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Zwei Tage Glut-Hitze: Holt bitte die
Gießkannen raus, rettet die Bäume!

Die Sonne brennt ... morgen 33 Grad, Sonntag 34 Grad, so der Wetterdienst. Die Bäume haben Durst ...

Morgen (Samstag, 18. Juni 2022) kriegen wir 33 Grad, Sonntag wird’s noch heißer – bis zu 16 Stunden brennt die Sonne am Tag! Und das nach einer Trockenphase, die schon viel zu lange andauert. „Das bisherige Jahr 2022 war in Sachsen-Anhalt deutlich zu trocken“, meldet Sachsen-Anhalts Umweltministerium. „Im Vergleich mit der Referenzperiode von 1961 bis 1990 wären bisher 207 Millimeter Niederschlag zu erwarten gewesen. Gefallen sind jedoch nur 157 Millimeter.“

Die dramatische Situation in Sachsen-Anhalt zeigt seht gut auch ein Bericht des MDR von Ende Mai.

Unser Baum-Experte Uwe Truckenmüller kann das nur bestätigen. Er hat sich im Magdeburger Stadtgebiet umgeschaut und überall Belege für die schlimme Situation gefunden. „Alle Bäume leiden unter der extremen Trockenheit und Hitze, und sehr viele junge und alte Bäume sind bereits abgestorben.“

In einem Appell wendet sich Uwe an die Magdeburgerinnen und Magdeburger: „Wenn Eure Bäume nicht sterben sollen, dann müsst Ihr sie jetzt gießen! Nicht nur die Gartenbäume, sondern, falls möglich, auch die Straßenbäume vor eurer Haustür, und auch Streuobstbäume sind natürlich sehr dankbar.“

Soll heißen: Holt die Kannen raus, macht sie voll und rettet die Bäume – diese beiden heißen Tage nach der bereits andauernden Trockenheit könnten sonst das Ende für Hunderte von ihnen bedeuten.

Und man kann noch mehr tun, damit die Hitze den Bäumen weniger anhaben kann. Uwe gibt folgende Tipps:

  • Lasst die Vegetation unter den Bäumen lang wachsen! Dann kann sich der Boden nicht so stark erhitzen.
  • Schneidet die Obstbäume, damit sie weniger Laub haben und damit weniger Wasser verdunsten!
  • Entfernt die Stammausschläge und Jungtriebe. (Wie das geht, zeigte euch Uwe bereits im Video-Beitrag.)
  • Wenn Eure Bäume von Misteln befallen sein sollten, entfernt die Misteln! Sie entziehen den Bäumen Nährstoffe und Feuchtigkeit. (Über die Gefahr durch Misteln für Bäume hat unser Mitglied Carina hier geschrieben.)
  • Mäht Euren Rasen jetzt am besten gar nicht (und wenn Ihr später mäht, bloß nicht zu kurz, Mäher auf höchste Stufe)! Ist das Gras kurz, trocknen Sonne und Wind die Erde viel schneller aus. Das gefährdet neben den Pflanzen selbst auch die Insekten, auf die wiederum die Vögel angewiesen sind.
Beispiel: Leonie füllt die Kannen zur Bewässerung - ein Bild aus den Anfängen unserer Fläche auf der Oebisfelder Straße. Inzwischen ist hier alles ganz grün geworden. Und wir sorgen dafür, dass es so bleibt

Aber: Was für die Bäume gilt, das gilt nicht für Euren Rasen: Hier zu wässern, wäre tatsächlich Wasserverschwendung.

Denn gelber Rasen sieht vielleicht doff aus, der erholt sich aber in wenigen Wochen.

Kümmert Euch um die Bäume!

Wir haben übrigens am letzten Samstag (10.06.) nicht nur unsere Obstbäume an der Oebisfelder Straße klimafit gemacht (Uwe hat sie beschnitten), sondern auch alle Bäume und Sträucher gewässert.

Für die späteren Pflanzungen tragen die Flächeninhaber die Verantwortung, und wir hoffen, dass sie sich um ihre Bäume kümmern.

Am Montag soll laut Deutschem Wetterdienst endlich Regen kommen, möglicherweise sogar reichlich.

„Vielleicht kommt aber auch wieder nur wenig“, sagt Uwe, „und vielleicht ist es für viele Bäume dann auch schon zu spät.“

Bitte, nutzt dieses Wochenende und holt die Gießkannen raus!

Für den Erhalt unseres Stadtgrünes!

Nur gemeinsam bewahren wir jetzt unsen Baumbestand!

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Otto pflanzt!  gewinnt
Magdeburger Umweltpreis!

