benötigt ihr nur einen Computer oder ein Smartphone.“

Man füllt zunächst den ersten Fragebogen aus und wird dann weiter zu einer zweiten Seite geleitet, auf der man seine Mail-Adresse einträgt. Micha: „Diese beiden Schritte haben wir getrennt, damit die generierten Daten nicht 1:1 mit der Mail-Adresse in Verbindung gebracht werden können. Wir melden uns dann innerhalb von etwa zwei Tagen per Mail mit Infos zum weiteren Ablauf. Die Studie läuft noch sehchs Monate, danach rechnen wir drei Monate für die Auswertung ein.“

Hier geht’s zum ersten Teil der Studie:QR-Code

https://www.unipark.de/uc/enreco/

Eine Bezahlung dafür gibt es nicht, aber ein kleines Dankeschön: Die Uni verlost unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein paar Wunschgutscheine, außerdem gibt’s nach Abschluss einen schicken Erholungs-Guide der Uni Münster – über 40 Seiten Wissen, Tipps und Tricks rundum das Thema Work-Life-Balance.

Wie mag die Studie ausgehen? Wir sind gespannt, Ihr auch? Natürlich werden wir hier über die Ergebnisse berichten.

Bei Fragen könnt Ihr Euch direkt an Micha Hilbert wenden. Ihr erreicht ihn direkt per Mail über enreco@uni-muenster.de

Micha Hilbert von der Uni Münster leitet das Projekt
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Magdeburger Kulturbrücke: Die kleine Maja
bedankte sich bei uns mit einem Bild

Auch wenn alle Beteiligten des Öfteren auf ihre Wetter-App schauten: Es war locker wolkig und ab und an schön sonnig am Samstag auf der Hubbrücke – hier hatten wir unseren Stand aufgebaut, um am 11.09.2021 im Rahmen der „Kulturbrücke“ mit Menschen ins Gespräch zu kommen und über die Aktivitäten und die Fortschritte unseres Vereins zu informieren.

Mit Partnern des Magdeburger Klimabündnis teilten wir uns einen Stand, an dem Saatbomben gebaut, Nussecken gegessen, Flyer verteilt, Sticker auf Roller geklebt und Gespräche geführt wurden. Uns ging es an diesem Tag weniger um Spenden, als eher darum, Tatkräftige zu finden, die beim Pflanzen helfen, sobald im November unsere Saison losgeht.

Dabei haben wir auch die fünfjährige Maja und ihren Vater Zoltán aus Ungarn getroffen. Sie wollten viel über Otto pflanzt! erfahren – und gerne gaben wir Auskunft. Am nächsten Tag erreichte uns über Facebook eine Nachricht, Zoltán schickte uns ein Bild, das Maja extra für uns gemalt hat! Dafür ein großes Kösz! – Dankeschön!

Uns zeigt dies, dass Natur- und Klimaschutz ein Thema ist, über das sich auch die Kleinen schon Gedanken machen. Andere Kinder wollten unsere Sticker gern auf ihre Roller kleben – kein Einspruch unsererseits, wir freuen uns über die mobile Verbreitung des Logos!

Neben vielen kurzen, aber auch einigen tiefgründigen Gesprächen wurde die Atmosphäre von Musik untermalt, die uns vom Elbufer aus erreichte, und am frühen Abend gab es dann ein lokal gebrautes Helles der Getränkefeinkost – Lecker. Der Tag kann als voller Erfolg gewertet werden, da wir viele Menschen erreicht haben, die noch nicht von Otto pflanzt! gehört haben, einige unsere Infogruppen beigetreten sind und wir direkte Zusagen zum Helfen bekommen haben.

Der Stand von Otto pflanzt!  auf der Hubbrücke war gut besucht. Von rechts: Linus, Juliana, Birgit
Wolken, aber oft auch blauer Himmel - das Wetter hat mitgespielt
242.000 Bäume für Magdeburg - unser Ziel. Helft mit!
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Blutspende Einmal piksen, zweimal
helfen – wir haben mitgemacht!

Wie kann ich einen gemeinnützigen Verein wie Otto pflanzt! unterstützen ohne einen Cent? – Mit einem Piks bei der Blutbank! Damit spendet man sogar zweimal …
Ganz entspannt: Juliana macht's vor und knetet den Ball, das Blut fließt durch den Schlauch

Zugegeben, die Idee ist nicht neu, aber sie ist absolut klasse: Wie kann ich einen gemeinnützigen Verein wie Otto pflanzt!  unterstützen, ohne auch nur einen Cent aus dem Portemonnaie zu nehmen? – Mit einem Piks bei der Blutbank! Und damit spendet man gleich zweimal: Blut für Menschen, die es dringend brauchen, und einen Beitrag für Otto pflanzt!

Um 16 Uhr stehen wir vor der Tür von Haus 29 an der Leipziger Straße – die Blutbank der Uniklinik, fünf Leute von Otto pflanzt!.  Silke Schulze, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Blutbank, nimmt uns herzlich in Empfang. Mit ihr zusammen hatte Otto-pflanzt!-Vorstandsmitglied Juliana die Aktion geplant.

Der Hintergrund ist ernst, und dabei geht es weniger um uns und das Klima: Blutspenden retten sehr viele Leben. 80 Prozent aller Menschen, so sagt das Rote Kreuz, benötigen im Laufe ihres Lebens eine Blutspende. Aber nur drei Prozent der Bevölkerung spenden.

500 bis 600 Spenden sammelt die Blutbank der Uniklinik im Monat ein, in guten Monaten auch mal 900. „Doch um allein den Bedarf der Klinik zu decken, bräuchten wir regelmäßig mindestens 1400 Spenden“, sagt Silke Schulze.

