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Die wichtige Aufgabe der Bienen –
und wie wir ihnen helfen können

Es ist Juli – Zeit der Insekten!

Durch die warme Jahreszeit begleitet uns neben blühenden Pflanzen eine Vielzahl von Insekten, denen die Blüten als Nahrungsgrundlage dienen. Der prominenteste Blütenbesucher ist die Honigbiene, genauer: die sich ähnelnden Rassen der Westlichen Honigbiene. Wir möchten euch ein paar Bienen vorstellen.

Westliche Honigbiene

Diese bräunlich gestreiften, 1,5 bis 2 Zentimeter langen behaarten Pollen- und Nektarsammlerinnen werden allein in Deutschland in hunderttausenden Bienenvölkern für die Gewinnung von Honig und Bienenwachs domestiziert.

Neben der Honigbiene gibt es aber allein in Deutschland über 560 weitere Bienenarten, die als Bestäuber genauso wichtig sind. Die meisten leben nicht in Völkern, sondern sind Einzelgänger (solitär lebend). Viele legen ihre Nester in Löchern an Altholzstämmen oder im Boden an.

Maskenbiene

Die bis zu 1 cm große Maskenbiene ist mit ihren verschiedenen Arten in vielen Teilen der Welt verbreitet. Maskenbienen nisten je nach Art in Totholz und Pflanzenstängeln, Löss- und Lehmwänden, Steinritzen und Erdnestern. Ein auffälliges Gesichtsmuster gab der Maskenbiene ihren Namen.

Hosenbiene

Die Bienen der Gattung „Hosenbiene“ verdanken ihren Namen der starken Behaarung an den Hinterbeinen, die an eine Hose erinnert. Die in Europa, Nordafrika und Asien vorkommenden Hosenbienen sind mit ihrer Körperlänge von bis zu 1,7  Zentimetern ähnlich groß wie die Honigbiene. Zum Nisten gräbt sie Löcher in den Boden, als Nahrung wählt sie nur bestimmte Pflanzenpollen aus. Übrigens: Insekten, die ausschließlich Pollen ganz bestimmter Pflanzenarten sammeln, nennt man „oligolektisch“. Es gibt viele solcher Arten, deshalb ist es wichig, dass das Nahrungsangebot aus vielen verschiedenen Blühpflanzen besteht.

Hummel

Wusstet ihr, dass die Hummel eine Gattung der Bienen ist? Die bis zu knapp über 2 Zentimeter großen Insekten bewohnen die kühlen und gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel und bilden Völker mit einer Königin, die als einziges Mitglied des Volkes den Winter überlebt. Im Frühjahr gehen Hummelköniginnen zeitiger auf Nahrungssuche als Honigbienen, da sie sich bei niedrigeren Temperaturen aus dem Winterquartier wagen. Hummelnester liegen oft im Boden, manchmal auch in totem Gehölz.

Lasst uns den Bienen helfen!

Neben den oben genannten gibt es noch Mauerbienen, Wollbienen, Seidenbienen, Holzbienen, Sandbienen, Blattschneiderbienen und weitere … eine wunderbare Vielfalt!

Doch leider ist inzwischen rund die Hälfte der Wildbienenarten in Deutschland vom Aussterben bedroht. Hauptursache: der Mangel an Nistplätzen und Nahrung. In den Monokulturen unserer Landwirtschaft ist seit Jahrzehnten die natürliche Blütenvielfalt verloren gegangen.

Wildbienen benötigen von Frühjahr bis Herbst ein durchgehendes Nahrungsangebot und Nistmöglichkeiten wie Totholz oder sandigen bis lehmigen Boden – und zwar in der Nähe. Denn während die Honigbiene zur Nahrungssuche viele Kilometer zurücklegt, fliegen die meisten Wildbienenarten nur wenige hundert Meter. Deshalb: Lasst uns den Bienen helfen!

Dieser Tisch ist schön gedeckt

Die beste Unterkunft ist sinnlos, wenn es nichts zu futtern gibt. Wilde Bienen fliegen auf Nahrungssuche nicht weit, deshalb sollten Blühpflanzen in der Nähe stehen – und möglichst vielfältig sein.

