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Umweltretter des Alltags gesucht

Unter diesem diesjährigen Motto lobte die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) in der Summe 15.000 Euro Preisgeld für herausragendes Engagement aus.
Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann Foto: Manuel Pape, SUNK

„Dabei sein ist alles“ – unter diesem Olympischen Motto fuhren wir zur Preisverleihung und waren damit Teil der 26. Verleihung des Umweltpreises des Landes Sachsen-Anhalt. Wir freuten uns dabei, mit anderen großartigen Initiativen und Einrichtungen ins Gespräch zu kommen. Insgeheim hofften wir natürlich auch, nicht mit leeren Händen nach Hause zu gehen. Das war zum Schluss auch der Fall, aber völlig anders als gedacht, geschweige denn erträumt. Aber der Reihe nach …

Am vergangenen Mittwoch den 13. Juli 2022 sind wir der Einladung der SUNK gefolgt und trafen uns pünktlich vor dem Lockschuppen in der Nähe vom Wissenschaftshafen. Wir, das waren in dem Fall Babett, Hartwig, Hendrik und Felix.

Wobei das nur die halbe Wahrheit ist. Auch unsere liebe Julia Zigann, die sich nicht „nur“ bei uns als engagiertes Vereinsmitglied hervortut, war dabei – sie ist aber gleichzeitig noch bei der Love Foundation engagiert und arbeitet seit ein paar Monaten hauptamtlich an der Hochschule Magdeburg Stendal als Klimaschutzmanagerin. Der neu geschaffene Job passt zu der grünen Ideenmaschine – wie sie selbst von sich sagt – wie die Faust aufs Auge.

Mit den einleitenden Worten „Das Engagement der Sachsen-Anhalter beeindruckt uns immer wieder. Dieser Einsatz für Umwelt, Natur- und Klimaschutz hat Vorbildcharakter, den wir sehr gerne mit dem Umweltpreis Sachsen-Anhalt hervorheben und würdigen“ eröffnete die Geschäftsführerin der SUNK Nele Herkt die Preisverleihung. Diese Worte gingen sicher den meisten unter die Haut, da alle, die sich in dem Raum versammelt hatten, sich permanent mit dem Thema auseinandersetzten und ständig für die Verbesserung und die Bekämpfung der Folgen des globalen Klimawandels mit voller Kraft und Hingabe einsetzten.

Es folgte ein Grußwort des Ministers für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Prof. Dr. Armin Willingmann. In diesem Jahr gab es 67 Bewerbungen auf den Umweltpreis dazu äußert sich der Minister erfreut: „Die große Resonanz zeigt: In Sachsen-Anhalt gibt es zahlreiche Umweltretter, die oftmals eher unbemerkt Gutes tun. Mit dem Umweltpreis des Landes rücken wir diese Vorreiter ins verdiente Rampenlicht und setzten so ein sichtbares Zeichen für gelebten Umweltschutz.“

Dann stieg nochmal die Spannung. Dr. Nele Herkt, Dr. Boß und Prof. Dr. Willingmann verkündeten die Dritt-, Zweit- und Erstplatzierten. Da die Jury nach einer ersten Bewertungsrunde mit mehreren Punkt-Gleichständen konfrontiert war, entschied sie sich, drei dritte, einen zweit und einen ersten Umweltpreis zu vergeben.

Von links: Dr. Nele Herkt (SUNK-Geschäftsführerin), Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann, Andreas Gottschalt, Jonas Gräber (3. Platz Umweltpreis: GastroHilft), Dr. Willy Boß (SUNK-Vorsitzender) Foto: Manuel Pape, SUNK

Gleichrangig den dritten Platz des Umweltpreiess 2022 errangen die GastroHilfegUG aus Halberstadt, die KiTa „Sonnenkäfer“ mit der KitTa-Imkerei aus Tangerhütte, sowie das Projekt OdeAnDieBiene ein Umweltprojekt des Endorfer Ackerbaus zur Förderung der Artenvielfalt gewonnen. Alle Drittplatzierten erhielten jeweils 1500 Euro Preisgeld.

