Bitte nicht verwechseln!

Wir bäumen uns nicht auf

Otto pflanzt! hat in den über sechs Jahren seit Bestehen viele Preise gewonnen, vor wenigen Wochen den 1. Platz beim Umweltpreis des Landes. Vielleicht ist das der Grund, dass Viele inzwischen denken: Baumpflanzug = Otto pflanzt! – Aber wir schmücken uns nicht mit fremden Federn: Bitte verwechselt uns nicht!

Die Wiese nahe dem Bolzplatz in Diesdorf. Hier wurden vor über sieben Jahren 645 Bäume gepflanzt. 110 sind nun vertrocknet, berichtet die Volksstimme. Das finden wir traurig. Aber dass unser Verein jetzt vorwurfsvolle Nachrrichten erhält, ist ungerecht: Das war nicht unsere Pflanzung. Sondern initiiert im Rahmen des Projektes „Otto bäumt sich auf“, ein Projekt der Landeshauptstadt – wie die Volksstimme natürlich richtig erwähnt hat. Otto pflanzt! dagegen ist ein von der Stadt völlig unabhängiger, gemeinnütziger Verein.

Der Unterschied in den Konzepten

„Otto bäumt sich auf“ (die Stadt): Damit man „sofort etwas sieht“, pflanzt der Eigenbetrieb Stadtgärten und Friedhöfe ausnahmslos Hochstämme – mehre Jahre alte Bäume von ungefähr drei Metern Höhe. Das bringt zwei Probleme mit sich:
1. Diese Bäume wurden lange gepflegt und sind entsprechen teuer. Ein einziger Baum kostet um 800 Euro, dazu kommt die längere Pflege (enthalten sind nur die ersten drei Jahre – viel zu kurz, wie wir meinen). Und wenn 110 Bäume sterben, wird es ein weiteres Mal teuer.
2. Damit die Bäume transportiert und gepflanzt werden können, wird das Wurzelwerk drastisch beschnitten. Die Bäume müssen ihre Kraft in die Neuausbildung von Wurzeln stecken – und haben oft große Probleme, sich mit genügend Wasser zu versorgen. In trockenen Jahren ist das Risiko entsprechen groß.

Mein Baum für Magdeburg“, finanziert durch Spendengelder, pflanzt Hochstämme und die Spender bekommen ein Schild an den drei Mast. Alt-Oberbürgermeister Dr. Willi Polte (unser Schirmherr) hat dies als Spendenaktion ins Leben gerufen. Baumstandorte können sich die Spender über die Webseite der Stadt raussuchen und sich darauf melden. 

Otto pflanzt! (wir): Uns geht es um langfristige Wirkung. Deshalb pflanzen wir hauptsächlich Heister – Bäumchen von 60 oder 70 Zentimetern Höhe, außerdem Stäucher und (gelegentlich, zum Beispiel an sozialen Einrichtungen, wie Kindergärten oder Schulen, auch mal Obstbäume). Das hat zwei Vorteile:
1. Unsere Pflanzen sind sehr günstig. Heister kosten um 5 Euro pro Stück (und selbst unsere eher wenigen Obstbäume liegen bei rund 100 Euro). Dadurch bringen wir für dasselbe Geld ungleich mehr Pflanzen in die Erde. Und wenn dann ein paar vertrocknen (wir rechnen mit etwa zehn Prozent), ist es kein finanzielles Desaster.
2. Kleine Bäume können mit ihrer gesamten Wurzelmasse gepflanzt werden. Lediglich die Spitzen werden gekappt, das hat Vorteile für das Wachstum. Dadurch sind sie nicht beschränkt in der Wasseraufnahme. Und, noch wichtiger: Diese Baum-Kinder können sich noch relativ gut an ihre Umgebung anpassen – sie lernen viel besser als alte Bäume, mit Trockenkeit klarzukommen.

Gleichwohl – dies sind nur ein paar Unterscheidungen, es ist kein Vorwurf. Gerade unsere Mitglieder bedauern den Verlust eines jeden Baumes. Denn Menschen brauchen Bäume. Und das muss man in diesem Sommer wohl niemandem mehr erklären.