Die optimale Mischung  besteht aus früh- und spätblühenden, nektar- und pollenreichen Blühpflanzen und liegt in der Nähe der Nistplätze. Viele Märkte bieten Mischungen mit Sorten an, die nacheinander für lange Zeit blühen. Aber: Achtet bitte unbedingt darauf, dass das Saatgut heimisch. Mit „zugewanderten“ Arten können viele Insekten nichts anfangen – sie mögen sie einfach nicht. Infos dazu gibt der Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten e.V. (VWW)

Zu Hause im Insektenhotel

Fast jeder Garten oder Balkon, jede gut gelegene Terrasse kann Wildbienen eine Heimat geben. Die bekannten Insektenhotels sind ein erster Schritt: Viele Wildbienen nehmen die Löcher und Röhren gern als Nisthilfe an.

Insektenhotels lassen sich einfach selbst basteln (Anleitungen im Internet, z. B. beim NABU) oder auch für wenig Geld kaufen. Wichtig ist ein geschützter, halbsonniger bis sonniger Standort.

Zu Hause in altem Holz

Viele Arten bevorzugen Altholz. Die Blattschneiderbiene zum Beispiel liebt Holzklötze oder tote Baumstämme. Einfach ca. 6 Zentimeter tiefe Löcher mit unterschiedlichen Durchmessern von 4 bis 12 Millimetern hineinbohren, Eingänge nach Süden oder Osten ausrichten (wie beim Insektenhotel).

Im Foto: Wildbienenbesuch an Löchern in einem Holzklotz. Die verschlossenen Röhren sind bereits von anderen bewohnt …

Zu Hause in der Erde

Die meisten Wildbienen nisten im Boden und freuen sich über ein sonniges Sandarium – eine große Sandfläche, notfalls in einem großen Gefäß. Der Sand sollte fein sein und sich bei Nässe formen lassen. Ideal ist eine Beimischung von Lehmpulver. Ein paar Steine darauf bieten Rückzugsmöglichkeiten für Insekten, die Spalten zum Nisten bevorzugen.

Ein Sandarium bietet verschiedenen Insekten Nistmöglichkeiten und kann auch optisch ansprechend gestaltet werden. Eine sparsame Bepflanzung mit geeigneten Arten wie Sandstrohblume, Sandmohn oder Bergsandglöckchen kann den Bewohnern als Nahrungsquelle „vor der Haustür“ dienen.

So geht's auch: Bienenhaus aus Lehm

Mit Lehm lassen sich nicht nur schöne Sandmischungen für ein Sandarium herstellen, sondern auch Steilwände formen: Lehm in einen Blumentopf füllen, aushärten lassen und Löcher (wie beim Totholz) einbohren. Den Topf in liegender Position an einem sonnigen, geschützten Ort aufhängen oder -stellen. Ein toller Blickfang! Aber auch einfache Lehm-Pfützen liefern den Tieren bereits Baustoff für ihre Unterkunft. Tipps dafür hat der NABU, eine Anleigung stellt auch das Gartenjournal im Netz bereit.

Übrigens schenkt ihr damit nicht nur den Bienen eine Unterkunft: Auch andere Insekten wie beispielsweise gefährdete Solitärwespenarten nehmen die unterschiedlichen Nisthilfen an.

Nicht vergessen: Ein Schälchen mit Wasser

Auch Insekten haben Durst. Abhilfe schafft eine große, möglichst flache Schale, die regelmäßig nachgefüllt wird. Kork-Scheiben schützen als Rettungsinsel vor dem Ertrinken.

Über die Tränke freuen sich übrigens auch Vögel und Igel.

Denkt daran: Nicht nur Honigbienen, sondern die meisten Insekten erfüllen wichtige Aufgaben in der Natur – sei es als Bestäuber oder als Nahrung für anderen Tiere.

Text: Carina Schramm

Fotos: Otto pflanzt!, Pixabay

Quellen und weiterführende Links
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Vier Grad weniger! Studie beweist,
wie Wälder das Klima schützen

Spaziergang im Küchenhorn bei Wolmirstedt - die Baumkronen schützen wie ein riesiger Schirm

Wälder sind der wichtigste Lebensraum unserer Erde. Sie bedecken (noch) ein Viertel der Oberfläche unseres Planeten, sie beherbergen zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten – und sie sorgen auch wirksam für deren Schutz gegen die Erderwärmung:

Der Wald wirkt wie eine Klimaanlage, senkt die Temperatur um bis zu vier Grad.

In einer 2019 im Fachmagazin „Nature Ecology & Evolution“ veröffentlichen Studie konnte diese Kühl-Leistung nun erstmals global beziffert werden.

