Kategorien
Allgemein

Wasser Marsch!  Unser nasser Einsatz
für die Bäume an der Oebisfelder Straße

Gestern Nachmittag auf der nördlichen Pflanzfläche an der Oebisfelder Straße. Felix Bosdorf, Mitgründer von Otto pflanzt!, umklammert das Strahlrohr, sein Kollege Hartwig Haase dreht am Hahn, Felix legt den Hebel um: „Wasser Marsch!“ – Keine Feuerwehrübung, sondern unser erster Wässerungs-Einsatz!

Im November hatten wir hier fast 2000 Bäume und Sträucher gepflanzt, inzwischen fragten immer wieder Bürgerinnen und Bürger nach: Denkt ihr auch daran, dass die Bäumchen Wasser brauchen? Jawohl, das tun wir!

„Nach der Pflanzung damals hat der Stadtgartenbetrieb noch das Angießen übernommen“, sagt Felix, „dafür waren wir sehr dankbar. Aber jetzt sind wir selbst in der Pflicht. Das sieht der Gestattungsvertrag vor, den wir damals mit der Stadt geschlossen haben.“

Der Stadtgartenbetrieb hatte im November einen Mitarbeiter mit Wasserwagen geschickt (wir berichteten). Doch wie wässert man, wenn man keinen Wasserwagen hat? Wir baten die Freiwillige Feuerwehr Rothensee um Hilfe. Die dürfen zwar nach wie vor wegen der Pandemie nur zu echten Löscheinsätzen ausrücken, aber sie halfen mit drei jeweils 20 Meter langen C-Schläuchen und einem Strahlrohr. Und zum Glück befinden sich an der Nordgrenze der Pflanzfläche zwei Unterflurhydranten.

Um daraus Wasser zu zapfen, benötigt man ein Standrohr. Das haben wir bei den SWM gemietet. Die Montage des Standrohrs – für Feuerwehrleute Routine, für uns dagegen, ehrlich gesagt, ein kleines Abenteuer. Wir hatten zwar von den Stadtwerken ein Merkblatt, wie man das Rohr auf den Hydranten setzt – hilfreicher waren aber die Feuerwehr-Videos im Internet.

An einem Standrohr kann dann der Feuerwehrschlauch angeschlossen werden, zugleich auch noch ein dicker Gartenschlauch (3/4 Zoll). So wurden mit dem Strahlrohr die Büsche und Bäumchen auf dem Wall besprüht. Die rund 60 Obstbäume bekamen ihre Ration – jeweils etwa 50 Liter – mit der Gießkannen, die wir einzeln befüllt haben. Mit sechs Leuten hatten wir nach drei Stunden rund 6000 Liter Wasser an die Pflanzen verteilt.

Und ein paar Stunden, nachdem wir fertig waren – regnete es. Auch in der Nacht zu Freitag hatte es schon geregnet. Also alles umsonst? Nein: So viel Regen ist am Wochenende gar nicht gefallen. Und lieber ein wenig zu viel Wasser als zu wenig. Auf den Wetterbericht ist derzeit wenig Verlass (wegen Corona gibt es weniger Wetterdaten, da viele Flüge ausfallen). Und: Eine Wässerung muss ja auch geplant werden.

Als Nächstes werden wir auf der Fläche ein Rohrsystem installieren, damit die Wässerung künftig effektiver erfolgt, weniger Wasser verdunsten kann. Auf der südlichen Fläche planen wir einen Brunnen.

Eines haben wir jedenfalls verblüfft festgestellt: Wenn es regnet, bedauern wir das nicht mehr – sondern freuen uns, dass unsere Bäume Wasser bekommen!

Felix, Babett und Hartwig (v. l.) füllen Kannen und Kübel