Mit Spaten auf der Bühne: Matthias, Ingrid, Steffen, Felix und Hartwig (v. l.) nehmen für Otto pflanzt! die Urkunde entgegen
Foto: Landeshauptstadt Magdeburg

Zugegeben, ein Fünkchen Hoffnung war schon da, als wir vor zwei Wochen die Einladung zur Verleihung des Magdeburger Umweltpreises erhielten. Schließlich hatten wir uns ja im Frühjahr dafür beworben. Andererseits: Es war eine normale, gedruckte Einladungskarte, die da vor zwei Wochen kam. Eine Karte, wie sie wohl viele erhalten haben…

 Gestern, am 25. November, war es dann soweit: Verleihung des Umweltpreises im Gesellschaftshaus an der Schönebecker Straße. Drei Preis-Kategorien: „Wirtschaft“, „Forschung“ und – „Jugend und Private“, unsere Kategorie.

Spannung …

Zuerst der dritte Preis, er geht an die Solidarische Landwirtschaft Vielfeld e.V. (Solawi). Das ist ein Zusammenschluss aus Erzeugerinnen und Erzeugern ökologischer Produkte mit deren Abnehmern und Abnehmerinnen, bei der die Kosten gerecht aufgeteilt werden. Ein Projekt, von dem alle profitieren.

Die Spannung steigt.

Der zweite Preis geht an die Otto-von-Guericke-Uni für das Projekt des Nachhaltigkeits-Zertifikates NAO. Hier geht’s darum, dass die Studierenden zusätzlich zu ihrem Abschluss das Zertifikat als zusätzliche Qualifizierung erwerben können. Ein wirklich einmaliges Projekt, das übrigens maßgeblich von Juliana Hilf koordiniert und realisiert wurde – „unserer“ Jule, die auch bei Otto pflanzt!  im Vorstand ist.

Die Spannung steigt weiter: Sollten wir etwa wirklich ? Jaaa!

Der erste Preis geht an – Otto pflanzt!

Die Laudatio hält Dr. Katrin Wendt-Potthoff vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Sie sagt:

Otto pflanzt! als Initiative hat mich besonders beeindruckt. Ich selbst kenne Magdeburg seit etwa 30 Jahren (…), es kam mir am Anfang etwas grüner vor. (…) Die Initiative Otto pflanzt! hat in ihrer Bewerbung einen schönen Spruch zitiert: Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt. Schöner kann man das kaum sagen. (…) Otto pflanzt! kann eindrucksvolle Pilotprojekte vorweisen, wo alle Magdeburgerinnen und Magdeburger sehen können, wie es wächst und gedeiht.“

(Hier ein Audio-Mitschnitt).

Es ist eine Auszeichnung, die uns glücklich macht – und die wir teilen möchten mit allen Menschen, die zu diesem Erfolg in den letzten Monaten beigetragen haben.

Wir sind Ende 2019 gestartet mit nichts als einer Idee und dem festen Willen, Magdeburg wieder grüner zu machen. Aus der Ohnmacht angesichts des fortschreitenden Klimawandels und Tausender verlorener Bäumen in Magdeburg entstand bei uns der Wunsch, selbst etwas zu tun – und nicht auf die Politik zu warten.

Nach ein paar ersten Treffen standen der Name „Otto pflanzt!“ und das grobe Konzept: für jeden Magdeburger und jede Magdeburgerin einen Baum zu pflanzen. Wir sind gestartet als Initiative unter dem Dach eines anderen Vereins. Seit Anfang dieses Jahres sind wir selbst als gemeinnütziger Verein eingetragen.

Aus einer Handvoll begeisterter Menschen am Anfang wurde inzwischen eine Truppe von 40 Vereinsmitgliedern – und bei den Pflanzungen erfahren wir Unterstützung von Dutzenden freiwilliger Helfer und Helferinnen, von Firmen, die uns Flächen anbieten, die uns Geld spenden, uns mit Sachspenden unterstützen oder uns während der Arbeitseinsätze verpflegen. Diese Hilfe ist für uns unendlich wertvoll. Mittlerweile haben wir gut 5700 Bäume und Sträucher in die Erde gebracht, zum Jahresende werden es knapp 7000 sein.

Noch ist es ein weiter Weg bis zu unserem Ziel. Eines aber wird bereits sichtbar: dass man mit einer Idee, wenn man nur daran glaubt und sie hartnäckig verfolgt, wirklich etwas erreichen kann.

Doch es geht uns nicht nur um das Pflanzen – wir wollen auch dafür sorgen, dass wir nicht gleichzeitig immer mehr Stadtgrün verlieren. Zum Beispiel geht es um die Versiegelung wertvollen Ackerbodens am Eulenberg, um überflüssige Parkplätze, sinnlos gefällte Bäume. Diesen Dialog führen wir gemeinsam mit den anderen Mitgliedern im Klimabündnis Magdeburg bei den 1. Magdeburger Klimakreisen am 8. Dezember gemeinsam mit der städtischen Verwaltung. Und freuen uns auf spannende Zeiten, viele Pflanzaktionen und einen guten Dialog zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung!

Weitere Infos über die Preisverleihung – auch in den anderen Kategorien – auf der Website der Landeshauptstadt Magdeburg.