Also, los geht’s. Zuerst das Unvermeidliche: Bürokratie. Ausweis zeigen, Fragebögen ausfüllen, Beratung durch einen Arzt. Etwas nervig, aber das hat sich die Klinik nicht ausgedacht, ist Vorschrift, zur Sicherheit. Welche Bedingungen erfüllt sein sollten, haben wir unten verlinkt, vorab schon mal dies: Zur Spende sollte man keinen leeren Magen und auch zuvor genügend getrunken haben, mindestens einen, am besten 1,5 Liter.

Dann Platz nehmen auf dem Blutspende-Sessel, Arm freimachen – pieks. Au! Aber so schlimm ist das wirklich nicht. Ein paar Röhrchen werden mit Blut gefüllt, dann ein Beutel, insgesamt opfert man 480 Milliliter. Und danach: ein paar Minuten ausruhen.

Zuvor hatte jeder hat eine Spendenkarte bekommen. 25 Euro zahlt die Klinik für das Blut, und die geben wir nun gleich weiter: Dafür liegen Aufkleber mit der Bankverbindung von Otto pflanzt! aus. Einfach aufkleben, unterschreiben und in die bereitstehende Box damit. Erledigt!

Nun darf sich jeder eine Stärkung abholen: In der „Kantine“ gibt’s ’ne Marke für den Kaffeeautomaten – und einen Picknick-Beutel: belegtes Brötchen, Saft, Joghurt, Apfel, Schokoriegel. Lecker!

Zum Abschluss noch ein Gruppenfoto mit Prof. Dr. Hans-Gert Heuft, dem Chef der Blutbank (korrekt heißt das: Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit Blutbank) im Vorgarten des Hauses. Wir berichten über unsere geplanten Aktionen – und bedanken uns noch einmal, dass er diese tolle Gemeinschaftsaktion ermöglicht hat. Aber Heuft gibt den Dank sofort zurück: „Ich finde es einfach toll, was Ihr macht.“ Und verspricht sogar, bei einer unserer nächsten Pflanzungen dabei zu sein, sofern sein Terminkalender das irgendwie ermöglicht.

Am Ende des Nachmittags steht, unabhängig von der Aktion für den Verein, steht für die meisten von uns fest: Wir kommen wieder – in etwa zwei Monaten dürfen wir das nächste Mal spenden. Macht auch Ihr mit!

Infos zur Blutbank und zum Blutspenden gibt’s hier: http://www.itib.ovgu.de/Spendearten/Blut.html)

P.S.: Wir hatten geschrieben, dass wir fünf Leute waren – zu sehen sind aber nur vier. Der Fünfte ist Felix, der leider nicht spenden durfte, er hat die Fotos gemacht.

Nach der Spende ein informatives Gespräch im Vorgarten der Blutbank: Linus, Juliana, Prof. Dr. Heuft, Hendrik und Matthias (v. l.)
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1000 Euro aus dem Phrasenschwein
Das spendet uns nurderfcm.de

Freitag, der 13. – ein Unglückstag? Nicht für uns! An diesem Freitag hatten wir sogar so richtig Schwein …

Genauer: Es war das Phrasenschwein von nurderfcm.de, das uns mit seinem Inhalt beglückte. Wir waren ausgewählt worden als eine von acht unter vielen großartigen, meist ehrenamtlichen Magdeburger Initiativen! Im Rahmen einer feierlichen Übergabe und im Beisein von FCM-Präsident Peter Fechner und Coach Christian Titz erhielten wir im Business Club der MDCC-Arena einen Spendenscheck über 1000 Euro.

 

Aber was ist nurderfcm.de? Kurze Erklärung für alle Nicht-Fußball-Fans: Dabei handelt es sich um ein Fan-Blog bzw. einen Fan-Podcast, der „die Größten der Welt“ (Zitat), den 1. FC Magdeburg, seit 2012 aus Fan-Perspektive (kritisch) begleitet. Aus Frust in der Saison 2011/2012 gestartet, finden sich auf der Seite heute regelmäßig Text- und Audiobeiträge in unterschiedlichen Kategorien.

Und dabei wird mit Vorliebe das Phrasenschwein gefüttert. Nervige Phrasen, also abgedroschene Redensarten, wie „Der Ball ist rund“, „Das Runde muss ins Eckige“, „Ein Spiel dauert 90 Minuten“ oder „Das nächste Spiel ist das wichtigste“ haben FCM-Fan Nico Kamphausen auf die Idee gebracht: Für jede Phrase im Podcast kommt 1 Euro ins Phrasen(spar)schwein, das Geld geht als Spende an einen gemeinnützigen Zweck. In diesem Jahr wird das Phrasenschwein fünf Jahre alt, hat mittlerweile zwölf Paten und allein in dieser Saison stolze 8000 Euro gesammelt.

Kerstin Kinszorra, eine langjährige Patin vom Phrasenschwein, führte am Freitag durch die Veranstaltung, bei der auch die anderen Projekte vorgestellt wurden. Zum Beispiel der Verein schwerstkranker Kinder und ihrer Eltern e.V., der Magdeburger Klinik Clown e.V., der Wünschewagen e.V. des Suchtberatungszentrums DROBS Jugend- und Drogenberatung, Spielewagen e.V., die Humanas Stiftung Erlebe das Leben…

Immer wieder wurde deutlich: Es gibt viele Menschen, deren Leben sehr schwer oder sehr traurig ist. „Ehrenamtliche Arbeit erdet uns immer wieder“, sagte Kerstin Kinszorra.

Auch FCM-Coach Christian Titz machte deutlich, wie wichtig soziales Engagement, humanistische Werte und gegenseitige Unterstützung in der Gesellschaft aber auch im Sport sind, für jeden einzelnen und für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

Außer dem Scheck und einem „echten“ Phrasenschwein, das wir zukünftig als Spendenbox verwenden wollen, erhielten wir das Buch „111 Gründe, den FC Magdeburg zu lieben“. Das werden wir weitergeben an einen besonders großen FCM-Fan unter unseren Unterstützern.

