Kategorien
Allgemein

Hier pflanzen wir Bäume für einen Spielplatz und einen Garagen-Komplex in Rothensee

Leicht bewölkter Himmel, gerade mal 4 Grad – und trotzdem flogen nach nicht mal einer Stunde die ersten Jacken ins Gras, allen Akteuren von Otto pflanzt! wurde warm! Samstag waren wir wieder im Pflanz-Einsatz – und das fast zeitgleich an zwei Plätzen in der Stadt.

Morgens um acht, die Sonne stieg gerade über die Hausdächer der Stadt, Einsatz am Heinrich-Mundlos-Ring nahe der Lübecker Straße: Hier pflanzten wir 20 Gehölze (zwei ca. 2,50 Meter hohe Roteichen und zwei Feldahornbäume sowie 16 Sträucher) rund um den Spielplatz. Eine überschaubare Menge, wir hätten auch gern noch viel mehr gepflanzt. Die Anwohner hatten uns nämlich über große Hitze im Sommer berichtet, unter er die Kinder leiden – es gibt viel zu wenig Schatten auf dem Spielplatz. Doch das ging leider nicht. „Wir wollen den Charakter der Fläche erhalten“, so Magdeburgs Stadtplanungs-Chef Dr. Matthias Lerm gegenüber Otto pflanzt! Was wir toll finden: Die Anwohner haben sich freiwillig verpflichtet, die Pflege der Bäume zu übernehmen. Und die ersten zogen Sonntag gleich los – mit Kind und Kanne!

Samstag um 10 Uhr dann in, Rothensee, Buschfeldstraße. Jetzt eine große Pflanzung auf einem großen privaten Garagen-Komplex gegenüber der Grundschule. Eigentümer Michael Kubbutat hatte sich Ende Januar an Otto pflanzt! gewandt und die Fläche angeboten: über 1800 Quadratmeter Platz zwischen den Garagenreihen! Bisher wuchsen hier nur Moos und Grashalme zwischen den Schotterwege. Das hat sich Samstag geändert! 10 Apfelbäume, 85 weitere heimische Gehölze und rund 1100 Sträucher fanden hier ihr Zuhause, dazu Rankenpflanzen an den Garagenwänden. Und weil Micha Kubbutat Honigbienen hält, legten wir ihm zwei lange Streifen Blühwiese an. „Wir denken immer auch an Lebensräume für Vögel und Insekten“, sagt Leonie Wöhrle vom Otto-pflanzt!-Kernteam.

Vergangenen Mittwoche kamen wir, um die Fläche vorzubereiten, die Stellen für die Pflanzlöcher mit Bio-Farbe zu markieren. „Wir waren völlig überrascht“, sagt Otto-pflanzt!-Mitgründer Felix Bosdorf. „Ich dachte: War da ein Maulwurf am Werk?“ Denn: Die Löcher für die Obstbäume waren alle schon ausgehoben, die Blühstreifen weitgehend angelegt, und Michael hatte sogar noch einen kleinen Teich für Vögel und Bienen angelegt. „Das hatten wir nicht erwartet!“ sagt Felix.

Nun legten die 25 Helferinnen und Helfer los, angeleitet von unserem Pflanzen-Profi Uwe Truckenmüller (Geschäftsführer vom Pflanzenhof Beyme in Pechau). Uwe unterstützt die Bürgerinitiative schon seit der ersten Fläche ehrenamtlich und berät uns naturschutzfachlich – mal ehrlich, was wären wir ohne ihn? Uwe hatte den Pflanzplan erstellt, die Bestellung betreut und leitete uns vor Ort wieder an: Wurzeln und Triebe beschneiden, Pflanztiefe, Abstand … alles hat seine Ordnung! Es dauerte fünfeinhalb Stunden, dann war es geschafft … fast. Die Pflanzen mussten noch gegossen werden. Das übernahm Micha Kubbutat am Sonntag. „Ist ja wohl klar, dass ich mich um meine Zöglinge kümmere“, sagt er. „Ich bin begeistert, was das Team von Otto pflanzt! hier heute geleistet hat. Toll!“

Und auch das gab es noch nicht: Die ganze große Pflanzung spenden nur zwei Leute. Dazu haben sich die Magdeburger Gastronomen Kay Kladobra („Domino’s Pizza“) und Mario Gerlich von („Sushi-Deluxe“) verabredet. „Weil wir die Idee einfach richtig gut finden“, sagt Kay Kladobra. Und fuhr gleich mit einem E-Auto voller Pizzen zur Pflanzung: „Ich dachte, dass die vielen Helferinnen und Helfer am Mittag sicher Hunger haben.“

Dann schnappte er sich einen Spaten und half mit: „Das lasse ich mir nicht nehmen, und das ist auch nicht nur symbolisch: Ich stehe voll hinter dem Projekt.“ Mario Gerlich war mit Töchterchen Greta (7) gekommen, und natürlich auch sie halfen persönlich bei der Pflanzung.

Was alle Helferinnen und Helfer am Ende verblüfft hat: der eigene Fleiß. Um 15.30 Uhr waren alle rund 1200 Gehölze in der Erde, nun konnte der mitgebrachte Kuchen gegessen, ein Kaffee oder auch ein Bier getrunken werden.

Und – was war mit der Sicherheit? „Selbstverständlich hatten wir ein Hygienekonzept erstellt“, sagt Felix. „Auf den Flächen arbeiteten Teams aus maximal zwei Leuten, Team-Abstand vier Meter. Wer was besprechen wollte, setzte vorher die Maske auf. Und für die Hände stand auf den Tischen Desinfektionsmittel bereit.“

Schade, für die nächsten Monate war das unsere letzte Pflanzung. Weiter geht es ab November, wenn die jetzt beginnende Vegetationsphase zu Ende ist. Und wieder kommen wir unserem Ziel ein wenig näher – 242.000 Bäume zu pflanzen, für jede Magdeburgerin und jeden Magdeburger einen.