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Pflanzfläche Oebisfelder Straße:
Hier sät der Profi die Weide für die Bienen

Mit Schwung aus dem Handgelenk - Aussaat auf der Streuobstwiese
Uwe Truckenmüller mischt die Saat mit Sand

Der Regen kam wie bestellt, denn unser Fachmann Uwe war einen Tag früher da: Auf unserer Pflanzfläche an der Oebisfelder Straße ist nun die Bienenweide ausgesät! Überall zwischen den Bäumen soll bald ein Teppich aus bunten Blüten wachsen, Nahrung für Bienen, vor allem Wildbienen, für Schmetterlinge und andere Insekten.

Bienen und auch andere Insekten sind wichtige Bestäuber und zugleich selbst wieder Nahrung für viele Vögel. Doch der Insektenbestand in Deutschland hat seit 1989 um mehr als drei Viertel abgenommen. Deshalb pflanzen wir nicht nur Bäume, sondern haben zusammen mit unserem Partnerverein Bienenweide e. V. auf der Pflanzfläche auch Bienenweide ausgesät.

Dazu wird nicht irgendeine Blumensaat verwendet, sondern ausschließlich von gebietseigenen Wildblumen und Wildgräsern aus gesicherter Herkunft. Unser Naturschutz-Profi Uwe Truckenmüller vom Pflanzenhof Beyme hatte sie für uns bei einem zertifizierten Händler eingekauft. Denn auch Insekten essen nicht alles, sondern das, was sie kennen und vertragen.

Es geht dabei nicht nur um Saatgut bestimmter Pflanzen, es muss auch in der Region gewonnen worden sein. Deshalb muss so eine Aussaat auf freien Flächen der Erhaltungsmischungsverordnung (ErMiV) entsprechen. Entsprechend wertvoll sind die Samen, ein Kilo kostet über hundert Euro. Diese Kosten übernimmt der Verein Bienenweide. Aber zum Glück braucht man auch nur etwa drei Gramm pro Quadratmeter – wenn man genau weiß, wie das geht mit der Saat.

 

Wie bringt man also eine so winzige Menge gleichmäßig aus? Mithilfe von Füllstoff. Dazu schaufelt Uwe zunächst mehrere Kilo Sand in einen Zement-Bottich schüttet die entsprechende Menge Saatgut hinzu und mischt alles gut durch. Das Mischverhältnis hat der Fachmann nach 30 Jahren praktischer Arbeit im Gefühl. Dann in den Eimer damit, und der Sämann beginnt seinen Marsch über die Fläche … Die hatte er ein paar Tage zuvor mit Sand abgezogen und so für die Saat vorbereitet (Beitrag unten).

Fast fünf Stunden hat Uwe zu tun, bis er endlich fertig ist.

Am Tag danach kommt der Regen und spült die winzigen Samenkörner in die Zwischenräume im Sand, der sie auch davor schützt, von Vögeln gefressen zu werden.

Nun heißt es: warten, bis die Saat aufgeht!