Neben den 111 Gründen den 1. FC Magdeburg zu lieben, welche in dem Buch aufgeführt werden, gibt es einen 112 Grund“, sagt FCM-Präsident Peter Fechner, „und das sind die großartigen ehrenamtlichen Projekte!“

Hartwig Haase, Nico Kamphause, Alexander Schnarr und Felix Bosdorf (v. l.) - Foto: nurderfcm.de
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Einmal piksen, zweimal helfen –
diese Blutspende ist gut fürs Klima!

Otto pflanzt! hat einen weiteren starken Partner gefunden: die Blutbank der Universitätsklinik in Magdeburg!

Mit einer Blutspende kann man zukünftig auch zur Begrünung der Stadt beitragen, indem die Aufwandspauschale von 25 Euro einfach und unbürokratisch an Otto pflanzt! e.V. gespendet wird. So hat man das doppelt gute Gefühl, nicht nur kurzfristig Leben zu retten, sondern zusätzlich auch langfristig zu einer lebenswerten Stadt Magdeburg beizutragen.

So geht’s: Einfach – mit oder ohne Termin – zum Blutspenden ins Uniklinikum kommen und auf dem Überweisungsschein, den es dort gibt, die Kontodaten von Otto pflanzt! e.V. eintragen, die Infos liegen auch als Sticker vor Ort aus. Der Betrag von 25 Euro wird dann vom Uniklinikum direkt an den Otto pflanzt e.V. überwiesen.

Kontakt Blutbank:

Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit Blutbank
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg
Telefon: 0391 67 13939
E-Mail: transmed@ovgu.de

Kontakt Otto pflanzt! e.V.: info@ottopflanzt.de

Infos zu Spenden an Otto pflanzt e.V. gibts hier.

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Bundespolizeiinspektion Magdeburg
Die Polizei, dein Freund und Spender!

Der Otto pflanzt! e.V. bekommt jetzt Unterstützung von einer Bundessicherheitsbehörde: Die Bundespolizei in Magdeburg setzt ein Zeichen mit einer Spendenaktion.

Die Idee hatte Vereins-Mitglied Matthias Kupfer, er ist selbst Mitarbeiter der Bundespolizei und machte ein wenig Werbung bei seinem Dienstherrn. Mit Erfolg! „Wir freuen uns als Verein riesig, dass die Bundespolizei hinter unserer Initiative steht, für jede Magdeburgerin und jeden Magdeburger einen Baum zu pflanzen“, so Matthias Kupfer.

Auch Dr. Alexander Schmelzer, Dienststellenleiter der Bundespolizeiinspektion Magdeburg, ist begeistert: „Wir haben die Initiative über Mitarbeiter kennengelernt, die sich ehrenamtlich im Otto pflanzt! e.V. engagieren und unterstützen diese seit der ersten Stunde. Dazu haben wir einen Spendenaufruf innerhalb der Dienststelle gestartet und auch intern über die Initiative berichtet. Als Wahlmagdeburger kann ich das Vorhaben, unsere Landeshauptstadt noch grüner zu machen, nur fördern. Wir können andere Behörden und Firmen nur ermuntern, das hehre Ziel nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen.“

Und Matthias verzeichnet noch einen weiteren Erfolg: „Da wir zurzeit besonders auf der Suche nach Flächen sind, freuen wir uns umso mehr, dass sich ein Mitarbeiter bei uns gemeldet hat, der eventuell eine Fläche zu Bepflanzung zur Verfügung stellen kann.“

Inspektionsleiter Dr. Alexander Schmelzer (l.) und Mattias Kupfer von der Bundespolizeiinspektion mit der Spendenbox
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Otto pflanzt!  im Klimabündnis Magdeburg
Gemeinsam wollen wir was bewegen!

Tolle Stimmung vor dem Rathaus: Über 40 Initiativen gründen das Klimabündnis Magdeburg

Mehr als 40 zivilgesellschaftliche Initiativen aus verschiedenen Bereichen haben sich am 15. Juli 2021 um 16:30 Uhr als Klimabündnis Magdeburg zusammengeschlossen. Darunter sind neben Otto pflanzt! e. V. zahlreiche Klimagruppen wie Fridays for Future, Scientists for Future, Oldies for Future und Health for Future, aber auch soziale und kulturelle Initiativen wie Villa Wertvoll, Vitopia, Radkultur und Aktion Agrar vertreten.

Franka Kretschmer, eine der Initiator:innen, äußert sich dazu: „Mit dem Klimabündnis wollen wir eine starke zivilgesellschaftliche Lobby aufbauen, die die Interessen einer zukunftsorientierten Stadtgesellschaft vertritt, die Verantwortlichen bestärkt, dieses Ziel konsequent zu verfolgen und bei der Durchsetzung unterstützt.“

Des Weiteren fordert das Bündnis auch eine Veränderung der strukturellen Bedingungen für eine partizipative, effektive und zielorientierte Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen innerhalb der Verwaltung, z. B. in Form eines Klimadezernats, Klimabeirats oder Klimaausschusses.
Dr. Hartwig Haase erläutert dazu: „Wir fordern eine aktivere Mitbestimmung der Zivilgesellschaft in der Gestaltung und Umsetzung von Klimafragen in der Stadt Magdeburg.“ Bereits regelmäßig stattfindende Gespräche mit dem Umweltamt sind erste Schritte auf dem Weg dorthin.

Klimaschutz ist eine Jahrhundertaufgabe für die gesamte Gesellschaft. Es betrifft generationenübergreifend alle Menschen und lässt sich nicht aufschieben. Insgesamt hat sich in Magdeburg seit dem Stadtratsbeschluss von 2019 noch zu wenig getan. Ein konkreter Plan bis 2035 fehlt. Diesen fordert das Bündnis nun von der Stadt. Denn Kommunen könnten mit Klimaschutzmaßnahmen nicht nur eine bessere Lebensqualität für die Einwohner*innen bieten, sondern dadurch auch die Energiekosten reduziert und der Finanzhaushalt der Stadt langfristig entlastet werden.