Auf den zweiten Platz kommt das Bildungshaus Riesenklein, das aus einem Kindergarten, einer Kinderwerkstatt, einer Grundschule und einer Gemeinschaftsschule besteht und mit dem Nachwuchs allerhand Umweltprojekte umsetzt, dies wurde mit 4000 Euro honoriert.

Auf den ersten Platz schwamm das erste Bürgerforschungsschiff Deutschlands, die „Make Science Halle“. Betrieben von Science2Public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation.

Ausgezeichnet mit dem Umweltehrenpreis 2022 sind Julia Zigann, Joris Spindler und der Heimat- und Schiffereiverein Bittkau e.V.

Julia Zigann ist für unseren Verein so etwas wie die kreative-gute-Laune-Fee, die mit ihrem Fachwissen und ihrem Netzwerk unseren Verein bereichert.

Der Biologe Joris Spindler hat als Mitbegründer von Vitoria eine nachhaltige Lebensgemeinschaft geschaffen, in der alle Bewohnerinnen und Bewohner ihre ressourcenschonend leben und viele Ding gemeinsam nutzen. teilen. So haben sie es geschafft, ihren CO2 Fußabdruck von 12 Tonnen (deutscher Durchschnitt) auf ca. 4 Tonnen zu senken. Als Referent im Klimabonus e.V. hat er uns unterstützt. Heute arbeiten wir eng im Netzwerk des Klimabündnisses zusammen.

Joris Spindler sagte bei der Preisverleihung: „Das Ziel ist es, von 12 Tonnen CO2 auf unter 2 Tonnen pro Jahr zu kommen. Dies wurde international vereinbart bei der Klimakonferenz in Paris. Dazu ist es notwendig sehr umfassende Maßnahmen in allen vier großen CO2-Bedarfsbereichen Verkehr, Heizung/Strom, Ernährung und Konsum umzusetzen.“

SUNK-Vorsitzender Dr. Willy Boß, SUNK-Geschäftsführerin Dr. Nele Herkt und die Preisträger der drei Umweltehrenpreise: der Heimat- und Schiffereiverein, vertreten durch die Vereinsvorsitzende Aileen Lemme und den Bittkauer Ortsbürgermeister Alexander Wittwer; Julia Marie Zigann; Joris Spindler. Daneben Umweltminister Prof. Dr. Willingmann (v. l. n. r.) Foto: Manuel Pape, SUNK

"Es gibt unzählige Folgen der Klimakrise, die uns alle künftig betreffen werden. Aber es gibt mindestens genauso viele Maßnahmen, um die Folgen des Klimawandels zu mindern, und in dieser Vielfalt an Möglichkeiten haben wir eine Chance für eine lebenswerte Zukunft. Alle Preisträgerinnen und Preisträger des Umweltpreises 2022 haben deutlich gezeigt, wie vielfältig Klima- und Umweltschutz angegangen werden kann."

Julia Zigann

Nach der offiziellen Verleihung gab es für alle die Möglichkeit, mit den verschiedenen Bewerbern, einigen Vertretern aus der Jury und den anwesenden Politikern ins Gespräch zu kommen.

Plötzlich passierte für uns das völlig unerwartete: Andreas Gottschalt von GastroHilft gUG, die wenige Minuten vorher einer der diesjährigen Preisträger waren, kamen auf uns zu und meinte, sie fänden unser Projekt so großartig, dass Sie 500 Euro von ihrem Preisgeld an uns abgeben möchten.

Wow, damit hatten wir nicht gerechnet! Wir waren völlig überrascht und gerührt. Wir sagen an der Stelle nochmal tausend Dank für die großzügige Teilhabe Eures Preisgeldes. Gottschalt berichtete uns, dass das Team von GastroHilft gUG 2 Tonnen Lebensmittel in der Woche retten! Wir finden, für so ein Engagement haben Sie sich den 3. Platz beim Umweltpreis des Landes verdient!