Dr. Florian Zellweger (Foto) von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in Birmensdorf (Schweiz) und sein Team zeigten beeindruckend, wie wichtig Wälder als Schutzschild gegen hohe Temperaturen sind. Das Forschungsteam hat dafür die Temperaturen an 98 Standorten in verschiedenen Klimazonen auf fünf Kontinenten gemessen. In einer weiteren Arbeit von 2020, veröffentlicht in „Science“, wird gezeigt, wie Baumkronen das Waldleben vor der globalen Erwärmung schützen können.

Dass es im Wald kühler ist, spürt zwar jeder, der zum Beispiel in der Kreuzhorst spazieren geht oder im Küchenhorn bei Wolmirstedt. Doch es ist nicht allein der Schatten – im Wald ist es deutlich kühler als zum Beispiel unter einem Sonnenschirm. Und: Je älter die Bäume, je dichter ihre Kronen, desto stärker ist der Effekt.

Maßgeblich sind dafür mehrere Faktoren.

Erster Faktor: Bäume spenden Schatten. „Beschattung während heißen Sommertagen führt zu stark reduzierten Tageshöchsttemperaturen im Wald/unter Bäumen“, erklärt Zellweger.

Zweiter Faktor: Verdunstung – das Wasser, das aus den Blättern austritt verdunstet und kühlt die Blätter und die Umgebung. Wissenschaftler sprechen von Evapotranspiration. Zellweger: „Auch die Evapotranspiration der Bäume hat einen großen Einfluss auf den Temperatur-Pufferungseffekt.“

Im Wald gibt es auch andere Luftströmungen als außerhalb des Waldes. Zellweger: „Die Windverhältnisse werden ebenfalls durch die Bäume beeinflusst, was zu veränderten Temperaturen im Wald führt.“

Mit positiven Folgen für das Leben ím Wald: „Pflanzen und Tiere im Wald sind dem aktuellen Erwärmungstrend daher weniger stark ausgesetzt als Arten, die nicht im Wald leben“, so der Wissenschaftler.

Und: Wälder werden immer wichtiger, je mehr sich das Klima erwärmt – auch darauf weisen Zellwegers Studien hin: Je wärmer es wird, desto größer wird die Puffer-Kapazität des Waldes. Drinnen steigt die Temperatur nicht so stark wie außerhalb, die Unterschiede werden größer.

Das heißt: Wälder werden in ihrer Funktion als Klimaanlage in Zukunft immer mehr Bedeutung bekommen. Umso wichtiger, dass wir JETZT sorgsam mit unseren Bäumen umgehen!

Deshalb pflanzen wir Bäume.

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12 gute Gründe für Bäume (in der Stadt)​

Bäume in der Stadt sind mehr viel als Streicheleinheiten für die Augen! Sie sind auch Habitate für Vögel und Insekten, doch vor allem regulieren sie das Klima – mehr es sind und je dichter sie stehen, umso effektiver. Hier sind 12 gute Grüne:

  1. Bäume reduzieren Hitzewellen und können Wärmeinseln verhindern
  2. Sie regulieren das Stadtklima und senken heiße Temperaturen
  3. Schatten verhindert die Absorbierung der Sonnenenergie durch den Boden, wodurch sich die Umgebung nicht so stark aufheizt
  4. Evapotranspiration – also die Verdunstung von Wasser durch die Blätter – bringt einen kühlenden Effekt
  5. Gebiete bis zu 2 Hektar Größe können eine Reduktion des Stadtklimas um 1°C bewirken, größere Gebiete sogar bis zu 4°C
  6. Bäume erhalten und fördern die Biodiversität von Flora und Fauna, sind Lebensraum z. B. für Insekten, Vögel, Reptilien
  7. Bäume verbesser das „sozialen Kapital“ da Grünflächen soziale Interaktion innerhalb einer Kommune fördern
  8. Nach Sturzregen schwächen sie den Oberflächenabfluss, was bei versiegelten Flächen, wo das Wasser nicht versickert, zu Überschwemmungen führen kann. Und: Da in Wäldern und auf Grünflächen mehr Regenwasser versickern kann, helfen diese, die Wasserversorgung im Stadtgebiet aufrecht zu erhalten!
  9. Bäume sind wirksame Filter: Sie säubern effektiv die Luft und das Regenwasser
  10. Stadtwälder können Wetterextreme abschwächen
  11. Wälder binden Kohlenstoff, das kompensiert zu einem Teil das Kohlendioxid der in der Stadt ausgestoßenen Emissionen
  12. Kulturelle Ökosystemdienstleistungen verbessern das physische und mentale menschliche Wohlbefinden – im Klartext: Wald tut den Menschen gut, bei sportlichen oder soziale Aktivitäten, und er bietet Erholung