Je später gehandelt wird, desto teurer wird es, die negativen Auswirkungen und Probleme, die der Klimawandel mit sich bringt, zu bewältigen. Dazu zählen in Deutschland beispielsweise häufigere Extremwetter und stark steigende Lebensmittelpreise in Folge von Dürre und Wasserknappheit. In Ländern des globalen Südens sind die Auswirkungen noch extremer: Aufgrund von Waldbränden, Hungersnöten und Überschwemmungen müssen Menschen dort ihr Zuhause aufgeben. Auch weltweite Pandemien werden mit Fortschreiten des Klimawandels immer wahrscheinlicher.
Die Stadt Magdeburg muss dringend ihrer Verantwortung gerecht werden und ihren Teil zum Klimaschutz leisten bevor globale, unumkehrbare Klima-Kipppunkte erreicht werden. Das Klimabündnis will einen Beitrag dazu leisten die Stadtverwaltung sowie die Gesellschaft zu sensibilisieren.

Otto pflanzt! will das Bündnis mit einer Sensibilisierung von Bürger*innen und Stadtverwaltung für eine grünere Stadt unterstützen, setzt sich für den Erhalt von Stadtgrün ein und wird vor allem durch Neupflanzungen von Bäumen, Sträuchern und ganzen Biotopen für ein besseres Stadtklima aktiv.

Allgemeine Anfragen zum Bündnis bitte an kontakt@klimabuendnis-magdeburg.de

Webseite: https://klimabuendnis-magdeburg.de/

Gründeten gemeinsam das Klimabündniss Magdeburg: Dr. Hartwig Hasse, Dr. Franka Kretschmer, Benni, Dr. Silke Rühmland, Carla Debbeler (v. l.)
Die Otto pflanzt!-Mitglieder Jule, Hartwig (im Lastenrad) und Felix

Text: Dr. Hartwig Haase
Fotos: Klimabündnis Magdeburg

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Die traurigen Bäume an der Oebisfelder
Straße – was steckt eigentlich dahinter?

Die vertrocknete Eiche ist mit drei Pfählen gesichert - ein Stadtbaum

Der Unmut begann schon vor mehreren Wochen, jetzt nimmt er spürbar zu. Einige Mails noch höflich und fragend, andere sehr verärgert, wir wurden auch persönlich angesprochen. Im Fadenkreuz: Unsere Pflanzfläche an der Oebisfelder Straße.

Und dort, gut sichtbar: mehrere Bäume mit dunkelbraunen Blättern. Sie sind tot. Verdurstet. Ein Bild des Jammers. Was ist hier los?

Wir möchten das erklären. Spoiler: DAS sind nicht unsere Bäume.

Die Flächen von Otto pflanzt!  auf der Südseite der Oebisfelder Straße (Richtung Barleben links): Kleine Heister (Baby-Bäume), sie waren bei der Pflanzung etwa 60 oder 70 Zentimeter hoch. Inzwischen wuchert zwischen ihnen Gras, aber das macht gar nichts, die Bäume werden sich später durchsetzen. Da ist unser Naturschutzexperte sicher und kann beruhigen.

Am Saum der Fläche, straßenseitig: eine ganze Reihe Hochstämme. Es sind Eichen, und einige sind braun.

Auf der Nordfläche, dort wo unsere Obstbäume stehen, das gleiche Bild. Zur Oebisfelder Straße wie zur Straße An den Barroseen säumen Hochstämme der Stadt unsere Fläche. Ebenso nach Westen, wo die Straße nach Barleben zwei Kurven macht. Insgesamt 9 tote Bäume zählte Beobachter Edgar A. aus Barleben und teilte uns das sehr besorgt mit.

Auch wir finden das sehr traurig. Aber wir tragen dafür nicht die Verantwortung. Und wir möchten mitteilen: Von unseren rund 60 Obstbäumen ist bislang kein einziger eingegangen.

Woran liegt es aber, dass die Stadt-Bäume sterben? Die Stadt hat schließlich einen Pflegevertrag mit einer Gartenbaufirma abgeschlossen, die sich um die Bäume kümmert und die sie regelmäßig wässert.

Edgar A. schreibt: Folgendes war bei den gepflanzten Eichen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten und ist dann auch eingetreten: Im Gegensatz zu den innen stehenden Obstbäumen, sind die Eichen nicht einem starken Pflanzschnitt unterworfen worden. 2 sind gar nicht erst ausgetrieben, da hätte auch kein Pflanzschnitt genützt. Die anderen ca. 7 sind erst sehr schön ausgetrieben, jetzt aber vertrocknet, weil die beim Umsetzen reduzierte Wurzelmasse auch bei guter Bewässerung gegenüber der Verdunstung durch die vielen Blätter nicht mithalten kann.

Das deckt sich genau mit dem Wissen unseres Naturschutz-Experten Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme. Wenn Bäume gepflanzt werden, die schon groß sind, haben sie sehr lange Wurzeln. Die müssen vor der Pflanzung stark gekürzt werden, das schwächt die Wasser-Aufnahme. Wenn die Bäume außerdem nicht den fachgerechten Schnitt bekommen, verdunsten sie zu viel Wasser über ihre Blätter und vertrocknen dann schnell.

Aus diesem Grund pflanzen wir nur die kleinen Heister – oder (selten) Obstbäume, deren Stamm kaum dicker ist als ein Finger; sie verlieren vergleichsweise wenig Wurzelwerk. Wir pflanzen im Spätherbst oder Winter, wenn es viele Tage feucht ist, die Bäume werden beschnitten und haben Monate, um sich einzugewöhnen. Dies alles zusammen ist die beste Garantie, dass sie überleben. Unsere Obstbäume waren von Uwe fachgerecht vorbereitet worden.

