Sie dröhnte und rappelte, schnaufte und quietschte – aber sie ließ sich nicht stoppen. Um kurz nach halb acht begann die Caterpillar D5M am Donnerstag ihr Werk auf der nördlichen Fläche an der Oebisfelder Straße. Einsatz für „Otto pflanzt“! Der Auftrag: Das Gelände modellieren. Die obere Schicht des Bodens musste abgetragen werden – in einer Höhe von 20 Zentimetern. Und das auf einer Fläche von rund 4000 Quadratmetern. Wer gut im Kopfrechnen ist, sieht: Da kommt was zusammen – nämlich so um die 800 Kubikmeter Erde – nass, klebrig, voller Wurzeln. Unermüdlich schob das 16 Tonnen schwere Kettenfahrzeug Scholle um Scholle über das Feld, türmte sie zu Erdwällen auf. Stunde um Stunde quietschte sie lauter – aber hielt durch. Und auch der Fahrer, den Firma Schottstädt & Partner auf die Raupe gesetzt hatte, hielt durch: den ganzen Donnerstag und auch am Freitag bis in den Nachmittag, als er eigentlich schon Feierabend gehabt hätte. Nebenbei: Es soll keiner denken, dass die Raupe von Spendengeldern bezahlt würde – die kompletten Arbeitseinsatz hat die Firma uns gespendet. Aber warum dieser Einsatz? Neben den hochstämmigen Apfel- und Birnenbäumen, die hier gepflanzt werden sollen, entsteht hier eine Bienenweide. Das bedeutet: eine Wiese mit vielen kleinen bunten Blühpflanzen. Für Letztere war der Boden zu „fett“ – zu viele Nährstoffe, die nur der Konkurrenz geholfen hätten. Blumenwiese braucht mageren Boden. Die Raupe trug die „Fettschicht“ ab und modellierte daraus Wälle. „Das sieht alles prima aus!“ freute sich unser Pflanzen-Fachmann Uwe vom Pflanzenhof Beyme in Pechau, der auch die Auswahl der Bäume traf, die Pflanzung betreut und für uns ehrenamtlich tätig ist. (Dafür auch an dieser Stelle ein ganz, ganz dickes Dankeschön!) „Die Wälle werden wir mit Sträuchern bepflanzen. Das schützt nicht nur die Bäume, sondern auch die Bienenweide – Insekten haben es nicht gern windig.“ Als Nächstes wird ein Mini-Bagger die Löcher für die Pflanzung der Obstbäume buddeln. Denn der Boden, der nun freigelegt wurde, ist lehmig und so fest, dass wir das mit dem Spaten nicht schaffen würden.
Hartwig (r.) vom Kernteam "Otto pflanzt" erklärt dem Raupenfahrer den Einsatz