Wie erkenne ich vor Ort, ob ein Baum von Otto pflanzt!  oder von der Stadt gepflanzt wurde?

Eigentlich ganz einfach: Unsere Obstbäume sind so klein, dass sie nur einen einzigen Pfahl als Stütze brauchen – unsere Heister brauchen gar keinen.

Die Bäume der Stadt sind größer und wurden ausnahmslos mit drei Pfählen gesichert.

Bei Fragen zu den Stadtbäumen bitte eine E-Mail an den Stadtgartenbetrieb, die Mail-Adresse gibt’s hier.

Text: Hendrik Broxtermann
Foto: Otto pflanzt!

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Oebisfelder Straße: Der Brunnen ist
gebohrt, wir haben ihn gleich eingeweiht!

Da saß jeder Handgriff: Die Brunnenbauer brauchten nur drei Stunden

Gegen Hitze hilft – viel Wasser! Das gilt vor allem für die Bäume. Am vergangenen Freitag haben wir unsere Pilot-Fläche an der Oebisfelder Straße bewässert, den nördlichen Teil aus einem Hydranten, den südlichen mit unserem nagelneuen Brunnen!

Acht Leute, acht Schläuche und los ging’s. Bei 35 Grad, es war verdammt heiß. Dazu kam, dass wir uns auf der südlichen Fläche durch fast hüfthohes Kraut lavieren mussten, das in der Zwischenzeit aufgewachsen ist, um die dazwischen wachsenden Bäumchen zu suchen. Auf der Nordfläche dagegen wachsen vor allem die Bäume der Streuobstwiese; Bäumchen und Sträucher besiedeln nur die Wälle im Norden und Westen. Zwischen den Obstbäumen die Bienenweiden-Aussaat und – natürlich – ebenfalls Wildkräuter. Machen wir es kurz, die Bewässerungsaktion dauerte knapp vier Stunden.

Das Wasser auf der Nordfläche kam, wie beim ersten Wässerungseinsatz, aus dem Hydranten an der Straße, wir haben bei den SWM wieder ein Standrohr gemietet. In Nähe der Südfläche gibt es jedoch keinen Hydranten. Wir mussten also einen Brunnen bohren lassen. Eigentlich war der Termin dafür schon im Mai zugesagt gewesen. Die Firma hatte uns dann leider irgendwie vergessen. Am letzten Mittwoch plötzlich der Anruf: Wir sind jetzt da, wir fangen an! Nichts wie hin …

***

An einem Drahtseil befestigt, fährt nun eine dünnere Metallhülse mit einem Rückschlag-Ventil am unteren Ende hinab – und wieder ein Stück hoch – und wieder hinab. Von unten drückte sich der Schlamm also hinein, kann nicht mehr heraus, die Hülse füllte sich und wird dann wie ein voller Eimer hochgeholt, geleert und taucht wieder ab, holt neuen Schlamm hoch. Immer tiefer treibt die Maschine Bohr-Hülse in die Erde …

Das Video seht Ihr unten.

Drei Stunden lang, dann ist die Tiefe von acht Metern erreicht. Am Schluss zieht die Maschine die Bohr-Hülse wieder heraus, die Männer lassen ein 11,5 Zentimeter dickes blaues Kunststoffrohr hinab, fixierten es ringsum mit feinem Kies, sägen es oben ab. Dann versenken sie ein Saugrohr und ein Maßband mit Sensor: Das Grundwasser liegt dort in etwa drei Metern Tiefe, sinkt auch beim Pumpen nicht tiefer als vier Meter ab. Deckel drauf – fertig!

***

Nun drängte die Zeit, es war ja schon tagelang trocken. In nur zwei Tagen mussten wir Helferinnen und Helfer zusammentrommeln, Termine abstimmen, um am Wochenende zur Tat zu schreiten. Wir danken den Fleißigen, die sich so kurzfristig zu dem vierstündigen Einsatz gemeldet haben.

An den Stamm - nicht an die Blätter: Jedes Bäumchen bekommt ein paar Liter
Das Wasser zieht schnell in den Boden ein

Aber man darf Pflanzen bei praller Sonne doch gar nicht wässern, oder?

Verbreitetes Halbwissen. Das sind die Fakten:

Ein Mythos ist der sogenannte „Brennglas-Effekt“. Dazu müssten die Tropfen extrem groß sein, um genug Licht bündeln zu können, sie dürften trotzdem nicht ablaufen und müssten zufällig die richtige optische Brennweite haben. Zugleich dürften sich die Blätter minutenlang nicht bewegen. Eher unwahrscheinlich.

Richtig ist, dass grundsätzlich empfohlen wird, in kühlen Stunden zu wässern. Der Grund: Dann kann mehr Wasser tief in den Boden eindringen, während bei großer Wärme ein Teil ungenutzt verdunstet.
Nur: Ob dabei die Sonne brennt oder der Himmel bewölkt ist – unerheblich! Wichtig ist die Temperatur. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft rät daher zum Gießen um 4 Uhr morgens oder nach Sonnenuntergang, derzeit also erst nach etwa 21.40 Uhr.

Richtig ist auch: Bei Trockenheit ist den Pflanzen das Wasser zu jeder Uhrzeit willkommen – sie haben Durst. Eine Wässerung bei Sonnenschein wird sie nicht umbringen, ihnen aber im Zweifel das Überleben sichern.

Wann ist nun die nächste Wässerung? Kommt darauf an, wie viel es in dieser Woche regnet. Vielleicht schon am kommenden Wochenende. Wir teilen es Euch über die Info-Kanäle mit …

Video: So wird unser Brunnen gebohrt

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Alt-Oberbürgermeister Willi Polte
wird Schirmherr von Otto pflanzt!

Dr. Willi Polte war Magdeburgs erster Nachwende-Oberbürgermeister, ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und einer Ehrenbürger der Stadt. Jetzt ist er Schirmherr von Otto pflanzt!

Felix Bosdorf überreicht Dr. Willi Polte die Urkunde zur Schirmherrschaft

Seine Augen funkeln lebhaft, ein verschmitztes Lächeln umspielt seine Lippen. Es ist wie eine ständige Aufforderung: Tu was! Ändere die Welt! Mach’s doch einfach!

Dr. Willi Polte war Magdeburgs erster Nachwende-Oberbürgermeister (1990 bis 2001). Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse für sein Engagement in der Wendezeit und in den Jahren als Oberbürgermeister. Damit ist er einer von nur 46 Ehrenbürgern der Stadt Magdeburg seit 1760 (neben Carl Gustav Friedrich Hasselbach oder Hermann Gruson).

Jetzt ist Dr. Willi Polte auch Schirmherr von Otto pflanzt!

Seine Nachricht kam am 15. März: „Gern würde ich mit dem einen oder anderen Mitstreiter Ihrer begrüßenswerten Initiative in Kontakt kommen“, schrieb Polte.

Wir treffen uns zum ersten Mal in der City, ein wunderbarer langer Nachmittag. Wir stellen das Projekt Otto pflanzt! vor, Willi Polte berichtet aus seinem Leben. Das zweite Mal treffen wir ihn an einem seiner Lieblingsorte, dem Elbauenpark. Wir möchten danke sagen, überreichen ihm die Urkunde über die Schirmherrschaft. Und reden über Magdeburg im Wandel. Willi Polte ist 83, alt ist er kein bisschen.

Welch ein Mut. Schon als Student, mit 22, trat der Magdeburger, der in Leipzig und Dresden studierte, in die SPD ein – in West-Berlin, heimlich, kurz vor dem Mauerbau. Flucht kam nicht infrage, Polte war Magdeburger.

Am 7. Oktober, vom Mauerfall träumte niemand, saß er mit etwa 20 Mitstreitern im Keller seines Hauses, bereitete die Gründung einer Ost-SPD jenseits der Blockparteien vor. „Es war ein Versuch, Teilhabe an der Macht auf demokratischem Wege zu erlangen. Angst vor der Stasi gehörte dazu, sagt Polte, lächelt wieder. In diesem Keller saßen sie auch als am 9. November 1989, als die Grenze aufging. „Wir hörten die Nachricht, aber wir hatten zu tun, wir arbeiteten weiter. Nach Helmstedt fahren? Keine Zeit!“

Welche eine Kraft. Eine Kraft aus schmerzhafter Erfahrung. „Unsere Stadt hat in den Kriegsjahren so gelitten“, erinnert sich Polte. Dann die SED Diktatur, Unfreiheit, Zwang, Angst. „Wir wollten das System überwinden! Die Wiedervereinigung war eine fortdauernde Hoffnung von mir.“

In der Wendezeit wurde er Mitgründer des Magdeburger Runden Tisches, engagierte sich in der Politik. Und wurde zum ersten Oberbürgermeister im Zuge des Umbruchs. Er kämpfte erfolgreich dafür, dass Magdeburg 1990 Landeshauptstadt wurde, dass die Johanniskirche von 1991 bis 1999 wieder aufgebaut wurde und, als Landtagsabgeordneter von 2002 bis 2006, kämpfte er für die Kreisgebietsreform.

Autogrammkarte aus der Zeit als Oberbürgermeister

Wie es dazu kam, dass Polte die Bundesgartenschau nach Magdeburg holte, zeigt das Wesen dieses Mannes: Begeistert, furchtlos, kraftvoll. Er erzählt:

„Im August 1990, bei meinem ersten Besuch, war eine kleine Delegation von Kommunalpolitikern aus Ostdeutschland (Rostock, Ost-Berlin und Magdeburg) dabei, und wir trugen die zu erwartenden Probleme vor. Wenn die im Einigungsvertrag vorgesehene Lösung für vermögensrechtliche Altansprüche „Rückgabe vor Entschädigung“ in Kraft gesetzt wird, wäre eine schnelle Investitionstätigkeit auf lange Zeit im städtischen Bereich kaum möglich. Dies geschah im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz. Alles auf höchster Ebene.

Am Abend machte ich einen Spaziergang am Rhein entlang. Ich erreichte den Rheinauenpark, und der war wunderschön! Ich war so begeistert!“ Polte fragte und erfuhr: Der Park war im Zuge einer Bundesgartenschau entstanden. Er erfuhr auch: Zuständig für die Vergabe der Termine der Bundesgartenschau ist nicht etwa ein Ministerium, sondern der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Sitz: Bonn.

Polte: „Da hab ich mir einfach ein Taxi gerufen und bin hingefahren.“ Er fragte sich durch, stellte sich beim Präsidenten vor, und sagte frei heraus: „So eine Buga will ich für Magdeburg – und zwar noch in diesem Jahrzehnt!“ Heute schmunzelt Polte bei dem Gedanken daran: „Der Präsident hat gelacht – aber er hat sich richtig gefreut.“ Und die Buga kam tatsächlich nach Magdeburg, 1999, im selben Jahrzehnt. Die für die BUGA vorgesehenen Flächen waren seit Kriegsende bis zum Abzug der Sowjetarmee militärisch genutzt worden. Was Besseres hätte doch nicht passieren können: vom militärisch genutzten Gebiet zum kulturell genutzten Gebiet.

Welch eine Leidenschaft. Der Aufbau Magdeburgs war politisch ein steiniger Weg. Der geltende Grundsatz „Rückgabe vor Entschädigung“ musste gekippt werden, sonst wäre auf den zerstückelten Grundstücken keine Investition, kein Neubau möglich gewesen. Polte kämpfte. Und freute sich über jede Veränderung in seiner Stadt, oft mit diesem Satz: „Da geht mir das Herz auf!“ Denn, das hat er oft gepredigt: „Die Liebe zu Magdeburg muss aus jedem Knopfloch schauen!“

Ein Magdeburg für die Menschen – und eine Stadt mit ganz viel Grün: „Es kann doch gar nicht genug Bäume geben“, sagt Polte. 1995 startete er die Aktion „Mein Baum für Magdeburg“, ursprünglich für Neubürgerinnen und Neubürger, mit einer Baumspende sollten sie sich in ihrer Stadt „verwurzelt“ fühlen.

Dass Willi Polte nun Schirmherr von Otto pflanzt! geworden ist, hat aber noch einen anderen Grund, neben seiner Liebe zu einer grünen Stadt. Er erklärt: „Ich schätze privates Engagement! Menschen nehmen heute oft vieles so selbstverständlich, das ist schade. Ich finde es gut, wenn etwas getan wird – freiwillig. Bürgersinn und sich mit dem Gemeinwesen zu identifizieren, nicht nur die eigene Parzelle im Sinn zu haben, wäre erstrebenswert für eine attraktive und liebenswerte Stadt.“

Seine Botschaft: „Fragt nicht, was eure Stadt für euch tun kann. Fragt, was ihr für eure Stadt tun könnt!“
Sein Motto: „Ohne Rühren gibt es keinen Rührkuchen!“

Steckbrief Willi Polte

Geboren am 11. Januar 1938 in Niegripp, aufgewachsen in Niegripp.

Ausbildung zum Maschinenschlosser, dann Maschinenbau-Studium in Leipzig und Dresden, als Ingenieur in Leipzig, dann in der Forschung in Magdeburg. Verheiratet, 2 Kinder (47, 50; beide in der Forschung).

Seit Jugendzeit interessiert sich Polte für Politik; 18.08.1960 Abgabe des Antrages auf Aufnahme SPD Mitgliedschaft in West-Berlin; später rückwirkende Anerkennung dieser Mitgliedschaft; Mitglied der ersten freigewählten Volkskammer; von 1990 bis 2001 Oberbürgermeister von Magdeburg; von 2002 bis 2006 Landtagsabgeordneter; von 2001 bis 2009 Bürgermeister von Niegripp.

Bis heute Mitglied der Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Ulrichskirche, Vorstandsmitglied der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Ehrenmitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold – Bund aktiver Demokraten e.V.

Sport: Nordic Walking – „Bewegung in der Natur“.
Wohnhaft in Magdeburg, Wochenendhaus in Niegripp.

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Wie „fesselt“ man eigentlich einen Baum?

Leonie bindet ein Apfelbäumchen fachgerecht am Pfahl fest

(Mini-Tutorial für eine sichere Anbindung nach der Pflanzung)

Der Einsatz selbst war gar nicht der Rede wert. Doch wir standen noch keine zehn Minuten auf der Fläche, da meldete sich schon jemand per Messenger: Hab euch aus dem Zug gesehen! Was macht ihr da eigentlich?

Nun ja, wir … „fesseln“ unsere Bäume! 😉

Kurzum: Die Bäume auf der Streuobstwiese an der Oebisfelder Straße waren nach der Pflanzung damals von unseren lieben Helfern nicht alle so ganz richtig angebunden worden. Die Bindungen hatten sich mit der Zeit gelockert und hielten nicht mehr. Das haben wir am Samstag korrigiert (die zu kurzen alten Kokos-Seile wurden dabei natürlich zusammengebunden und wiederverwendet). Ende der Geschichte.

Aber wer das noch nie gemacht hat, fragt sich bestimmt: Wie „fesselt“ man denn einen Baum richtig, so dass die Bindung hält und den Baum dauerhaft vor Sturmschäden bewahren kann? Und warum muss das überhaupt? In der Natur stehen die doch auch alle „frei“ herum.

Erklärung: Dies sind Obstbäume, welche wir erst gepflanzt haben, als sie schon zwei Meter hoch waren. Die Bäume haben noch nicht wieder genug Wurzeln für ihre Größe nachgebildet und damit sie sicher stehen und gut anwachsen können, werden sie festgebunden.

Hierbei geht darum, dass die Bindung das Bäumchen möglichst stabil vom Pfahl entfernt festhält – und zwar nicht nur in Zugrichtung, sondern auch als Stütze in Druckrichtung. Die Verbindung zwischen Stamm und Pfahl soll ein massiver Strang sein, kein schlaffes Band. Deshalb braucht man relativ viel Seil, pro Baum mindestens 2,50 Meter. Das Seil sollte außerdem auch einigermaßen dick sein.

Hier die Anleitung:

1. Das Seil wird in der Mitte zu einer dopptelten Schlinge gelegt, im Wassersport heißt das „Ankerknoten“ oder auch „Ankerstich“. Diese Doppelschlinge legt man recht weit oben (wichtig!) um den Pfahl und zieht sie fest. Nun hat man zwei parallele Seil-Enden.

2. Mit einer guten Handbreit Abstand – also etwa dem Abstand zwischen Baum und Pfahl – wird das Doppelseil nun einmal um den Stamm gelegt.

3. Jetzt kommt das Wichtigste: Mit beiden freien Enden gleichzeitig umwickelt man nun das Seilstück zwischen Baum und Pfahl möglichst straff, mit möglichst engen Windungen. Sieht ein wenig nach einem Henker-Knoten aus. Man wickelt so weit, bis man wieder ganz eng am Pfahl angekommen ist.

4. Am Pfahl teilt sich das doppelte Seil wieder, man führt die Enden beidseitig um den Pfahl herum und verknotet sie fest miteinander. Zu lange Enden abschneiden – fertig.

5. Zum Schluss kann man sicherheitshalber noch einen Nagel durch den Knoten in den Pfahl schlagen, damit sich der Knoten nicht öffnet und die Bindung nicht verrutschen kann.

Fazit: Es ist gar nicht so schwierig, man muss es nur mal richtig gezeigt bekommen. Wir hatten uns das übrigens während unserer vorletzten Pflanzung mal bei unserem Freund, Pflanz- und Natur-Berater Uwe Truckenmüller abgeschaut …

Vorher ...
... und nachher
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Erste gemeinsame Pflanzung mit dem FCM!

Magdeburg, MDCC Arena: Kein Fußball heute – aber ein Heimspiel für zwei Vereine: Der FCM e. V. und Otto pflanzt! e.V. haben am Mittwoch die ersten beiden Bäume gepflanzt – Auftakt für die gemeinsame Initiative „Blau-Weiß verwurzelt“!

Die Planungen hatten sich, wegen der vielen verschiedenen Zuständigkeiten und Behördenabfragen, leider etwas hingezogen. Aber Mittwoch konnte endlich die erste lang ersehnte Pflanzung starten.
Dabei war die Zusammenarbeit unter dem Motto „Blau-Weiß verwurzelt“ bereits im Januar besiegelt worden: „Mit dem Motto drücken wir gemeinsam aus, dass unsere beiden Vereine eine tiefe Verbundenheit zu unserer Heimatstadt Magdeburg auszeichnet“, sagt Otto pflanzt!-Vorstand Hartwig Haase. Als dritter starker Partner sitzt die Otto von Guericke Universität Magdeburg mit im Boot.

Und Otto-pflanzt!-Sprecher Felix Bosdorf erklärt: „Dies ist eine in mehrerer Hinsicht besondere Pflanzung: Wir freuen uns, an so prominenter Stelle vor dem Stadion pflanzen zu können. Dies sehen wir als Auftakt, um gemeinsam mit unserem Partner FCM lokale Magdeburger Firmen und viele Fans zu animieren, Magdeburg gemeinsam noch grüner zu machen. Da unser Ziel ist, einen Baum für jede Einwohnerin und jeden Einwohner zu pflanzen, sind wir auch bestrebt, dass die Initiative von einer Mehrheit der Magdeburger mitgetragen wird. Diesem Ziel kommen wir dadurch hoffentlich ein großes Stück näher.

Allerdings ist es eine absolute Ausnahme, dass wir im Mai überhaupt noch Bäume pflanzen. „ Denn dafür ist die Vegetationsphase eigentlich schon zu weit vorangeschritten. Das funktioniert dann nur noch mit Ballenware halbwegs, was eigentlich nicht unserem Konzept entspricht. Dass dies so möglich war, haben wir unserm Experten Uwe Truckenmüller vom Beyme Pflanzenhof, der uns fachlich unterstützt, zu verdanken. Wir haben diese Ausnahme gemacht, da wir noch in der laufenden Saison ein erstes Zeichen setzen wollen für die größere Pflanzaktion im Herbst. Ein Baum wurde vom FCM und der andere von einem Fan gespendet.“

Das offizielle Angießen mit beiden Vereinen, der MVGM und den Fans steht noch aus!

Pflanzung mit vereinter Kraft: Uwe Truckenmüller (i.) und Hartwig Haase
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Pflanzfläche Oebisfelder Straße:
Hier sät der Profi die Weide für die Bienen

Mit Schwung aus dem Handgelenk - Aussaat auf der Streuobstwiese
Uwe Truckenmüller mischt die Saat mit Sand

Der Regen kam wie bestellt, denn unser Fachmann Uwe war einen Tag früher da: Auf unserer Pflanzfläche an der Oebisfelder Straße ist nun die Bienenweide ausgesät! Überall zwischen den Bäumen soll bald ein Teppich aus bunten Blüten wachsen, Nahrung für Bienen, vor allem Wildbienen, für Schmetterlinge und andere Insekten.

Bienen und auch andere Insekten sind wichtige Bestäuber und zugleich selbst wieder Nahrung für viele Vögel. Doch der Insektenbestand in Deutschland hat seit 1989 um mehr als drei Viertel abgenommen. Deshalb pflanzen wir nicht nur Bäume, sondern haben zusammen mit unserem Partnerverein Bienenweide e. V. auf der Pflanzfläche auch Bienenweide ausgesät.

Dazu wird nicht irgendeine Blumensaat verwendet, sondern ausschließlich von gebietseigenen Wildblumen und Wildgräsern aus gesicherter Herkunft. Unser Naturschutz-Profi Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme hatte sie für uns bei einem zertifizierten Händler eingekauft. Denn auch Insekten essen nicht alles, sondern das, was sie kennen und vertragen.

Es geht dabei nicht nur um Saatgut bestimmter Pflanzen, es muss auch in der Region gewonnen worden sein. Deshalb muss so eine Aussaat auf freien Flächen der Erhaltungsmischungsverordnung (ErMiV) entsprechen. Entsprechend wertvoll sind die Samen, ein Kilo kostet über hundert Euro. Diese Kosten übernimmt der Verein Bienenweide. Aber zum Glück braucht man auch nur etwa drei Gramm pro Quadratmeter – wenn man genau weiß, wie das geht mit der Saat.

 

Wie bringt man also eine so winzige Menge gleichmäßig aus? Mithilfe von Füllstoff. Dazu schaufelt Uwe zunächst mehrere Kilo Sand in einen Zement-Bottich schüttet die entsprechende Menge Saatgut hinzu und mischt alles gut durch. Das Mischverhältnis hat der Fachmann nach 30 Jahren praktischer Arbeit im Gefühl. Dann in den Eimer damit, und der Sämann beginnt seinen Marsch über die Fläche … Die hatte er ein paar Tage zuvor mit Sand abgezogen und so für die Saat vorbereitet (Beitrag unten).

Fast fünf Stunden hat Uwe zu tun, bis er endlich fertig ist.

Am Tag danach kommt der Regen und spült die winzigen Samenkörner in die Zwischenräume im Sand, der sie auch davor schützt, von Vögeln gefressen zu werden.

Nun heißt es: warten, bis die Saat aufgeht!